Examensarbeit, 2012
87 Seiten, Note: 1,5
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLAGEN ZUR PREDIGT
2.1 WIE LÄSST SICH „PREDIGT“ DEFINIEREN?
2.2 GOTTESDIENSTSITUATION UND PREDIGT
2.3 PREDIGT IM NT
2.3.1 Wortstudien zum Thema „Predigt“
2.3.2 Der „Predigtbefehl“
2.3.3 Die Predigt zur Zeit des neuen Testaments
2.4 ASPEKTE DER PREDIGTTHEORIE BIS ZUM BEGINN DER POSTMODERNE
2.4.1 Predigt bei Luther
2.4.2 Die Predigt in der Moderne
2.4.3 Die Empirische Wendung als Übergang zur Postmoderne
2.5 MISSIOLOGISCHE FRAGESTELLUNGEN ZUR PREDIGT
3 DIE POSTMODERNE LEBENSWELT
3.1 DIE GESELLSCHAFTLICHE SITUATION WAHRNEHMEN
3.2 DIE POSTMODERNE
3.2.1 Postmoderne – ein umstrittener Begriff
3.2.2 Moderne und Postmoderne
3.2.3 Begriffsgeschichte der Postmoderne
3.2.4 Die Diskussion um die Postmoderne in der Philosophie
3.2.5 Kritik
3.3 GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGEN IN DER POSTMODERNE
3.3.1 Individualisierung
3.3.2 Pluralisierung
3.3.3 Globalisierung
3.3.4 Multimediale Gesellschaft
3.4 DIE SITUATION VOR ORT WAHRNEHMEN
3.4.1 Millieustudien zur Beschreibung gesellschaftlicher Wirklichkeit
3.4.2 Den Predigthörer finden
3.5 KONSEQUENZEN FÜR DIE PREDIGT
4 ENTWICKLUNGEN ZU EINER POSTMODERNEN PREDIGT
4.1 KONSTRUKTIVISTISCHE EINFLÜSSE
4.1.1 Konstruktivistische Pädagogik
4.1.2 Konstruktivistische Medientheorie
4.2 DER PARADIGMENWECHSEL ZUR REZEPTIONSÄSTHETIK
4.2.1 Die Theorie der Rezeptionsästhetik
4.2.2 Die Theorie des offenen Kunstwerkes
4.2.3 Exkurs: Der implizierte Hörer
4.3 PLURALITÄT UND DER WAHRHEITSANSPRUCH DES EVANGELIUMS
4.3.1 Engemann und die Semiotik
4.3.2 Grözinger und der plurale Kanon
4.3.3 Gehring und die dynamische Begegnung mit Gott
4.3.4 Herbst und der christologische Singular
4.3.5 Wanke und das Mitgehen zur Horizonterweiterung
4.3.6 Schlussfolgerungen
5 ANSÄTZE ZUR POSTMODERNEN PREDIGT
5.1 AUSWAHL VON ANSÄTZEN
5.2 DER BIBLIOLOG NACH UTA POHL-PATALONG
5.3 DRAMATURGISCHE HOMILETIK NACH NICOL
5.4 HERBST UND SEIN PLÄDOYER FÜR EINE HOMILETIK IN DER POSTMODERNE
5.5 DISKUSSION
5.5.1 Zum Bibliolog nach Uta Pohl-Patalong
5.5.2 Zur dramaturgischen Homiletik nach Nicol
5.5.3 Zum Plädoyer für eine Homiletik in der Postmoderne nach Herbst
6 EIGENER ANSATZ ZUR POSTMODERNEN PREDIGT
6.1 DER PREDIGER IM GESPRÄCH MIT DEM FREMDEN GAST UND DEM ALTEN FREUND
6.2 PREDIGTFORM UND INHALT
6.3 PREDIGT UND DAS WIRKEN DES HEILIGEN GEISTES
7 ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht, wie Predigt in einer postmodernen Gesellschaft gestaltet sein muss, um das Evangelium in einer pluralistischen Lebenswelt relevant und verständlich zu vermitteln, wobei insbesondere die Herausforderungen durch Individualisierung und Medialisierung berücksichtigt werden.
2.1 Wie lässt sich „Predigt“ definieren?
Der deutsche Begriff „Predigt“ kommt vom lateinischen Begriff predicare (laut sagen, öffentlich bekannt machen). Der Begriff hat sich vor allem durch Luther verbreitet. Er wurde später bei der Übersetzung verwendet, wenn „[…] eine Rede vor einer größeren Menschenmenge als auf Umkehr zielendes Zeugnis gehalten wurde.“ Im NT gibt es eine Reihe von Begriffen, um die Predigt zu beschreiben. Einen eigenen Begriff für die Predigt, wie sie heute im Rahmen des Gottesdienstes praktiziert wird, lässt sich jedoch nicht finden. Das deutsche Wort „predigen“ weist in der heutigen deutschen Sprache immer auf die Kirche hin. Es wird in der Alltagssprache jedoch auch verwendet, um auszudrücken, dass eine Person nicht zu unterbrechen ist oder auf andere Menschen intensiv einredet.
Der Versuch „Predigt“ in wenigen Sätzen zu erfassen und damit zu definieren, ist herausfordernd. Nembach stellt chronologisch geordnet 19 Definitionen von Predigt aus Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Davon sind einige Definitionen kurz gehalten, die meisten dagegen sind jedoch ausführlich. Es scheint, als ob jeder Autor eine eigene Definition von Predigt aufstellt. Der Versuch, sich auf eine Definition von Predigt zu einigen oder Definitionen zusammenzufassen, ist aufgrund der Vielzahl von Ansätzen und der großen Unterschiede zwischen ihnen nahezu unmöglich. Genau so schwer wie der Entwurf einer eindeutigen Definition von Predigt, so herausfordernd ist zugleich die Abgrenzung, was Predigt nicht bedeutet. Neue Entwürfe einer Predigt-Theorie verzichten deshalb auf eine eigenständige systematisch-theologische Bestimmung des Wesens der Predigt. Stattdessen wird die Predigt in der Theorie der Verkündigung verortet.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung benennt die Problematik der Predigt in einer sich im Umbruch befindenden Gesellschaft und führt in die Fragestellung ein, wie eine zeitgemäße Verkündigung aussehen kann.
2 GRUNDLAGEN ZUR PREDIGT: Dieses Kapitel erarbeitet die biblischen und historischen Grundlagen der Predigt und diskutiert die Herausforderung einer Definition unter Berücksichtigung verschiedener homiletischer Strömungen.
3 DIE POSTMODERNE LEBENSWELT: Hier wird der gesellschaftliche Kontext der Postmoderne analysiert, insbesondere die Einflüsse von Individualisierung, Pluralisierung und Multimedialität auf die Hörer.
4 ENTWICKLUNGEN ZU EINER POSTMODERNEN PREDIGT: Dieses Kapitel erläutert neue theoretische Ansätze, insbesondere den Einfluss des Konstruktivismus und der Rezeptionsästhetik, auf das Predigtverständnis.
5 ANSÄTZE ZUR POSTMODERNEN PREDIGT: Es werden drei spezifische homiletische Modelle vorgestellt und diskutiert, die auf die Anforderungen der Postmoderne reagieren.
6 EIGENER ANSATZ ZUR POSTMODERNEN PREDIGT: Der Autor entwickelt ein eigenes Modell, das den Prediger als Gesprächspartner des fremden Gastes und des alten Freundes versteht und theologische mit praktischen Erwägungen verbindet.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die dazu ermutigt, angesichts der Komplexität moderner Lebenswelten neue Wege in der Predigt zu gehen.
Postmoderne, Predigt, Homiletik, Evangelium, Rezeptionsästhetik, Kommunikation, Lebenswelt, Bibelauslegung, Konstruktivismus, Gottesdienst, Verkündigung, Individualisierung, Pluralisierung, Semiotik, Zielgruppenorientierung.
Die Arbeit reflektiert praktisch-theologisch, wie Predigten in einer postmodernen, pluralistischen Gesellschaft beschaffen sein müssen, um Menschen heute noch in ihrer Lebenswirklichkeit zu erreichen.
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der Predigt, die Analyse der postmodernen Gesellschaft, die Rolle des Konstruktivismus und der Rezeptionsästhetik in der Homiletik sowie praktische Ansätze zur Gestaltung von Predigten.
Ziel ist es, einen theoretisch fundierten und praktisch anwendbaren Ansatz zu entwickeln, wie das Evangelium trotz gesellschaftlicher Umbrüche und veränderter Kommunikationsbedürfnisse authentisch verkündigt werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, das Studium neutestamentlicher Grundlagen, historische Predigtanalysen sowie soziologische und kommunikationswissenschaftliche Erkenntnisse.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Grundlagen, die Analyse der Lebenswelt, die Darstellung theoretischer Entwicklungen hin zur postmodernen Predigt sowie die Bewertung aktueller homiletischer Modelle.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Postmoderne, Homiletik, Evangelium, Rezeptionsästhetik und Lebenswelt definiert.
Der Bibliolog wird als Beispiel für einen erfahrungsbezogenen Ansatz genannt, der Menschen durch interaktive Auslegung direkt am biblischen Text beteiligt, stößt aber aufgrund fehlender historischer Textbindung auf kritische Reflexion.
Diese Metaphern dienen dazu, die Zielgruppe der Predigt zu erfassen: Der „fremde Gast“ steht für die neue, kirchenferne Hörergeneration, während der „alte Freund“ die langjährigen Gemeindemitglieder repräsentiert, wobei beide in der Predigt gleichzeitig beachtet werden sollen.
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