Magisterarbeit, 2003
201 Seiten, Note: 2,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
EINLEITUNG
1 DAS FRAMING-KONZEPT ALS THEORETISCHE GRUNDLAGE
1.1 URSPRUNG UND ZENTRALE BEGRIFFE
1.2 ABGRENZUNG ZU ANDEREN KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFTLICHEN KONZEPTEN
1.3 ZUSAMMENFASSUNG UND ÜBERTRAGUNG AUF DIE VORLIEGENDE UNTERSUCHUNG
2 DIE GENESE DER IRAK-KRISE 2002/2003
2.1 DIE POSITION DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
2.2 DIE POSITION DER REPUBLIK POLEN
3 ANLAGE DER UNTERSUCHUNG
3.1 FORSCHUNGSFRAGE UND HYPOTHESEN
3.2 FORSCHUNGSDESIGN
3.2.1 Die analysierten Zeitungen
3.2.1.1 Frankfurter Allgemeine Zeitung
3.2.1.2 Süddeutsche Zeitung
3.2.1.3 Rzeczpospolita
3.2.1.4 Gazeta Wyborcza
3.2.2 Datenquellen und Stichprobe
3.2.3 Auswahl- und Analyseeinheiten
3.2.4 Kategoriensystem
3.2.5 Datenerhebung
3.2.6 Reliabilität, Validität, Reproduzierbarkeit und Generalisierbarkeit
4 ANALYSE
4.1 FORMALE MERKMALE DER BERICHTERSTATTUNG
4.1.1 Zahl der Artikel
4.1.2 Platzierung der Artikel
4.1.3 Stil der Artikel
4.1.4 Quelle der Artikel
4.2 ÜBERPRÜFUNG DER HYPOTHESEN
4.2.1 Schwerpunkthypothese
4.2.1.1 Thematische Ausrichtung auf Beitragsebene
4.2.1.2 Thematische Ausrichtung auf Aussageebene
4.2.1.3 Zusammenfassung
4.2.2 Bewertungshypothese
4.2.2.1 Bewertung auf Aussageebene
4.2.2.2 Bewertung auf Beitragsebene
4.2.3 Akteurshypothese
4.2.3.1 Urheber der Aussagen
4.2.3.2 Akteure der Aussagen
4.2.3.3 Zusammenfassung
4.2.4 Differenzhypothese
SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht die Berichterstattung zur Irak-Krise 2002/2003 in jeweils zwei führenden überregionalen Tageszeitungen aus Deutschland (FAZ, SZ) und Polen (Rzeczpospolita, Gazeta Wyborcza) mittels einer Inhaltsanalyse. Ziel ist es, unter Anwendung des Framing-Konzepts zu analysieren, ob sich mediale Unterschiede in der Positionierung zum drohenden Irak-Krieg sowie in der Form der Berichterstattung feststellen lassen.
Die Genese der Irak-Krise 2002/2003
Versucht man die Entwicklung der jüngsten Irak-Krise nachzuzeichnen, so reicht es nicht, nur die dem Krieg unmittelbar vorangegangenen Monate zu betrachten. Nicht erst ab dem Moment, ab dem das Thema offen in den Medien diskutiert wurde, war es Bestandteil der internationalen Diplomatie und insbesondere der US-amerikanischen Außenpolitik. Der Keim des Konfliktes ist, wie in der Retrospektive viele Analytiker annehmen, in den Anschlägen des 11. Septembers zu sehen. Gehörte das Thema in der Zeit unmittelbar nach den Attentaten und dem Krieg gegen das Taliban-Regime in Afghanistan auch nicht zu den bestimmenden Themen, so gab es jedoch immer wieder Anzeichen, die auf die Pläne der US-Regierung hinwiesen.
So wird davon berichtet, dass Teile der US-Regierung, namentlich Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und sein Stellvertreter Paul Wolfowitz, bereits schon einen Tag nach dem 11. September 2001 in einer Sitzung der sicherheitspolitischen Elite der USA einen Waffengang gegen den Irak in Erwägung zogen. Erst in den vergangenen Monaten wurde bekannt, dass Bush bereits am 17. September 2001 dem Militär den Befehl gab, Szenarien für einen Krieg gegen den Irak auszuarbeiten. Bis zum Januar des darauffolgenden Jahres kursierte das Thema Irak nur noch in Insiderkreisen Washingtons. Erst mit George W. Bushs Rede zur Nation am 28. Januar 2002 wurde das Thema wieder öffentlich diskutiert und fand mit der Äußerung Bushs über die „Achse des Bösen“ neue Nahrung. Der amerikanische Präsident stellte den Irak in eine Reihe mit dem Iran und Nordkorea und betonte, dass diese Länder eine „ernste und wachsende Gefahr“ darstellten.
EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Irak-Krise, Zielsetzung der Arbeit sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
1 DAS FRAMING-KONZEPT ALS THEORETISCHE GRUNDLAGE: Theoretische Herleitung des Framing-Begriffs und seine Einordnung in die kommunikationswissenschaftliche Forschung sowie Abgrenzung zu anderen Konzepten.
2 DIE GENESE DER IRAK-KRISE 2002/2003: Detaillierte chronologische Darstellung der diplomatischen Prozesse und Regierungsentscheidungen im Vorfeld des Irak-Krieges in Deutschland und Polen.
3 ANLAGE DER UNTERSUCHUNG: Vorstellung der Forschungsfragen, Hypothesenbildung, Datenerhebungsmethoden sowie Beschreibung der ausgewählten Zeitungen.
4 ANALYSE: Empirische Untersuchung der formalen Merkmale, Überprüfung der aufgestellten Hypothesen sowie detaillierte Auswertung der Ergebnisse.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Ausgangshypothesen.
Irak-Krise, Framing-Konzept, Inhaltsanalyse, deutsche Presse, polnische Presse, Kriegsberichterstattung, Medienanalyse, Politische Kommunikation, Medien-Frames, Diplomatie, Agenda-Setting, internationale Beziehungen, Kriegsbefürworter, Kriegsgegner, Außenpolitik.
Die Arbeit analysiert, wie zwei deutsche und zwei polnische Tageszeitungen kurz vor Ausbruch des Irak-Krieges 2003 über den diplomatischen Prozess berichteten.
Das Hauptaugenmerk liegt auf der medialen Berichterstattung, der Rolle von Framing-Effekten, den diplomatischen Bemühungen um eine UN-Resolution sowie den unterschiedlichen politischen Haltungen Deutschlands und Polens.
Es soll geklärt werden, ob in der Presse ein spezifisches "Framing" (Rahmung) erkennbar ist, das die Berichterstattung zugunsten der jeweiligen nationalen Regierungsposition beeinflusst hat.
Die Untersuchung nutzt die quantitative Inhaltsanalyse, um formale Merkmale, Akteure, thematische Ausrichtungen und Bewertungen in den Zeitungsartikeln systematisch zu erfassen und zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Framing-Konzepts, eine historische Aufarbeitung der Irak-Krise, eine detaillierte methodische Anlage und die umfangreiche empirische Analyse der Zeitungsartikel.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Framing, Kriegsframe, Anti-Kriegsframe, journalistische Qualität, Nachrichtenwert, diplomatische Prozesse und mediale Positionierung.
Es zeigte sich, dass polnische Zeitungen tendenziell eine proamerikanische, kriegsbefürwortende Haltung einnahmen, während die deutsche Presse (mit Ausnahme der FAZ, die sich neutraler verhielt) eine kriegsablehnende Perspektive dominierte.
Das Konzept der "opportunen Zeugen" wurde genutzt, um zu prüfen, ob Zeitungen bevorzugt Akteure zitieren, die die eigene redaktionelle Haltung unterstützen. Die Ergebnisse bestätigten dies teilweise, zeigten jedoch auch komplexe Ausnahmen, insbesondere bei der FAZ.
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