Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
1. Einleitung
2. Zu den Begriffen „Öffentlichkeit“ und „Gegenöffentlichkeit“
3. Das Internet als Raum politischer (Gegen-)Öffentlichkeit
3.1 Vom Informationsmedium zum „Sozialraum“
3.2 Konzepte zur internetgestützten Demokratie – zwei Ansätze im Vergleich
3.3 Politisch nutzbare Potenziale und Handlungsoptionen
4. Protest im Internet
4.1 Zum Phänomen des „Cyberaktivismus“
4.2 Politische Artikulation im Netz – exemplarische Fälle
4.2.1 Beispiel 1: Netstrikes
4.2.2 Beispiel 2: Hacktivismus
4.3 Neue Formen von Gegenöffentlichkeit – virtuelle Protestmedien
4.3.1 Alternative Medien
4.3.2 Taktische Medien
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Internets auf die Bereiche Politik und Gesellschaft. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit das Internet als Raum für politische Öffentlichkeit fungieren kann und welche demokratischen Potenziale sowie Gefahren mit der Entstehung von virtueller Gegenöffentlichkeit und neuen Formen des Cyberaktivismus einhergehen.
4.2.1 Beispiel 1: Netstrikes
Ein Netstrike ist eine Art „Virtuelle Sitzblockade, in der zu einer verabredeten Zeit möglichst viele Nutzer [und Nutzerinnen, d. Verf.] gleichzeitig eine Website anklicken, um mit der Masse ihrer Anfragen eine Überlastung und schließlich den Ausfall des Angebots zu erreichen“ (Köhler 2007: 248). Aus diesem Grund werden Netstrikes auch als sogenannte „virtuelle Sit-Ins“ (ebd., Herv. d. Verf.) bezeichnet.
Eingeführt wurde der Netstrike Ende 1995 von einer Gruppe an Kommunikationsspezialistinnen und –spezialisten, welche sich zu einem Internetnetzwerk namens StranoNet zusammen taten (vgl. Medosch 2003: 2ff.). Ausschlaggebend für die Erschaffung des Netstrikes war die damalige Verteidigungspolitik der französischen Regierung. Diese führte zu jener Zeit Atombombentests im Pazifik durch, obwohl im Vorfeld daran weltweit starke Kritik verübt wurde. StranoNet rief aus diesem Anlass über verschiedene Webseiten, mit Hilfe von Mailinglisten und Foreneinträgen dazu auf, am 21. Dezember 1995 ab 18.00 Uhr über einem Zeitraum von einer Stunde immer wieder auf die Webseiten der französischen Regierung zu klicken. Zusätzlich wurden die InternetnutzerInnen dazu aufgefordert, den Aufruf nach dem Schneeballprinzip weiterzuverbreiten. Das Ziel von StranoNet war es zum einen, auf diese Art und Weise möglichst viele weitere Personen auf die Machenschaften der französischen Regierung aufmerksam zu machen. In erster Linie sollte mit der Aktion aber insbesondere die französische Regierung selbst angesprochen und damit davon in Kenntnis gesetzt werden, dass sie die weltweite Kritik der BürgerInnen nicht einfach folgenlos ignorieren kann. Tatsächlich kamen dem Aufruf von StranoNet damals so viele InternetnutzerInnen nach, dass die Webserver der französischen Regierung über einen längeren Zeitraum hinweg völlig blockiert waren. (Vgl. ebd.)
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Internets als politisches Medium ein und stellt die zentralen Forschungsfragen zur demokratischen Teilhabe und digitalen Protestkultur vor.
2. Zu den Begriffen „Öffentlichkeit“ und „Gegenöffentlichkeit“: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen von Öffentlichkeit und politischer Öffentlichkeit im Austausch zwischen Regierenden und Regierten.
3. Das Internet als Raum politischer (Gegen-)Öffentlichkeit: Hier wird die Entwicklung des Internets zum Sozialraum sowie der Vergleich zwischen digitaler Demokratie und Cyberdemokratie analysiert.
4. Protest im Internet: Dieses Kapitel widmet sich den Funktionen von Cyberaktivismus, exemplarischen Fällen wie Netstrikes und Hacktivismus sowie neuen Formen virtueller Protestmedien.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über das Potenzial des Internets für Demokratie sowie die mit digitalem Protest verbundenen Risiken.
Internet, Öffentlichkeit, Gegenöffentlichkeit, Cyberaktivismus, politische Partizipation, digitale Demokratie, Netstrikes, Hacktivismus, soziale Bewegungen, soziale Medien, Protest, Kommunikation, Wissensklufthypothese, digitale Spaltung, Mobilisierung.
Die Bachelorarbeit untersucht die Rolle des Internets als Raum für politische Auseinandersetzungen, Protest und die Bildung von Gegenöffentlichkeit im Kontext der demokratischen Teilhabe.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Öffentlichkeit, die verschiedenen Konzepte der internetgestützten Demokratie sowie die Untersuchung unterschiedlicher Praktiken des digitalen Protests (Cyberaktivismus).
Das primäre Ziel ist es, das demokratische Potenzial des Internets zu bewerten und aufzuzeigen, wie politisch motivierte Gruppen das Medium für ihre Anliegen und die Mobilisierung nutzen.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Untersuchung exemplarischer Fallbeispiele (wie Netstrikes und Fake-Sites), um theoretische Konzepte in der Praxis zu veranschaulichen.
Der Hauptteil analysiert die technischen Strukturen des Internets (Information, Kommunikation, Partizipation), die Formen des Cyberaktivismus (Netstrikes, Hacktivismus) sowie virtuelle Protestmedien (alternative und taktische Medien).
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Cyberaktivismus, (Gegen-)Öffentlichkeit, digitale Demokratie, soziale Bewegungen und politische Partizipation charakterisieren.
Die Arbeit diskutiert, dass technischer Fortschritt nicht automatisch demokratische Verhältnisse schafft; die Verstärkungsthese deutet darauf hin, dass ohne Medienkompetenz und Infrastruktur vorhandene politische Defizite eher verstärkt statt behoben werden.
Netstrikes werden als eine Art „virtuelle Sitzblockade“ beschrieben, die auf Überlastung zielt, während Hacktivismus den gezielten, meist inhaltlichen Eingriff in Systeme oder Quelldateien zur Artikulation von politischem Protest bezeichnet.
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