Bachelorarbeit, 2012
41 Seiten, Note: 1,0
1 Persönliche und bildungspolitische Relevanz
1.1 Persönliche Relevanz
1.2 Bildungspolitische Relevanz
2 Situation der Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland
2.1 Zahlen und Fakten zur Situation
2.2 Ergebnisse der Sinus-Studie über Migranten-Milieus
3 Erklärungsansätze von Bildungsungleichheit und der Beitrag der Rational Choice Theorie
3.1 Erklärungsansätze von Bildungsungleichheit
3.2 Der Beitrag der Rational-Choice Theorie
3.2.1 Der Ansatz von Boudon
3.2.2 Erweiterungen des Modells
3.2.3 Grenzen der Erklärungskraft
4 Ergebnisse ausgewählter Studien
4.1 Die Längsschnittuntersuchung Koala-S
4.1.1 Motive der Eltern bezüglich der Schulwahl
4.1.2 Kosten und Belastungen
4.1.3 Erfolgswahrscheinlichkeit der Abschlüsse
4.1.4 Einfluss der Variablen auf die Bildungsaspirationen
4.1.5 Zusammenhang von Bildungsaspiration, Übergangsempfehlung und Schulübertritt
4.2 Sekundäre Effekte der ethnischen Herkunft am Beispiel türkischstämmiger Kinder
4.2.1 Sekundäre Effekte der ethnischen Herkunft
4.2.2 Übergangsrelevante Ressourcen und Bildungsorientierung
4.2.3 Diskriminierung und Verbindlichkeitsgrad der Grundschulempfehlung
4.3 LAU - Aspekte der Lernausgangslage und der Lernentwicklung
4.3.1 Schulleistungen und die Empfehlungspraxis der Lehrkräfte
4.3.2 Die Übergangsentscheidung der Eltern
4.4 Empfehlungsstatus, Lehrerempfehlung und Übergangsentscheidung
5 Zusammenfassung und Fazit
6 Ausblick
Die Arbeit untersucht die Mechanismen der Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund am Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe. Ziel ist es, anhand der Rational Choice Theorie zu analysieren, wie soziale und ethnische Herkunft Entscheidungsprozesse von Eltern und Lehrkräften beeinflussen und welche Rolle Bildungsinvestitionen sowie wahrgenommene Erfolgsaussichten spielen.
3.2.1 Der Ansatz von Boudon
Die bildungssoziologische Forschung legt in ihren Untersuchungen zum mangelnden Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund in erster Linie den Schwerpunkt auf die individuellen Merkmale der Schüler und ihres familiären Hintergrundes. Allerdings ist zu erkennen, dass eine solch einseitige Sichtweise von Defiziten der Schüler oder ihres ethnischen und kulturellen Hintergrundes nur eine sehr geringe Erklärungskraft besitzt. Somit müssen auch Ursachen auf Seiten des Bildungssystems berücksichtigt werden (vgl. Diefenbach 2007). Es mangelt allerdings bisher an Studien, die familiäre und institutionelle Faktoren in Verbindung zueinander setzen (vgl. Ditton 2007). Zudem ist die Befundlage speziell zu Prozessen von Bildungsentscheidungen an Übergängen sehr dünn. Eine Kombination dieser Aspekte beinhaltet die Rational Choice Theorie des französischen Soziologen Raymond Boudon. Er geht dabei von den Annahmen der Humankapitaltheorie aus, bezieht dagegen aber auch die Handlungssituation an den Entscheidungsschwellen mit ein (vgl. Bellin 2009).
Boudons Gedanken entstanden aus der Kritik an der kulturalistischen Annahme amerikanischer Sozialforscher, die den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten spezifische Wertvorstellungen zuschreiben, aus denen die verschiedenen Bildungsziele resultieren. Danach setzen sich Schüler von Arbeitereltern von Anfang an niedrigere Bildungsabschlüsse als Ziel, als Schüler der Mittelschicht, da für sie ein sicherer Arbeitsplatz und frühes Einkommen wichtiger sind, als persönlichen Interessen nachgehen zu können. Boudon aber stellte fest, dass die Erklärung von ungleichen Bildungschancen der Jugendlichen durch kulturelle Unterschiede unzureichend ist. Er führte dagegen die vom sozioökonomischen Status abhängigen Bildungsentscheidungen der Eltern auf unterschiedliche Kosten und Erträge zurück, die für das Bildungsziel ihrer Kinder auf sie zukommen. Demnach wird diejenige Alternative gewählt, die mit dem höchsten Nutzen verbunden zu sein scheint (vgl. Boudon 1974). Damit betont er die rationale, auf maximalen Nutzen gerichtete Entscheidungsfindung bei der Bildungswahl (vgl. Hopf 2010).
1 Persönliche und bildungspolitische Relevanz: Einleitung in die Thematik durch die persönliche Motivation der Autorin und die aktuelle bildungspolitische Brisanz der Bildungsbenachteiligung.
2 Situation der Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland: Statistische Einordnung der Zielgruppe sowie Differenzierung durch die Sinus-Studie über Migranten-Milieus.
3 Erklärungsansätze von Bildungsungleichheit und der Beitrag der Rational Choice Theorie: Theoretische Fundierung durch Erläuterung von Bildungsungleichheit, dem Modell von Boudon sowie Erweiterungen und Grenzen der Rational-Choice-Ansätze.
4 Ergebnisse ausgewählter Studien: Empirische Analysen der Koala-S Längsschnittstudie, Untersuchungen zu türkischstämmigen Kindern sowie Erkenntnisse der LAU-Studie und zum Empfehlungsstatus.
5 Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Fragestellung der Arbeit.
6 Ausblick: Diskussion möglicher reformpädagogischer Maßnahmen und Anforderungen an zukünftige Bildungsforschung.
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Rational Choice Theorie, Bildungsübergang, Primarbereich, Sekundarbereich, soziale Herkunft, Bildungsaspirationen, Lehrerempfehlung, Bildungsungleichheit, Schulwahl, Humankapital, Bildungsentscheidungen, primäre Herkunftseffekte, sekundäre Herkunftseffekte.
Die Arbeit untersucht, warum Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem häufig benachteiligt sind, insbesondere beim Übergang von der Grundschule in weiterführende Schulen.
Im Zentrum stehen die soziale und ethnische Herkunft, Bildungseffekte bei Migrantenfamilien, institutionelle Rahmenbedingungen des Schulübergangs sowie die Auswirkungen von elterlichen Entscheidungen.
Das Ziel ist es, mit Hilfe der Rational Choice Theorie zu ergründen, welche Faktoren die Bildungsentscheidungen am Übergang zur Sekundarstufe beeinflussen und warum Disparitäten entstehen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und Synthese aktueller bildungssoziologischer Studien und Modelle (z.B. Koala-S, LAU, Boudon) basiert.
Der Hauptteil analysiert theoretische Erklärungsansätze zur Bildungsungleichheit und wertet ausgewählte Längsschnittstudien aus, um die Wirksamkeit von primären und sekundären Herkunftseffekten zu untersuchen.
Wichtige Begriffe sind Bildungsbenachteiligung, Rational Choice Theorie, Bildungsaspirationen, Herkunftseffekte und der Übergang von der Primar- zur Sekundarstufe.
Sie dient als Basismodell, um Entscheidungen als eine rationale Kosten-Nutzen-Abwägung der Eltern zu verstehen, die von Erfolgswahrscheinlichkeiten und angestrebten Bildungszielen abhängt.
Nein, die Autorin zeigt auf, dass das Modell bei Migrantenfamilien an Grenzen stößt, da diese oft eine besonders hohe, teils idealisierte Bildungsmotivation aufweisen, die nicht rein rationalen ökonomischen Mustern folgt.
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