Diplomarbeit, 2003
128 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1 Begriffliche Erläuterungen
1.1 Berufsbildung
1.2 Die erste Schwelle
1.3 Was ist ein Übergang?
1.4 Der Übergangsprozess und das Übergangssystem
2 Schulische Bildungswege in Hessen und damit verbundene Übergangsprobleme
3 Was ist Benachteiligung?
3.1 Benachteiligungen, die mit der Person zu tun haben
3.1.1 Soziale Herkunft
3.1.2 Schulische Vorbildung
3.1.3 Geschlecht
3.1.4 Nationalität
3.1.5 Auswirkungen der Benachteiligung
3.2 Marktbenachteiligte
3.3 Fazit
4 Ausbildungsplatzbilanz
4.1 Begriffliche Erläuterungen
4.2 Ausbildungsinteressen und Realisierung Jugendlicher im Übergang
4.3 Entwicklungen in Hessen
4.4 Fazit
5 Alternative Verbleibsmöglichkeiten Jugendlicher
5.1 Berufsgrundbildungsjahr (BGJ), Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) und Berufsfachschulen (BFS)
5.2 Berufs(ausbildungs)vorbereitende Bildungsmaßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit (BvB)
5.2.1 Entwicklung der BvB
5.2.2 Aufgaben und Ziele von BvB
5.2.3 Inhalte der Maßnahmen
5.2.4 Funktion der Maßnahmen
5.3 Maßnahmenangebote der Bundesanstalt für Arbeit
5.3.1 tip- Lehrgang (testen- informieren- probieren)
5.3.2 Grundausbildungslehrgang (G)
5.3.3 Förderlehrgang (F)
5.3.4 Lehrgang zur Verbesserung beruflicher Bildungs- und Eingliederungschancen (BBE)
5.3.5 Weitere Maßnahmen
5.4 Kritische Betrachtung der Berufsvorbereitung
5.5 Fazit
6 Betriebliche Veränderungen und neue Anforderungen
6.1 Schulische Vorbildung als Anforderungskriterium
6.2 Berufliche Handlungskompetenz als Anforderungskriterium
7 Gründe des Ausbildens und Nichtausbildens von Betrieben
7.1 Kosten einer Berufsausbildung
7.2 Nutzen einer Berufsausbildung
7.3 Demographische Entwicklungen als Aspekt für Berufsausbildung und ihre Auswirkungen
8 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des Übergangs von Jugendlichen aus der allgemeinbildenden Schule in die Berufsbildung. Dabei stehen die Ursachen für das Scheitern an der sogenannten ersten Schwelle sowie die betriebliche Perspektive im Zentrum, um zu klären, welche Faktoren den Zugang zu einer dualen Ausbildung behindern oder erleichtern.
Betriebliche Veränderungen und neue Anforderungen
Im Zuge tiefgreifender sozialer, beruflicher und gesellschaftlicher Wandlungsprozesse rückt der Mensch immer mehr in den Vordergrund der Betrachtung. Arbeitsteilige Produktionsprozesse in hierarchisch gegliederten Unternehmen werden zunehmend von flachen, dezentralen Strukturen abgelöst. Diese Dezentralisierung erfordert von einzelnen Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung und selbstständiges Handeln.
Für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ist die effiziente Nutzung und Förderung des Humankapitals ein wichtiges strategisches Ziel zur Schaffung von internen Erfolgspotentialen geworden. Dies sind Unternehmenselemente und –beziehungen, aus deren Nutzung die Unternehmung einen signifikanten Erfolg ziehen kann. Interne Potentiale sind Voraussetzung für die Schaffung und Nutzung externer Potentiale, also Gewinn- und Umsatzpotentiale, die letztlich für den Unternehmenserfolg entscheidend sind. (vgl. Link/ Gerth/ Voßbeck, 2000, S. 20)
Bedarfsadäquate Ausbildung ist m.E. ein Hauptweg zur Förderung betrieblichen Humankapitals. Nicht nur, dass der Jugendliche durch seine Ausbildung für den Betrieb nutzbares Fachwissen erlangt, zudem „wächst“ er in die Moral und Unternehmenskultur hinein.
Die Gesellschaft hat sich von einer Industriegesellschaft zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft gewandelt. Das Wissen an sich hat rasant zugenommen, es verdoppelt sich nach Expertenmeinung innerhalb von fünf Jahren. Zugleich wird die Halbwertszeit des Wissens immer kürzer, d.h. erworbenes Wissen veraltet wiederum schneller als bisher. (vgl. Rützel, 2000, S. 10- 14)
1 Begriffliche Erläuterungen: Definition zentraler Begriffe wie Berufsbildung und die Beschreibung der sogenannten ersten Schwelle als Barriere beim Übergang.
2 Schulische Bildungswege in Hessen und damit verbundene Übergangsprobleme: Analyse der Selektionsprozesse im Schulsystem und deren Auswirkungen auf die zukünftigen Bildungschancen.
3 Was ist Benachteiligung?: Differenzierte Betrachtung von Faktoren, die Jugendliche beim Übergang in die Ausbildung benachteiligen, inklusive sozialer Herkunft und Bildungsstand.
4 Ausbildungsplatzbilanz: Untersuchung der aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt anhand von Angebots- und Nachfragestatistiken.
5 Alternative Verbleibsmöglichkeiten Jugendlicher: Vorstellung verschiedener Bildungsmaßnahmen der Bundesanstalt für Arbeit und anderer Wege zur Überbrückung von Übergangsschwierigkeiten.
6 Betriebliche Veränderungen und neue Anforderungen: Erörterung wie sich geänderte Anforderungen in Unternehmen auf das Anforderungsprofil an Auszubildende auswirken.
7 Gründe des Ausbildens und Nichtausbildens von Betrieben: Analyse der Kosten-Nutzen-Relationen für Betriebe und der Rolle demographischer Faktoren.
8 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Plädoyer für eine stärkere Praxisorientierung und individuelle Förderung.
Berufsbildung, erste Schwelle, Benachteiligung, Ausbildungsvorbereitung, duales System, Humankapital, Bildungsstatistik, Schlüsselqualifikationen, Übergangssystem, Jugendarbeitslosigkeit
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen für Jugendliche beim Übergang von der allgemeinbildenden Schule in die duale Berufsausbildung in Deutschland, mit besonderem Fokus auf die Situation in Hessen.
Die Themen umfassen die Selektionsmechanismen des Schulsystems, die Definition von Benachteiligung, die Rolle der betrieblichen Anforderungen und die Bedeutung staatlicher berufsvorbereitender Maßnahmen.
Das Ziel ist es, die Ursachen für das Scheitern von Jugendlichen an der ersten Schwelle zu identifizieren und aufzuzeigen, wie sich betriebliche Erwartungen und ökonomische Rahmenbedingungen auf diese Gruppe auswirken.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse sowie die Auswertung statistischer Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung, der Bundesanstalt für Arbeit und des Kultusministeriums.
Der Hauptteil behandelt neben den Begrifflichkeiten und schulischen Wegen vor allem die verschiedenen benachteiligenden Faktoren, die Ausbildungsplatzbilanz und eine detaillierte Auseinandersetzung mit berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Berufsbildung, erste Schwelle, Benachteiligung, Übergangssystem und Qualifizierungsanforderungen beschreiben.
Das Handwerk stellt eine klassische Domäne für Jugendliche mit Hauptschulabschluss dar, ist aber gleichzeitig stark von Ausbildungsabbrüchen und Lehrstellenrückgängen betroffen, was die Zielgruppe der Arbeit direkt betrifft.
Der demographische Wandel führt zu einem sinkenden Angebot an jungen Arbeitskräften, was langfristig den Fachkräftemangel verschärft und aus Sicht der Autorin die Notwendigkeit unterstreicht, auch benachteiligte Jugendliche besser zu qualifizieren.
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