Hausarbeit, 2012
16 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Bezugsrahmen
3. Historischer Kontext und Verhandlungsziele
4. Einfluss des Zwei-Ebenen-Spiels auf die Camp-David-Verhandlungen
4.1 Sadats Besuch in der Knesset
4.2 Einfluss der politischen Systeme auf die Verhandlungen
4.3 Einfluss der amerikanischen Rolle als Mediator
5. Resümee
Die Arbeit untersucht die Camp-David-Verhandlungen von 1978 und hinterfragt dabei die neorealistische Annahme einer strikten Trennung von Außen- und Innenpolitik. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie innenpolitische Zwänge und die unterschiedliche Verfasstheit der beteiligten politischen Systeme die Verhandlungsergebnisse maßgeblich beeinflussten und dabei die Bedeutung des Two-Level-Games-Ansatzes hervorzuheben.
4.2 Einfluss der politischen Systeme auf die Verhandlungen
Während der zwölftägigen Verhandlungen in Camp David, spielten beide Verhandlungsparteien die innenpolitische Karte gezielt aus und versuchten so Zugeständnisse von ihrem Gegenüber zu erlangen. Dabei stellte sich die unterschiedliche Beschaffenheit der politischen Systeme Israels und Ägyptens als ein Faktor heraus, der in den Verhandlungen zugunsten Israels wirkte.
Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Ländern zu der Zeit, lag im Grad der Zentralisierung des politischen Systemen und der damit verbundenen Konzentration der Macht. Das Regierungssystem Ägyptens war stark zentralisiert und auf die Figur des Präsidenten zugeschnitten. Er konnte alle wichtigen Entscheidungen frei und souverän treffen. Sein Machtfundament stellte dabei das Militär dar, welches 1952 in einem Staatsstreich sich der Kontrolle des Staates bemächtigt hatte. Zwar wurden 1976 zum ersten Mal halbwegs freie Parlamentswahlen abgehalten, doch wäre es falsch von einer Volkssouveränität zu sprechen, zumal die Medien im Land von der Regierung kontrolliert wurden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Camp-David-Abkommens ein und formuliert die These, dass innenpolitische Faktoren und die Systemstruktur der Staaten den Verhandlungsprozess entscheidend geprägt haben.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Hier wird der Two-Level-Games-Ansatz von Robert Putnam erläutert, der die wechselseitige Abhängigkeit zwischen nationalen Interessen und internationalen Verhandlungen als zentrales Analysekonzept definiert.
3. Historischer Kontext und Verhandlungsziele: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung des Nahost-Konflikts von 1967 bis 1973 und beschreibt die strategischen Ziele der beteiligten Akteure vor dem Hintergrund des Kalten Krieges.
4. Einfluss des Zwei-Ebenen-Spiels auf die Camp-David-Verhandlungen: Dieser Hauptteil analysiert spezifische Verhandlungsaspekte, darunter Sadats Knesset-Besuch, die Machtasymmetrien durch die unterschiedlichen politischen Systeme und die Rolle der USA als Vermittler.
5. Resümee: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass die Berücksichtigung innenpolitischer Faktoren essenziell für das Verständnis der Verhandlungsergebnisse ist und bewertet das Abkommen als einen Erfolg für Israel in Bezug auf die strittigen Siedlungsfragen.
Camp David, Two-Level-Games, Robert Putnam, Nahost-Konflikt, Außenpolitik, Innenpolitik, Ägypten, Israel, Verhandlungsstrategie, Win-Set, Diplomatie, Anwar al-Sadat, Menachem Begin, Jimmy Carter, Internationale Beziehungen.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Camp-David-Verhandlungen von 1978 und untersucht, wie innenpolitische Rahmenbedingungen das Verhalten der beteiligten Staaten beeinflussten.
Im Zentrum stehen die Außenpolitik Ägyptens und Israels, der Einfluss der jeweiligen politischen Systeme auf die Diplomatie sowie die Rolle der USA als Vermittler im Kalten Krieg.
Es wird untersucht, inwiefern innenpolitische Faktoren und die Struktur des politischen Systems eines Staates die internationale Verhandlungsposition beeinflussen und die neorealistische Theorie der Trennung von Innen- und Außenpolitik in Frage stellen.
Die Arbeit nutzt den Two-Level-Games-Ansatz nach Robert Putnam als theoretischen Bezugsrahmen, um die Verhandlungen systematisch zu dekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert den Besuch von Anwar al-Sadat in der Knesset, die strukturellen Unterschiede zwischen dem zentralisierten ägyptischen und dem parlamentarischen israelischen System sowie die Vermittlungsstrategien von US-Präsident Carter.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Win-Set, Bargaining-Prozess, Verhandlungsasymmetrie, Machtkonzentration und strategische Diplomatie.
Die starke Zentralisierung der Macht beim Präsidenten Sadat verhinderte es, dass er innenpolitische Restriktionen glaubhaft als Verhandlungsvorwand nutzen konnte, während dies der israelischen Seite mit ihrem dezentralen System gelang.
Carter wird als Vermittler dargestellt, der zwar ein ehrlicher Makler sein wollte, jedoch aufgrund seines persönlichen Bedürfnisses nach einem politischen Erfolg und seiner Wiederwahlchancen dazu neigte, den Friedensprozess auch durch Zugeständnisse an Israel zu forcieren.
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