Bachelorarbeit, 2012
61 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definitionen und geschichtlicher Wandel des Autismusbegriffes
3. Autismus-Spektrum-Störungen
3.1 Frühkindlicher Autismus
3.1.1 Diagnosekriterien nach ICD-10 und DSM-IV
3.1.2 Epidemiologie
3.1.3 Symptomatik
3.1.4 Diagnostik
3.1.5 Verlauf und Prognose
3.2 Asperger-Syndrom
3.2.1 Diagnosekriterien nach ICD-10 und DSM-IV
3.2.2 Epidemiologie
3.2.3 Symptomatik
3.2.4 Diagnostik
3.2.5 Verlauf und Prognose
4. Entwicklungsstörungen autistischer Kinder und daraus entstehende soziale Probleme
4.1 Besonderheiten der verbalen und nonverbalen Kommunikation
4.2 Auffälligkeiten im Sozialverhalten
4.3 Stereotypes und repetitives Verhalten
4.4 Kognitive Entwicklung, Spezialinteressen und Begabungen
5. Ätiologie
5.1 Genetische Faktoren
5.2 Hirnschädigungen und Hirnfunktionsstörungen
5.3 Biochemische Besonderheiten
5.4 Ungewöhnliche Gewichtsregulation
5.5 Schädigungen durch Impfungen
6. Förderung autistischer Kinder durch die Soziale Arbeit
6.1 Förderung sozialer und kommunikativer Kompetenzen
6.2 Der TEACCH-Ansatz
6.3 Grundlagen und Zielsetzungen des TEACCH-Ansatzes
6.4 Grundsätze des TEACCH-Ansatzes
6.5 Anwendung in der Sozialen Arbeit
6.6 Kritik
7. Zusammenfassung
Die Bachelorarbeit zielt darauf ab, den frühkindlichen Autismus und das Asperger-Syndrom gegenüberzustellen, um signifikante Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Im Fokus steht dabei die Frage, wie SozialarbeiterInnen durch methodische Programme, insbesondere den TEACCH-Ansatz, betroffene Kinder bei der Kompensation ihrer Symptome unterstützen können.
Besonderheiten der verbalen und nonverbalen Kommunikation
„Die Diagnose 'frühkindlicher Autismus' oder 'Asperger-Syndrom' ist stets mit Auffälligkeiten im Bereich der Kommunikation verbunden“ (Kuhles 2007, 40). In dem Klassifikationsinstrument ICD-10 ist dies mit der „qualitativen Auffälligkeit der Kommunikation“ (Dilling u.a. 2005, 177) beschrieben. Folgernd ist nicht relevant, ob oder wie oft diese Auffälligkeiten auftreten, sondern auf welche Art und Weise AutistInnen Kommunikation nutzen. Problematiken in der Interaktion mit anderen Personen ist oftmals verbunden mit Beeinträchtigungen der Kommunikation. Da AutistInnen nur begrenzt verbale sowie nonverbale Signale deuten beziehungsweise sich selbst oftmals nicht ausdrücken können, gestaltet sich der Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen als komplex.
Wie bereits erwähnt, bleibt die Hälfte aller Kinder mit frühkindlichem Autismus mutistisch. „Jene, die trotz der verzögerten Sprachentwicklung im Kindesalter über gute sprachliche Kompetenzen verfügen, sind oftmals schwer von denen mit dem Asperger-Syndrom zu unterscheiden“ (Kuhles 2007, 41). Außerdem weist die andere Hälfte der Kinder mit frühkindlichem Autismus unterschiedliche Sprachabnormitäten auf.
Ein Beispiel hierfür ist die Echolalie, unter welcher drei Viertel der Kinder mit der Diagnose frühkindlicher Autismus leidet. Hierbei werden vorgesprochene Sätze oder Worte der Eltern oder anderen Bezugspersonen wiederholt. Die Echolalie erfüllt durchaus positive Funktionen. Zum einen fällt es leichter, Dinge zu benennen beziehungsweise etwas zu erfragen, zum anderen wird dies als Kommunikationsversuch gewertet (Häußler 2012, 42). Dies kann auch bei nicht AutistInnen im Sprachentwicklungsverlauf vorkommen - allerdings nur für einen kurzen Zeitraum - „(...) denn ohne Imitation der Elternsprache kann kein Kind sprechen lernen“ (Kusch 2001, 32). Bei AutistInnen dauert die Echolalie über mehrere Jahre hinweg an. Dabei spricht das Kind die Worte in gleicher Sprachmelodie, wie sein Gegenüber. Die pronominale Umkehr ist eine weitere Spracheigentümlichkeit autistischer Kinder. Hierbei werden die Personalpronomen ich und du verwechselt beziehungsweise nicht korrekt zugeordnet.
1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung sowie der methodischen Vorgehensweise bei der Erstellung der Arbeit.
2. Definitionen und geschichtlicher Wandel des Autismusbegriffes: Nachzeichnung der historischen Entwicklung der Begriffe Autismus, frühkindlicher Autismus und Asperger-Syndrom.
3. Autismus-Spektrum-Störungen: Detaillierte Darstellung der Störungsbilder, ihrer Diagnostik nach ICD-10/DSM-IV, Symptomatik sowie epidemiologischer Daten und Verlaufsprognosen.
4. Entwicklungsstörungen autistischer Kinder und daraus entstehende soziale Probleme: Untersuchung der spezifischen Kommunikationsbeeinträchtigungen, Verhaltensauffälligkeiten und kognitiven Besonderheiten.
5. Ätiologie: Darstellung aktueller wissenschaftlicher Hypothesen zur Entstehung von Autismus, inklusive genetischer, biologischer und neurologischer Faktoren.
6. Förderung autistischer Kinder durch die Soziale Arbeit: Eingehende Analyse des TEACCH-Ansatzes, seiner Anwendung in der Praxis sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Fördermethoden.
7. Zusammenfassung: Resümee der zentralen Ergebnisse und Beantwortung der eingangs formulierten Fragestellungen zur Förderung von AutistInnen.
Autismus-Spektrum-Störungen, frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, TEACCH-Ansatz, Soziale Arbeit, Kommunikation, Sozialverhalten, Diagnostik, Symptomatik, Ätiologie, Förderung, Inklusion, Theory of Mind, Verhaltensauffälligkeiten, Ressourcenorientierung.
Die Arbeit untersucht die beiden Störungsbilder frühkindlicher Autismus und Asperger-Syndrom, vergleicht deren Charakteristika und erörtert Möglichkeiten der professionellen Förderung durch die Soziale Arbeit.
Zu den Schwerpunkten zählen die Diagnosekriterien, die Symptomatologie, die Ursachenforschung sowie der gezielte Einsatz des TEACCH-Ansatzes zur Förderung sozialer und kommunikativer Kompetenzen.
Das primäre Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Autismus-Formen aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie SozialarbeiterInnen autistische Kinder im Alltag professionell unterstützen und begleiten können.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung wissenschaftlicher Datenbanken (z. B. DBIS, GVK), der Analyse aktueller Forschungsberichte sowie Gesprächen mit Betroffenen und Fachkräften.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Definitionen, Diagnostikinstrumente (ICD-10, DSM-IV), Ätiologie, die damit verbundenen Entwicklungsstörungen und die konkrete praktische Anwendung des TEACCH-Programms.
Zentrale Begriffe sind Autismus-Spektrum-Störungen, TEACCH-Ansatz, soziale Kompetenz, Symptomkompensation, Ressourcenorientierung und die Rolle der Sozialen Arbeit.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Sprachentwicklung und Intelligenz: Während beim frühkindlichen Autismus oft gravierende Sprachverzögerungen und geistige Retardierungen auftreten, weisen Asperger-AutistInnen eine normale bis hohe Intelligenz ohne allgemeine Sprachverzögerung auf.
Der Ansatz ist bedeutsam, da er lebensbegleitende Unterstützung bietet, stark ressourcenorientiert arbeitet und durch seine Strukturierung autistischen Kindern ermöglicht, sich in ihrer Lebenswelt besser zu orientieren und teilzuhaben.
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