Bachelorarbeit, 2011
43 Seiten, Note: 1,3
1. Frauenmigration aus der Türkei
1.1 Die „erste“ Frauengeneration in den Jahren 1961 bis 1973.
1.1.1 Möglichkeiten des Spracherwerbs
1.2 Die „erste“ Frauengeneration im Rahmen der Familienzusammenführung
1.2.1 Möglichkeiten des Spracherwerbs
2. Mangelnde Sprachkompetenz als Behinderung im sozialen Alltag
3. Altern im Immigrationsland Deutschland
3.1 Aufrechterhaltung der Rückkehr-Illusion
3.2 Migrantinnen in der dritten Lebensphase
3.3 Vermögen und Einkommen
3.4 Wohnen im Alter
3.5 Soziale Netzwerke und soziale Integration
3.6 Bildung und Arbeit
3.7 Gesundheit
4. Die Interviews
4.1 Qualitative Sozialforschung und das Experteninterview
4.1.1 Durchführung des Experteninterviews
4.2 Interview 1: Zeliha (63) erzählt ihre Geschichte.
4.3 Interview 2: Nebile (54) erzählt ihre Geschichte
4.4 Interview 3: Gürcü (58) erzählt ihre Geschichte
4.5 Interview 4: Semire (54) erzählt ihre Geschichte
5. Sprachbedarf
5.1 Sprachkurse für ältere Türkinnen
5.2 Auszug an Angeboten der Stadt Wetzlar
5.2.1 Volkshochschule in Wetzlar
5.2.2 Angebote im Quartier Wetzlar-Niedergirmes
5.2.3 Projekt Soziale Stadt Wetzlar-Niedergirmes
5.2.4 Frauenkurs für Migrantinnen des Internationalen Bundes
Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Lebenssituation sowie die spezifischen Kommunikationsschwierigkeiten älterer türkischer Migrantinnen der ersten Generation in Deutschland. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die biographischen Hintergründe und die aktuellen Herausforderungen dieser Frauen zu gewinnen, um bedarfsgerechte soziale Angebote und Sprachfördermaßnahmen zu entwickeln.
4.2 Interview 1: Zeliha (63) erzählt ihre Geschichte.
Zelihas Ehemann, der zunächst 10 Jahre allein in Deutschland lebte, brachte seine am Rücken erkrankte 28 jährige Frau und seine drei Kinder im Jahr 1976 nach Deutschland. In der Wohnung, die sie damals von einer anderen türkischen Familie übernahmen, gab es nur ein altes Sofa und einen Tisch. Im Haus lebten nur deutsche Familien. Eine Frau aus dem Haus kümmerte sich um Zeliha und kaufte ihr ein Wörterbuch. „Frau Kramer besuchte mich und sprach mit mir auf Deutsch, und ich schlug im Buch nach. Ich zeigte z.B. auf ein Glas und sie sagte mir das deutsche Wort. Ich servierte ihr immer Speisen und Getränke. Sie übersetze mir immer alles. Und ich benutzte das Buch. Ich fing an gut zu begreifen, weil ich noch jung war, nahm mein Gehirn alles auf.“
Nach ungefähr einem Jahr Aufenthalt in Deutschland kam Zeliha ins Krankenhaus wegen eines Nierensteins, Frau Kramer besuchte sie und brachte das Wörterbuch mit. Zeliha begann dort bereits mit ihren Sprachkenntnissen auszuhelfen. „Ich dolmetschte sogar mit den wenigen Kenntnissen für eine andere Frau, die das gleiche hatte wie ich“ Danach musste sie wegen ihrem Rückenleiden drei Wochen in die orthopädische Klinik nach Braunfels. Mit Zeichensprache und wenigen Wörtern konnte sie sich mit den Schwestern verständigen. Sie erzählt, wie sie das gemacht hat „z. B auf die Uhr zeigen und unten baden sagen.“
Sie konnte auch viel vom deutschen Fernsehen lernen, da es damals noch nicht solch eine große Programmvielfalt im türkischen Fernsehen gab, und sie daher oft deutsche Filme ansah. Sie glaubt, dass sie vieles lernen konnte, da sie damals jung war und schnell verstanden habe. Die deutsche Frau Kramer hatte ihr in der Nähe einen Garten besorgt, und dort konnte sie sehr viel Gemüse anpflanzen. Sie hatte dann auch noch eine türkische Nachbarin, mit der sie sich oft unterhalten hat. Zeliha und ihre Familie bekamen auch aus der Türkei Besuch aber auch aus Wetzlar und der Umgebung erhielten sie viel türkischen Besuch, so dass sie meistens Türkisch sprachen. Aber sie lud auch immer deutsche Nachbarinnen zum Essen ein.
1. Frauenmigration aus der Türkei: Dieses Kapitel skizziert die Geschichte der Anwerbung türkischer Frauen und die anfänglichen, limitierten Möglichkeiten zum Spracherwerb.
2. Mangelnde Sprachkompetenz als Behinderung im sozialen Alltag: Hier wird thematisiert, wie fehlende Deutschkenntnisse zu gesellschaftlicher Exklusion und mangelnder Partizipation führen.
3. Altern im Immigrationsland Deutschland: Das Kapitel beleuchtet die sozioökonomische Lebenssituation älterer Migranten sowie Themen wie Rückkehr-Illusion, Wohnen, Gesundheit und soziale Netzwerke.
4. Die Interviews: In diesem Teil werden die methodischen Grundlagen der qualitativen Experteninterviews erläutert und die persönlichen Geschichten von vier Migrantinnen der ersten Generation dokumentiert.
5. Sprachbedarf: Das letzte Kapitel analysiert den spezifischen Sprachbedarf älterer Türkinnen und stellt beispielhaft Angebote der Stadt Wetzlar sowie Anforderungen an effektive Sprachkurse vor.
Soziale Arbeit, Migration, erste Generation, türkische Frauen, Spracherwerb, Altern in der Fremde, Integration, Experteninterview, Kommunikationsschwierigkeiten, Sprachbedarf, Soziale Netzwerke, Familienzusammenführung, Wetzlar, Lebenslage, Frauengeneration.
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von türkischen Migrantinnen der ersten Generation, die im Alter in Deutschland leben, und beleuchtet insbesondere deren kommunikative Herausforderungen.
Zu den Kernbereichen gehören die Migrationsgeschichte, das Altern in der Diaspora, die Rolle der deutschen Sprache für die soziale Teilhabe sowie die Wirksamkeit von Sprachförderprogrammen.
Das Ziel ist es, die spezifischen Bedürfnisse dieser Frauengruppe aufzuzeigen, um für die Soziale Arbeit fundierte Erkenntnisse für die Gestaltung zukünftiger, zielgruppengerechter Angebote zu gewinnen.
Es handelt sich um eine qualitative Sozialforschung, in deren Rahmen vier Experteninterviews mit Migrantinnen der ersten Generation geführt und ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Lebenslagen älterer Migranten sowie die empirische Dokumentation und Analyse der geführten Interviews.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Frauenmigration, Sprachbarrieren, Altern in Deutschland, soziale Integration und bedarfsgerechte Sprachförderung.
Die Frauen berichten von sehr informellen Lernwegen, wie etwa durch das Fernsehen, durch Kontakte in der Nachbarschaft oder während ihrer Erwerbstätigkeit, da organisierte Sprachkurse für sie lange Zeit kaum zugänglich oder nicht vorhanden waren.
Die Vorstellung einer Rückkehr in die Heimat fungierte oft als psychologischer Rettungsanker, der half, den schwierigen Status im Immigrationsland zu ertragen, verhinderte jedoch gleichzeitig eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der langfristigen Integration.
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