Hausarbeit, 2011
13 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Wielands Verhältnis zum Patriotismus
2.1 Das Verhältnis Wielands zum Patriotismus vor der französischen
2.2 „Ueber teutschen Patriotismus. Betrachtungen, Fragen und Zweifel“ (1793)
3. Fazit
4. Literaturverzeichnis
4.1 Quellen
4.2 Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Haltung von Christoph Martin Wieland gegenüber dem deutschen Patriotismus im Kontext der Aufklärung und der Französischen Revolution. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie Wieland den Patriotismus als eine Stufe zum Kosmopolitismus definierte und inwieweit er sich von zeitgenössischen, national aufgeladenen Strömungen abgrenzte.
2.1 Das Verhältnis Wielands zum Patriotismus vor der französischen Revolution
Christoph Martin Wielands Verhältnis zum deutschen Patriotismus sei niemals beständig, sondern stets veränderlich gewesen. Tatsächlich ist „das Wortfeld Patriotismus, Vaterland etc. […] beim frühen Wieland sehr undifferenziert und in wenig spezifischer Bedeutung“ zu finden, denn das patriotische Verhalten in den 50er und 60er Jahren des 18. Jahrhunderts sei vielmehr ein Teil der allgemein aufklärerischen Tätigkeit gewesen. Generell könne der Patriotismus jener Zeit eher als semi-politisch betrachtet werden und bekommt bei den Aufklärern, im Vergleich zu ihren anderen Zielen, eine eher sekundäre Bedeutung zugeschrieben. Semi-Politisch deshalb, weil es auch Forderungen nach Toleranz und Wahrheit, vernünftigeren Denken und Handeln, sowie die Förderung des Guten im Menschen als geistesgeschichtliche Erwartungen gegeben habe. Die Wissenschaft, Religion und Ethik befreiten sich von der Vormundschaft der Theologie. Das Denken wurde weltlicher und fragte nach den Bedingungen des Lebens. Das Glück der Menschen im Diesseits war zum Gegenstand der aufklärerischen Denkweise geworden und verband sich dann, in zweiter Linie, auch mit dem staatlichen Handeln.
In der Frühaufklärung waren Begriffe wie Patriotismus und Vaterlandsliebe in weiten Teilen des Heiligen Römischen Reiches noch völlig fremd, da „[…] das Bewusstsein der breiten Bevölkerung allenfalls ein lokales bzw. regionales Zusammengehörigkeitsgefühl […]“ kannte. Die später vielfach übersteigerte Nennung des Begriffes „deutsch“, findet sich zur Mitte des 18. Jahrhunderts entweder gar nicht oder in negativer Besetzung, wie es Wieland auf seine Kindheit zurückblickend wiedergibt.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt Christoph Martin Wieland als widersprüchlichen Autor und frühen deutschen Nationalautor vor, dessen Werk eine kritische Auseinandersetzung mit dem Patriotismus prägt.
2. Wielands Verhältnis zum Patriotismus: Dieses Kapitel zeichnet die Wandlung Wielands von einer indifferenten Haltung hin zu einem reflektierten, kosmopolitischen Patriotismus nach.
2.1 Das Verhältnis Wielands zum Patriotismus vor der französischen Revolution: Hier wird erläutert, dass Patriotismus in Wielands früher Schaffensphase eher als allgemein aufklärerische Aktivität und weniger als politisches Programm verstanden wurde.
2.2 „Ueber teutschen Patriotismus. Betrachtungen, Fragen und Zweifel“ (1793): Das Kapitel analysiert Wielands bewusste Abgrenzung von nationalem Fanatismus und seine Neudefinition des Begriffs als liberale, auf Vernunft und Gesetz basierende Haltung.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Wieland Patriotismus stets als Brücke zum Weltbürgertum sah, der den Bürger zum Gemeinsinn erziehen soll.
4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
4.1 Quellen: Verzeichnis der historischen Schriften von Wieland und Zeitgenossen.
4.2 Literatur: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen Monographien und Aufsätze.
Christoph Martin Wieland, Patriotismus, Kosmopolitismus, Aufklärung, Teutscher Merkur, Nationalismus, Weltbürgertum, Französische Revolution, Geistesgeschichte, 18. Jahrhundert, Vaterlandsliebe, Patriotische Schriften, Gemeinsinn, Staatstheorie, deutsche Nation.
Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Patriotismusbegriffs im Werk von Christoph Martin Wieland und dessen Verschränkung mit kosmopolitischen Idealen im 18. Jahrhundert.
Zentrale Themen sind die Aufklärung, das Verhältnis des Individuums zum Staat, die Rezeption der Französischen Revolution sowie die kritische Distanz zu nationalistischen Bewegungen der Epoche.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Wieland den Patriotismus vom bloßen "aufklärerischen Ideal" zu einem liberalen, "kosmopolitischen Patriotismus" weiterentwickelte.
Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte textimmanente Analyse von Wielands Schriften sowie auf eine fundierte Auswertung der einschlägigen Forschungsliteratur.
Im Hauptteil werden Wielands frühe Schriften, seine publizistische Tätigkeit im "Teutschen Merkur" und insbesondere seine Schrift von 1793 hinsichtlich der patriotischen Thematik untersucht.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "Kosmopolitismus", "Wielandscher Patriotismus", "Aufklärungsdiskurs" und "nationale Identität" beschreiben.
Er lehnte es ab, weil er in der Idealisierung der Germanen eine rückwärtsgewandte Nachahmung sah, die den Anforderungen einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft nicht gerecht wurde.
Während Nationalisten oft Feindbilder und kulturelle Überlegenheit propagierten, forderte Wieland einen gerechten Staat, der die Freiheit und das Eigentum aller Bürger schützt und als Stufe zu einem universalen Weltbürgertum fungiert.
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