Bachelorarbeit, 2012
53 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang durch die Untersuchung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Kollektivvertragssystem vs. Selektivverträge
2.1.1 Kollektivvertrag
2.1.2 Selektivverträge
2.1.2.1 Überblick und Beschreibung ausgewählter Selektivverträge
2.1.2.2 Kritische Bewertung gegenüber dem Kollektivvertrag
2.2 Hausarztzentrierte Versorgung
2.2.1 Gesetzliche Grundlage
2.2.2 Historie
2.2.3 HzV-Vertrag der AOK Bayern
2.2.4 Internationale Vorbilder
2.2.5 Vor- und Nachteile für Kostenträger, teilnehmende Ärzte und Patienten
3 Methodik
4 Gesundheitsökonomische Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung
4.1 Rechercheergebnisse
4.2 Studienbeschreibung und Ergebnisse
4.2.1 Primärstudien
4.2.2 Sekundärstudien
4.3 Gesamtfazit und Anregungen für zukünftige Evaluationen
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesundheitsökonomischen Auswirkungen der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) durch einen internationalen Vergleich von Evaluationsstudien. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern das Gatekeeping-Konzept – also der verpflichtende Erstkontakt beim Hausarzt – die Qualität der Gesundheitsversorgung steigern und die Kosten im Gesundheitssystem senken kann.
AQUA-Institut (2008): Evaluation von Hausarztverträgen der Ersatzkassen: Erste Zwischenbilanz in fünf Regionen
Im November 2007 führte das AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH im Auftrag des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen e. V. eine wissenschaftliche Analyse für die HzV-Verträge zwischen Ersatzkassen in den Regionen Hessen, Niedersachsen, Nordrhein, Nordwürttemberg, Westfalen-Lippe und den jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen durch. Der vorliegende Zwischenbericht enthält Routinedaten der beteiligten Krankenkassen aus den Jahren 2005 und 2006, wobei die vollständige Analyse, welche bisher noch nicht veröffentlicht wurde, den Zeitraum 2005 bis 2008 umfassen soll. Aus den Daten konnte entnommen werden, dass die 613.645 Teilnehmer an den o. g. Hausarztverträgen (11,5% der insgesamt einschreibeberechtigten Versicherten) im Vergleich mit allen übrigen Versicherten über 18 Jahren durchschnittlich etwa vier Jahre älter sind sowie häufiger an chronischen Krankheiten leiden, weshalb die Bildung einer Kontrollgruppe mit vergleichbarer Geschlechts-, Alters- und Morbiditätsstruktur erfolgte.
Die Gegenüberstellung der Datensätze verdeutlicht hinsichtlich des Ziels der Hausarztzentrierten Versorgung, die Facharztkonsultationen ohne vorherige Überweisung durch einen Hausarzt zu reduzieren, eine positive Erstentwicklung, da sich dieser Anteil im Durchschnitt von 29,1% (2005) auf 26% (2006) verringerte. Ausgenommen wurden hierbei Überweisungen zu Frauen- und Augenärzten. Der Anteil der HzV-Versicherten, die an Gesundheitspräventionsuntersuchungen teilnahmen, stieg von 2005 auf 2006 um 8,5 Prozentpunkte, in der Kontrollgruppe um 7,9 Prozentpunkte. Im Bereich von Kriterien, welche beispielsweise die Arzneimittelverordnungsqualität oder eine leitliniengerechte Versorgung repräsentieren, weisen die bisherigen Untersuchungen heterogene Entwicklungen auf. Des Weiteren waren die Gesundheitsausgaben der Krankenkassen für stationäre Behandlungen, Heil- und Hilfsmittel sowie Arzneimittel bei eingeschriebenen Versicherten um 28,47 € (2005) bzw. 14,05 € (2006) niedriger als in der Kontrollgruppe. Um eine umfassende Bewertung der Kostenentwicklung zu ermöglichen, müssen, wie in Tabelle 3 dargestellt, die genannten Einsparungen den Mehraufwendungen für die teilnehmenden Hausärzte (12,72 € in 2005 und 24,79 € in 2006 pro Versichertem) gegenübergestellt werden.
1 Einleitung: Einführung in die aktuelle politische Debatte um den Ärztemangel und Vorstellung des Konzepts der Hausarztzentrierten Versorgung als Lösungsansatz.
2 Theoretische Grundlagen: Gegenüberstellung von Kollektivvertrag und Selektivverträgen sowie detaillierte Erläuterung der Struktur und Historie der Hausarztzentrierten Versorgung.
3 Methodik: Erläuterung der systematischen Literaturrecherche und der Kriterien zur Auswahl der untersuchten gesundheitsökonomischen Studien.
4 Gesundheitsökonomische Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung: Detaillierte Analyse und Interpretation der ausgewählten Primär- und Sekundärstudien zur Effektivität von Gatekeeping-Modellen.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Einschätzung der zukünftigen Entwicklungspotenziale der HzV in Deutschland.
Hausarztzentrierte Versorgung, HzV, Gatekeeping, Selektivverträge, Kollektivvertrag, Gesundheitsökonomie, Primärversorgung, Facharztkonsultationen, Versorgungsqualität, Kostenreduktion, Morbidität, Patientenbindung, gesetzliche Krankenversicherung, Gesundheitspolitik, Evaluation.
Die Arbeit analysiert die gesundheitsökonomischen Effekte von Hausarztzentrierten Versorgungsmodellen, bei denen der Hausarzt als Lotse (Gatekeeper) für den Zugang zu fachärztlichen Leistungen fungiert.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Vergleich zwischen dem traditionellen Kollektivvertragssystem und neuen Selektivverträgen, der Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sowie der empirischen Untersuchung von Wirksamkeitsnachweisen der Hausarztmodelle.
Ziel ist es zu klären, ob die HzV durch eine steuernde Koordinationsfunktion die Versorgungsqualität verbessern und gleichzeitig die Gesundheitsausgaben für Kostenträger senken kann.
Der Autor nutzt eine systematische Literaturrecherche und wertet eine Auswahl internationaler sowie deutscher Primär- und Sekundärstudien hinsichtlich ökonomischer und qualitativer Ergebnisparameter aus.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Grundlagenteil und eine umfangreiche Evaluation von zehn Primärstudien sowie zwei systematischen Reviews, die den aktuellen Forschungsstand abbilden.
Wesentliche Begriffe sind Hausarztzentrierte Versorgung (HzV), Gatekeeping, Selektivverträge, Gesundheitsökonomie, Versorgungsqualität, Kostenreduktion und gesetzliche Krankenversicherung.
Der Vertrag ist ein Beispiel für einen Selektivvertrag, der spezifische Qualifikationsanforderungen an Hausärzte stellt, wie beispielsweise Qualitätszirkel-Teilnahme und Mindestausstattung, um die Vergütungsstruktur anzupassen.
Das Fazit ist heterogen: Während eine Reduzierung von Facharztbesuchen häufig belegt ist, variieren Aussagen zu Gesamtkosten und Patientenzufriedenheit stark, was eine allgemeingültige Erfolgsprognose erschwert.
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