Diplomarbeit, 2006
89 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das bedingungslose Grundeinkommen
2.1 Begriffsdefinitionen
2.2 Historische Wurzeln der Grundeinkommensforderung
2.3 Neuere Entwicklungen und Begründungen
2.3.1 Diskussionen in Politik und Medien
2.3.2 Ausgewählte Argumentationsmöglichkeiten
3. Das neoklassische Modell des Arbeitsmarktes
3.1 Das Standardmodell
3.1.1 Arbeitsangebot (Arbeit-Freizeit-Modell)
3.1.2 Arbeitsnachfrage
3.1.3 Arbeitsmarkt und Gleichgewichtslohnsatz
3.2 Das Grundeinkommen im Standardmodell
3.2.1 Wirkung auf das Arbeitsangebot
3.2.2 Die Wirkung auf die Arbeitsnachfrage
3.2.3 Die Wirkung auf den Gleichgewichtslohn am Arbeitsmarkt
4. Gewerkschaftsmodelle
4.1 Gewerkschaften als monopolistische Arbeitsanbieter
4.2 Lohnverhandlungen als Rubinstein-Spiel
4.3 Lohnverhandlungen auf betrieblicher Ebene
4.4 Empirischer Widerspruch zur Gewerkschaftstheorie
5. Effizienzlöhne
5.1 Shirking
5.2 Fluktuationskosten
5.3 Ernährung
5.4 Gift Exchange
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht theoretisch die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Lohnbildung und Arbeitskosten. Dabei werden verschiedene ökonomische Modelle analysiert, um zu klären, ob die Einführung eines solchen Einkommens zu Lohnsteigerungen oder Lohnsenkungen führt, wobei die unterschiedlichen Sichtweisen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern berücksichtigt werden.
1. Einleitung
Neue Ideen, vor allem solche, die noch nicht in der Praxis erprobt wurden, und die zudem im Widerspruch zu Altbekanntem stehen, werden grundsätzlich ablehnend betrachtet und erfahren Widerstand. Dieser Widerstand kann zwar einerseits zu einer Stagnation der Entwicklung, zu einem Verharren im Status quo führen, andererseits zwingt er die Befürworter neuer Ideen aber auch, ihre Vorschläge genau auszuarbeiten und auf ihre Wirkung hin umfassend zu untersuchen [vgl. Büchele/Wohlgenannt (1985:98); Standing (2002:204)].
Eine solche nicht praxiserprobte Idee stellt das bedingungslose und universell garantierte Grundeinkommen dar, zu dessen Analyse diese Arbeit einen Beitrag liefert. Ausgangspunkt der Untersuchung sind zwei sich augenscheinlich widersprechende Aussagen zu den Wirkungen des Grundeinkommens auf die Lohnhöhe (aus Sicht des Arbeitnehmers), beziehungsweise der Arbeitskosten (aus Sicht des Arbeitgebers). Auf der einen Seite steht die Behauptung, seine Einführung verursache ein doppeltes Sinken der Arbeitskosten. Erstens fielen Sozialversicherungsbeiträge weg, da die Leistungen der meisten Sozialversicherungen überflüssig würden, und sie dementsprechend abgeschafft werden könnten. Zweitens könnten ohne größere Widerstände der Arbeitnehmer die Löhne in dem Maße abgesenkt werden, in dem das bedingungslose Grundeinkommen für Einkommen sorge [vgl. Iacobacci/Seccarecci (1989:153); Roberts (1986:102); Werner (2005:4)].
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf Löhne und Arbeitskosten vor und ordnet die Arbeit in den theoretischen Kontext ein.
2. Das bedingungslose Grundeinkommen: Dieses Kapitel definiert den Begriff des bedingungslosen Grundeinkommens, skizziert dessen historische Wurzeln und diskutiert neuere Argumente aus Politik, Medien und Wissenschaft.
3. Das neoklassische Modell des Arbeitsmarktes: Hier wird die Wirkung des Grundeinkommens im neoklassischen Standardmodell untersucht, wobei insbesondere das Arbeitsangebot und die Arbeitsnachfrage betrachtet werden.
4. Gewerkschaftsmodelle: Das Kapitel analysiert, wie sich ein Grundeinkommen auf Lohnverhandlungsprozesse und die gewerkschaftliche Strategiebildung in verschiedenen Modellvarianten auswirkt.
5. Effizienzlöhne: Die Untersuchung befasst sich mit der Frage, wie das Grundeinkommen die theoretische Begründung für Effizienzlöhne in verschiedenen Ansätzen beeinflusst.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse aus den verschiedenen Modellen zusammen und bewertet die unterschiedlichen Prognosen zur Lohnentwicklung.
Bedingungsloses Grundeinkommen, Arbeitsmarkt, Lohnstruktur, Neoklassik, Gewerkschaftsmodelle, Effizienzlöhne, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Sozialpolitik, Armutsbekämpfung, Transferentzugsrate, Lohnbildung, Arbeitsanstrengung, Konsumsteuer, Arbeitslosigkeit.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung der Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf Löhne, Arbeitsmärkte und die Lohnstruktur.
Zentral sind die ökonomische Modellierung von Arbeitsangeboten, die Rolle von Gewerkschaften bei Lohnverhandlungen sowie verschiedene Effizienzlohnansätze im Kontext einer sozialen Grundsicherung.
Das Ziel ist es, mittels einer theoretischen Analyse zu klären, wie sich ein Grundeinkommen auf das Lohnniveau auswirkt und ob es zu Lohnsteigerungen oder Lohnsenkungen führt.
Die Arbeit nutzt das neoklassische Standardmodell, verschiedene Gewerkschaftsmodelle sowie Effizienzlohnmodelle wie Shirking, Fluktuationskosten und Gift Exchange.
Der Hauptteil analysiert diese ökonomischen Modelle einzeln hinsichtlich ihrer Reaktion auf die Einführung eines Grundeinkommens, inklusive mathematischer Ableitungen der Effekte auf Lohn und Beschäftigung.
Wichtige Begriffe sind Grundeinkommen, Arbeitsmarkt, Lohnbildung, neoklassische Theorie, Gewerkschaftsmodelle, Effizienzlöhne und soziale Sicherung.
Die Gewerkschaftsmodelle deuten tendenziell auf steigende Lohnforderungen hin, da das Grundeinkommen die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer stärkt, indem es deren Kosten bei Nicht-Einigung oder Streik reduziert.
Da einige Effizienzlohnmodelle (wie die Ernährungsthese) auf der Annahme basieren, dass hohe Löhne zur Produktivitätssteigerung notwendig sind, könnte ein Grundeinkommen diesen Effekt abschwächen und somit Anreize für Unternehmen schaffen, die Bruttolöhne zu senken.
Ja, die Arbeit berücksichtigt bei der Modellierung die Auswirkungen einer (linearen) Einkommensteuer, die zur Finanzierung des Grundeinkommens erforderlich ist.
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