Masterarbeit, 2012
151 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
2 Vom Fallbeispiel zur Bewegungsforschung
2.1 Occupy Wall Street als internationale soziale Protestbewegung
2.2 Stand der Forschung und Abgrenzung des Themas
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Politikverdrossenheit als Ursache und Folge politischer Probleme
3.2 Die sozialpsychologischen Konzepte: Identität, Gruppe und Beziehung
3.3 Akteure zwischen Arrangement, Integration und Opposition
4 Methodische Vorgehensweise
4.1 Verwendete Erhebungs- und Aufbereitungsverfahren
4.2 Zur Auswertung internetbasierter Quellen
5 Rahmendaten des Samples – der Occupy-Aktivist unter der Lupe
5.1 Mitglieder der Occupy-Szene
5.2 Nachhaltig Mobilisierte, Reflektiert Engagierte, Neueinsteiger und Interessierte
6 Der Wandel aus akteurszentrierten Perspektiven
6.1 Die Abkehr von der Engagementverdrossenheit
6.2 Die Emergenz eines Wir-Gefühls oder die Pflicht zum Ungehorsam
6.3 Zur Nachhaltigkeit des Wandels
6.4 Das Subjekt im Spiegel der Massenmedien
6.5 Fazit zu den empirischen Ergebnissen und Diskussion der Forschungsfragen
7 Resümee, kritische Würdigung und Ausblick
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.2 Kritische Würdigung und Forschungsausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel von Engagementverdrossenheit hin zu einem Wir-Gefühl, das kollektives widerständiges Handeln ermöglicht, am Fallbeispiel der Occupy-Bewegungen in Deutschland. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich die Zuversicht, mit Protest etwas bewirken zu können, entwickelt, welche individuellen Motive die Akteure leiten und inwieweit diese in der medialen Berichterstattung abgebildet werden.
2.1 Occupy Wall Street als internationale soziale Protestbewegung
In diesem Abschnitt wird zunächst ein Überblick gegeben über die Occupy-Bewegungen als internationale soziale Protestbewegung, die im Rahmen dieser Arbeit als Fallbeispiel verwendet werden. Dabei liegt der Fokus der Schilderungen der Widerstandsbewegung auf dem ursächlichen Problemherd, den Aktivisten, den verwendeten Protestformen, der globalen Ausbreitung sowie auf den verwendeten Proteststrategien.
Auf der bewegungseigenen Homepage präsentiert sich Occupy Wall Street folgendermaßen: "Occupy Wall Street is leaderless resistance movement with people of many colors, genders and political persuasions. The one thing we all have in common is that We Are The 99% that will no longer tolerate the greed and corruption of the 1%. We are using the revolutionary Arab Spring tactic to achieve our ends and encourage the use of nonviolence to maximize the safety of all participants. This ows movement empowers real people to create real change from the bottom up. We want to see a general assembly in every backyard, on every street corner because we don't need Wall Street and we don't need politicians to build a better society." (OccupyWallSt 2011)
Die Massenmedien griffen die Occupy Wall Street Bewegung ab dem 17. September 2011 thematisch auf, als die Besetzung des Zucotti Parks im Financial District in New York erfolgte. Damit wurden die Bewegung selbst und ihre Anliegen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Der Name der Protestbewegung steht gleichsam für die ursprüngliche Quelle sowie für das anhaltende Problemfeld der Krise in unserer Zeit: die ungleiche und als ungerecht empfundene Verteilung von u.a. finanziellen Ressourcen. Zu den Verursachern der Krise werden in erster Linie die Banken (der Wall Street) gezählt, aber auch große Konzerne und andere Akteure des einen Prozents, die einen erheblichen Teil des weltweiten Vermögens sowie des Wohlstandes für sich beanspruchen (van Gelder 2011: 1; Rattner 2012) und diesen Vorsprung weiter offensiv ausbauen (Hart-Landsberg 2012).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der zunehmenden Bürgerproteste ein, formuliert die Forschungsfragen und erläutert den Anspruch der Arbeit.
2 Vom Fallbeispiel zur Bewegungsforschung: Hier wird die Occupy-Bewegung als internationale soziale Protestbewegung vorgestellt und der aktuelle Stand der Forschung dargelegt.
3 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis rund um Politikverdrossenheit, Identität, Gruppe und die Beziehung zwischen System und Lebenswelt.
4 Methodische Vorgehensweise: Hier werden die Erhebungsverfahren – Interviews, Online-Fragebogen und mediensoziologische Analyse – ausführlich beschrieben.
5 Rahmendaten des Samples – der Occupy-Aktivist unter der Lupe: In diesem Kapitel wird die Stichprobe charakterisiert und die Typologie der Aktivisten vorgestellt.
6 Der Wandel aus akteurszentrierten Perspektiven: Dieser Abschnitt analysiert die Abkehr von der Engagementverdrossenheit, die Entstehung des Wir-Gefühls, die Nachhaltigkeit sowie das Subjekt im Spiegel der Medien.
7 Resümee, kritische Würdigung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst, kritisch reflektiert und zukünftige Forschungsansätze aufgezeigt.
Occupy-Bewegung, Engagementverdrossenheit, Wir-Gefühl, kollektive Identität, Protest, Politikverdrossenheit, soziale Bewegung, Partizipation, soziale Ungleichheit, Mediensoziologie, Widerstand, Aktivismus, soziale Netzwerke, Zivilgesellschaft, Postmoderner Protest
Die Masterarbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung des Wandels von einer allgemeinen Engagementverdrossenheit hin zu einem kollektiven Wir-Gefühl innerhalb der Occupy-Bewegungen in Deutschland.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der kollektiven Identität, dem Verständnis von Protest, der Motivation der Aktivisten sowie der Art und Weise, wie diese Proteste medial dargestellt werden.
Das Ziel ist zu analysieren, wie der Wandel vom Rückzug aus dem gesellschaftlichen Engagement hin zu aktivem, kollektiven Widerstand zu erklären ist und welche Rolle individuelle Motive dabei spielen.
Die Arbeit nutzt ein dreistufiges methodisches Vorgehen: persönlich geführte Interviews, eine quantitative und qualitative Online-Befragung sowie eine mediensoziologische Analyse online publizierter Quellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine methodische Beschreibung, die Vorstellung der empirischen Stichprobe sowie eine detaillierte Analyse des Wandels aus der Perspektive der Akteure.
Zu den prägenden Begriffen zählen Occupy-Bewegung, Engagementverdrossenheit, Wir-Gefühl, kollektive Identität, Protestforschung, Politikverdrossenheit und Partizipation.
Die Occupy-Szene wird als eine Teilmenge der Bewegung begriffen, die sich durch die Besetzung öffentlicher Räume (Camps) auszeichnet und stärker als Symbol für alternative Lebensweisen fungiert, während die Bewegung als Ganzes heterogener ist.
Die Analyse zeigt, dass sich die spezifischen Motive und Beweggründe der Aktivisten kaum in der Presseberichterstattung widerspiegeln, weshalb Aktivisten eigene Wege wie soziale Netzwerke zur Kommunikation ihrer Anliegen nutzen.
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