Bachelorarbeit, 2009
46 Seiten
1. Einleitung
2. Definition Terrorismus
2.1 Terrorformen
2.2 Sekundäre Ziele von Terrorismus
3. Frauen im modernen Terrorismus
3.1 Frauen in der LTTE
3.2 Frauen in palästinensischen Terrororganisationen
4. Selbstmordterrorismus als Taktik
4.1 Individuelle Motivation
4.1.1 Religiöse und nationalistische Motive
4.1.2 Schlüsselereignisse
4.1.3 Rache
4.1.4 Persönliche Motivation
4.2 Organisatorische Logik
4.3 Organisatorische Logik von weiblichem Märtyrertum
5. Legitimationsstrategien für weiblichen Selbstmordterrorismus
5.1 Beispiel LTTE
5.2 Beispiel palästinensische Terrororganisationen
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der zunehmenden Beteiligung von Frauen als Selbstmordattentäterinnen in modernen Terrororganisationen. Dabei analysiert die Autorin sowohl die individuellen Beweggründe der Frauen als auch den strategischen Nutzen, den Terrororganisationen aus dem Einsatz weiblicher Attentäter ziehen, und beleuchtet die Legitimationsstrategien, durch die dieses Aufbrechen traditioneller Gendernormen kulturell verankert wird.
4.3 Organisatorische Logik von weiblichem Märtyrertum
Die spezifische organisatorische Logik für weiblichen Selbstmordterrorismus ergibt sich unter anderem aus dem sekundären Motiv Reaktion. Wie zu Beginn der Arbeit erwähnt, ist Reaktion ein wichtiges Ziel für Terrororganisationen. Zwar entsprechen die Reaktionen der angegriffenen Staaten selten den primären Zielen der Terroristen, aber der mächtige Faktor Medien jedes demokratischen Staates schenkt ihnen durch ihre Anschläge eine Aufmerksamkeit, die ihnen sonst nicht zuteil werden würde. Je brutaler, spektakulärer oder außergewöhnlicher die Anschläge sind, desto mehr Medienaufmerksamkeit können sich die Terroristen erhoffen. Und genau an dieser Stelle treten Frauen auf das Spielfeld. Sie sind der Überraschungsfaktor, der den Nachrichtenwert eines Selbstmordattentats zusätzlich potenziert.
Zedalis (2008, 57) betont in ihrer Analyse über Selbsmordattentäterinnen, dass jene ohne Zweifel aufgrund der hohen Medienberichterstattung eingesetzt werden. Selbstmordterrorismus ist — wie Terrorismus allgemein — größtenteils eine Kommunikationsstrategie und hängt somit um ihre Ziele zu erreichen stark von den Massenmedien ab. Ein Repräsentant der Hisbollah merkt an: „The media is part of the war — CNN is more important than airplanes.“ (gesehen in Reuter 2004, 73).
Während Selbstmordterrorismus mittlerweile ein fast alltägliches Ereignis in einigen Teilen der Welt und nicht länger ungewöhnlich ist, regt der Einsatz von Frauen als herausragende Fälle weiterhin den Sensationalismus der Medien an, weil „women who kill or threaten to kill are hot news“ (Zedalis 2008, 50). Das Bild von Frauen, die sich über die Tradition hinwegsetzen, um ihr Leben für die palästinensische Sache hinzugeben hat noch mehr Aufmerksamkeit für die Verzweiflung der palästinänsischen Bevölkerung hervorgerufen (vgl. Bloom 2007, 100).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert das Interesse der Sozialwissenschaften am Thema und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Motivation und Legitimation weiblicher Selbstmordattentäter.
2. Definition Terrorismus: Dieses Kapitel erarbeitet eine grundlegende Begriffsbestimmung und kategorisiert verschiedene Terrorformen sowie sekundäre Ziele, um Terrorismus als strategisches Kommunikationsmittel zu verstehen.
3. Frauen im modernen Terrorismus: Hier wird ein historischer Überblick über die Beteiligung von Frauen in spezifischen Terrororganisationen wie der LTTE und verschiedenen palästinensischen Gruppen gegeben.
4. Selbstmordterrorismus als Taktik: Dieses Kapitel analysiert sowohl die individuellen Motive, wie Rache oder persönliche Ehre, als auch die organisatorische Logik hinter dieser speziellen taktischen Vorgehensweise.
5. Legitimationsstrategien für weiblichen Selbstmordterrorismus: Der Fokus liegt hier auf der Frage, wie Organisationen durch rhetorische Strategien und Rückgriffe auf die Geschichte das Aufbrechen konventioneller Gendernormen innerhalb ihrer Gemeinschaft legitimieren.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass der Einsatz von Frauen instrumentell durch Terrororganisationen erfolgt und kaum als Zeichen echter Emanzipation gewertet werden kann.
Selbstmordterrorismus, Weibliche Attentäterinnen, Terrororganisationen, Politische Gewalt, LTTE, Palästinensische Terrororganisationen, Geschlechternormen, Legitimationsstrategien, Motivation, Märtyrertum, Kommunikation, Medienaufmerksamkeit, Asymmetrischer Konflikt, Radikalisierung, Dschihad.
Die Arbeit untersucht das Phänomen, dass Frauen vermehrt als Selbstmordattentäterinnen in modernen Terrororganisationen aktiv sind, und analysiert die Gründe sowie die strategischen Hintergründe dieser Entwicklung.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der individuellen Motivation, der strategischen Logik der Organisationen sowie den kulturellen Legitimationsstrategien, die den Einsatz von Frauen rechtfertigen.
Ziel ist es zu ergründen, warum Frauen Selbstmordterrorismus ausüben, welchen Nutzen Terrororganisationen aus diesem Einsatz ziehen und wie das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder legitimiert wird.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um verschiedene Hypothesen und Studien zu vergleichen und die Rolle der Frau im Terrorismus aus verschiedenen theoretischen Perspektiven zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition von Terrorismus, historische Abrisse, eine taktische Analyse der individuellen und organisatorischen Motivation sowie die detaillierte Untersuchung der Legitimationsstrategien anhand von Fallbeispielen.
Die zentralen Begriffe sind Selbstmordterrorismus, weibliche Attentäterinnen, organisatorische Logik, Legitimationsstrategien und Geschlechternormen.
Die LTTE dient als säkulares Beispiel mit hoher weiblicher Partizipation, während palästinensische Gruppen (wie Hamas oder Dschihad) als religiöse Beispiele fungieren, um zu zeigen, wie unterschiedliche Ideologien dennoch ähnliche Legitimationsmuster anwenden.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz von Frauen primär ein strategisch genutztes Instrument ist und nicht zwangsläufig eine progressive Entwicklung der Frauenrechte darstellt, sondern eher ein Festhalten an traditionellen Strukturen unter neuem Vorzeichen.
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