Bachelorarbeit, 2012
65 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Mediale Ereignisse
2.1. Terrorismus und mediale Aufmerksamkeit
2.2. Zur Sonderform: Live-Berichterstattung
2.3. Zusammenfassung
3. Framing
3.1. Begriffsbestimmung
3.2. Psychologische Grundlagen
3.2.1. Schema-Theorie
3.2.2. Schemata und Framing
3.3. Framing in der Kommunikationswissenschaft
3.3.1. Medien-Frames
3.3.2. Framing-Effekte
3.3.3. Framing-Forschung
3.3.4. Kritische Anmerkungen
3.4. Zusammenfassung
4. Visuelle Kommunikation & Framing
4.1. Das Bild in der Berichterstattung
4.2. Die kognitive Verarbeitung visueller Inhalte
4.3. Dual-Coding-Theorie
5. Stereotypisierung
5.1. Begriffsbestimmungen: Stereotyp und Stereotypisierung
5.2. Medien-Framing und Stereotypisierung
5.3. Mediale Stereotypisierung
6. Zur Methodischen Untersuchung
6.1. Forschungsfragen und Hypothesen
6.2. Problemerörterung
6.3. Untersuchungsentwurf einer Vorstudie
7. Erwartbare Ergebnisse (am Beispiel Phoenix)
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern die mediale Live-Berichterstattung über terroristische Anschläge — konkret am Beispiel der Anschläge in Oslo 2011 — durch Framing und die Verwendung stereotypisierender Deutungsmuster geprägt ist, insbesondere wenn bei Ereignisbeginn noch keine gesicherten Fakten über die Täter vorliegen.
2. Mediale Ereignisse
Die vorliegende Arbeit legt das Hauptaugenmerk auf die mediale Präsentation eines terroristischen Attentats. Daher sollen im folgenden Kapitel die Systeme Medien und Terrorismus und deren Beziehung zueinander näher beleuchtet werden. Anschließend wird die Kultur der Live-Berichterstattung dargestellt, deren Herausforderungen, Anforderungen und Pflichten werden kritisch durchleuchtet.
Grundsätzlich sind Journalisten gefordert Informationen aus öffentlicher Hand zu hinterfragen und den wahren Sinn dahinter zu entlarven. Dies wäre nach van Raden & Jäger (2011) Aufgabe eines ‚konfliktsensitiven‘ Journalismus. Neben der Ausleuchtung historischer Zusammenhänge müsste konfliktsensitiver Journalismus auch die Frage stellen und zu beantworten suchen, ob diverse an einem Konflikt beteiligten Akteure tatsächlich Ziele verfolgen, die öffentlich verkündet werden, oder welche anderen politischen, wirtschaftlichen oder geostrategischen Interessen womöglich eine Rolle spielen (vgl. van Raden & Jäger, 2011, S. 100–101).
Solch politisch komplexe Betrachtungen werden in den meisten Berichterstattungen jedoch der Versendung visuell verfügbarer Inhalte hinten angestellt. Schon 1997 beschrieb der amerikanische Schriftsteller Don DeLillo eine neue „Blickkultur“, die mit dem Bildermachen und Bilderwahrnehmen verbunden ist. Sie beschreibt einen Zwang der Fernseh-Medien, das Unerwartete zu senden und sehen zu können, wenn die Bilder allein schon verfügbar sind. Beispielhaft dafür führt er die zufällige Videoaufnahme eines Mädchens an, dass zufällig die Tat des ‚Texas-Highway-Killers‘ aufzeichnet. Diese Sequenz zeigt einen beliebigen Mann am Steuer eines Autos, der plötzlich blutüberströmt zusammensackt und im US-Fernsehen wieder und wieder wie in einer Endlosschleife gezeigt wird.
„Sie zeigen es, weil es da ist, weil sie es zeigen müssen, weil sie dazu da sind, für unsere Unterhaltung zu sorgen. Je öfter du das Band siehst, desto toter und kälter und gnadenloser wird es. Das Band saugt dir die Luft aus der Brust, aber du schaust es dir jedesmal an.“ (DeLillo, 2000, S. 189). In Bezug dazu schreibt Regener (vgl. Ayaß, 2011, S. 447-448), dass „nur wenige Jahre später [...] eine ähnliche Faszination für das reale Ausgeliefertsein den unstillbaren Konsum der Bilder vom brennenden und einstürzenden World Trade Center begleiten."
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik medialer Live-Berichterstattung bei Terroranschlägen und stellt die Forschungsfrage nach Framing und Stereotypisierung.
2. Mediale Ereignisse: Dieses Kapitel untersucht die symbiotische Beziehung zwischen Medien und Terrorismus sowie die Anforderungen der Live-Berichterstattung.
3. Framing: Hier wird das Konzept des Framings theoretisch fundiert und von kognitiven Schemata abgegrenzt.
4. Visuelle Kommunikation & Framing: Das Kapitel befasst sich mit der Bedeutung von Bildern in Nachrichten und deren Einfluss auf die kognitive Verarbeitung.
5. Stereotypisierung: Hier wird die Entstehung und Funktion von Stereotypen erläutert und mit Medien-Framing in Verbindung gebracht.
6. Zur Methodischen Untersuchung: Dieses Kapitel formuliert die Forschungsfragen und präsentiert das Design der Vorstudie.
7. Erwartbare Ergebnisse (am Beispiel Phoenix): Es werden Hypothesen zur Berichterstattung des Senders Phoenix aufgestellt.
8. Fazit: Das Fazit resümiert die Arbeit und betont die Notwendigkeit weiterführender Rezeptionsstudien.
Framing, Stereotypisierung, Terrorismus, Live-Berichterstattung, Medienwirkung, visuelle Kommunikation, Schemata, Nachrichtenproduktion, Aktualitäts-Hype, Bildjournalismus, Informationsverarbeitung, soziale Kategorisierung, Medienethik, politische Kommunikation, Vorstudie.
Die Arbeit untersucht, wie Medien, insbesondere das Fernsehen, über terroristische Anschläge berichten, wenn noch keine gesicherten Informationen vorliegen, und inwieweit sie dabei auf stereotype Denkmuster zurückgreifen.
Die zentralen Themenfelder umfassen Framing-Theorie, visuelle Kommunikationsforschung, die Analyse von Stereotypen in den Medien sowie die spezifische Dynamik von Live-Nachrichtensendungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch journalistische Zeitnot und den Wunsch nach Aktualität stereotype Frames und Bilder aktiviert werden, die die Wahrnehmung der Rezipienten maßgeblich beeinflussen können.
Es wird ein methodischer Entwurf für eine Vorstudie präsentiert, der sowohl quantitative Analysen (zur Erfassung von Präsentationsformen und Themen) als auch qualitative Durchgänge (Bild- und Wortanalyse) zur Identifizierung von Framing-Elementen vorsieht.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Schema-Theorie und des Framings, die Rolle visueller Inhalte und deren kognitive Verarbeitung sowie die psychologischen Mechanismen der Stereotypisierung.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Framing, Stereotypisierung, Terrorismusberichterstattung, visuelle Kommunikation und Medienwirkung charakterisieren.
Bilder werden als bedeutsame, inhaltlich vollwertige Botschaften verstanden, die über eine bloße Dekoration hinausgehen und durch den "Picture-Superiority-Effekt" eine resistentere und einprägsamere Wirkung bei Rezipienten entfalten als reine Textinformationen.
Oslo dient als idealer Fall, um aufzuzeigen, wie schnell Medien bei einem Anschlag in westlichen Ländern automatisch das "islamistische Schema" aktivieren, obwohl sich in diesem Fall ein norwegischer Täter für das Attentat verantwortlich zeigte.
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