Hausarbeit, 2011
26 Seiten, Note: 5.5
1. Einleitung
2. Suffizienz: Zwei Thesen
Positive These
Negative These
3. Überblick und Einordnung
Egalitarismus
Theorie der Priorität
4. Die Negative These
Neid
Komparative Vorteile der Suffizienz-Theorie
5. Fall-Implikationen
Extreme Knappheit
Ineffizienz
Levelling-Down
Beverly-Hills-case
6. Konklusion
Negative und positive These
Definition der Grenzen des Egalitarismus
Die vorliegende Arbeit untersucht die moralische Rechtfertigung der sogenannten negativen These der Suffizienz-Theorie. Dabei wird analysiert, ob die Forderung, dass jenseits eines kritischen Grenzwertes andere Verteilungsnormen ihre Gültigkeit verlieren, gegenüber konkurrierenden Theorien wie dem Egalitarismus oder der Prioritätstheorie haltbar ist.
Extreme Knappheit
In einer Situation extremer Knappheit (zum Beispiel an Nahrungsmitteln), in der die Bedürfnisse der Individuen nicht vollkommen gedeckt werden können, führt eine Gleichverteilung dazu, dass niemand ausreichend mit Gütern versorgt wird.
Nehmen wir an eine Gesellschaft besteht aus acht Familien, die je ein Kilogramm Reis pro Tag benötigen. Die Gesellschaft produziert nur Reis und ernährt sich ausschließlich davon. Aufgrund einer Dürre fällt die Ernte mager aus und es gibt nur vier Kilogramm Reis pro Tag. Eine Gleichverteilung der Ressourcen würde nun bedeuten, dass jede Familie nur ein halbes Kilogramm Reis pro Tag zur Verfügung hätte. Somit wären alle acht Familien unterernährt. Das Maximum an ausreichend ernährten Familien liegt in diesem Fall bei vier, stattdessen führt die Gleichverteilung jedoch zu Minimum an ausreichend ernährten Familien. Obwohl die Richtigkeit einer egalitaristischen Theorien nicht aufgrund ihrer Konsequenzen allein in Frage gestellt werden kann, führt ein solches Beispiel vor Augen, dass hier Gleichverteilung die richtige Verteilungsnorm sein kann. Die Konsequenzen in Fällen von extremer Knappheit so eklatant schlecht, dass die Gültigkeit einer Norm der Gleichverteilung hinterfragt werden muss.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der moralischen Rechtfertigung staatlicher Umverteilung und Vorstellung des Kernanliegens der Suffizienz-Theorie.
2. Suffizienz: Zwei Thesen: Differenzierung zwischen der positiven These, die sich an einem kritischen Grenzwert orientiert, und der negativen These, die den Geltungsbereich anderer Normen einschränkt.
3. Überblick und Einordnung: Abgrenzung der Suffizienz-Theorie von bestehenden egalitaristischen Ansätzen und der Theorie der Priorität.
4. Die Negative These: Untersuchung der Kritik, dass die Forderung nach Gleichverteilung auf Neid beruhen könnte, sowie Analyse der komparativen Vorteile der Suffizienz-Theorie.
5. Fall-Implikationen: Anwendung der Thesen auf extreme Szenarien wie Knappheit, Ineffizienz, Levelling-Down-Problematiken und das Gedankenexperiment des Beverly-Hills-case.
6. Konklusion: Abschließende Beurteilung der normativen Schlagkraft der negativen These und Bestimmung der Grenzen für den Egalitarismus.
Suffizienz-Theorie, Egalitarismus, Prioritätstheorie, Verteilungsgerechtigkeit, Kritischer Grenzwert, Umverteilung, Absolute Armut, Relative Armut, Gleichverteilung, moralische Normen, Knappheit, Ineffizienz, Levelling-Down, Beverly-Hills-case, Politische Philosophie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung der Suffizienz-Theorie, insbesondere mit der Frage, ob eine normative Beschränkung der Verteilungsgerechtigkeit nach Erreichen eines bestimmten Wohlstandsniveaus gerechtfertigt ist.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zur Gleichverteilung (Egalitarismus), die Auseinandersetzung mit der Prioritätstheorie und die moralische Bewertung von Verteilungsnormen in kritischen Extremsituationen.
Das Ziel ist es, die sogenannte "negative These" der Suffizienz-Theorie kritisch zu prüfen und herauszuarbeiten, ob sie als moralisch überlegene Alternative zur egalitaristischen Verteilung gelten kann.
Es wird eine analytische Untersuchung moralphilosophischer Theorien durchgeführt, die durch den Einsatz von Gedankenexperimenten und Fallbeispielen (wie dem Beverly-Hills-case) gestützt wird.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Suffizienz, untersucht die Kritik an der Gleichverteilung (Stichwort "Neid") und prüft die Anwendung der Suffizienz-Theorie anhand von Fallbeispielen wie extremer Knappheit.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Suffizienz-Theorie, kritischer Grenzwert, egalitaristische Verteilung, moralische Intuition und Verteilungsgerechtigkeit beschreiben.
Sie besagt, dass jenseits eines bestimmten Grenzwertes, ab dem Menschen ausreichend versorgt sind, andere Verteilungsnormen (wie die strenge Gleichverteilung) ihre moralische Gültigkeit verlieren.
Der Autor argumentiert, dass dieser Fall aufzeigt, dass Verteilungsnormen in Extremsituationen an ihre Grenzen stoßen und verdeutlicht, warum die Suffizienz-Theorie in manchen Kontexten intuitiv plausibler erscheint.
Das Argument zeigt die Schwäche einer rein egalitaristischen Theorie auf, da sie in manchen Fällen Zustände herbeiführen würde, in denen niemand besser gestellt ist, nur um der Gleichheit willen – ein intuitiv schwer zu akzeptierendes Ergebnis.
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