Bachelorarbeit, 2012
83 Seiten, Note: 1,0
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung
1.1 Einführung ins Thema
1.2 Ziele und Fragestellungen der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Megastädte und „Informalität“
2.1 Einordnung in das geographische Forschungsfeld
2.1.1 Megastädte
2.1.2 „Informalität“
2.2 Megastädte
2.2.1 Definition
2.2.2 Megastädte weltweit
2.3 „Informalität“
2.3.1 Definitionen / Begriffswahl
2.3.2 Formen und Prozesse von „Informalität“
2.3.3 Umgang mit „Informalität“
3 Das Konzept „Urban Informality“ von ANANYA ROY und NEZAR ALSAYYAD
3.1 Hintergründe
3.2 Definition
3.3 Informelle Boden- und Wohnungsmärkte
4 Megastädte in Afrika
4.1 Urbanisierung in Afrika
4.2 Herausforderungen für Afrikanische Megastädte
4.3 Selbstregulierungsprozesse
5 Methodik
6 Urban Informality in der Megastadt Lagos
6.1 Lagos (Nigeria) – Vorstellung des Untersuchungsraumes
6.1.1 Nigeria
6.1.2 Megastadt Lagos
6.2 Urban Informality in der Stadt Lagos
6.2.1 Hintergrund Bevölkerungsentwicklung
6.2.2 Entwicklung des Boden- und Wohnungsmarktes
6.2.3 Rückbezug zum Konzept von ALSAYYAD und ROY
7 Zusammenfassung und Fazit
Diese Arbeit untersucht Selbstregulierungsprozesse in afrikanischen Megastädten am Beispiel von Lagos. Das primäre Ziel ist es, das Konzept der „Urban Informality“ von Ananya Roy und Nezar AlSayyad auf die spezifischen informellen Boden- und Wohnungsmärkte in Lagos anzuwenden und zu prüfen, inwieweit dieses Konzept zum Verständnis städtischer Entwicklungsprozesse in Afrika beitragen kann.
3.2 Definition
Den bisherigen Konzepten soll ein neues Verständnis entgegengesetzt werden, welches nicht einen informellen Sektor betrachtet, sondern „Informalität“ als eine Art und Weise der Urbanisierung sieht. Der Begriff „urban informality“ soll eine organisierende Logik beschreiben, ein System von Normen, das den Prozess der städtischen Transformation selbst regiert. Entgegen der verbreiteten Darstellung von den zwei Sektoren formell und informell wird urban informality nicht separiert betrachtet, sondern als eine Reihe von Vorgängen, die verschiedene Ökonomien und Räume miteinander verbindet (ROY 2005, S. 148).
Mit dem Begriff der urban informaliy definieren ALSAYYAD und ROY folglich „the manifestation of the informal process in the urban environment” (ALSAYYAD u. ROY 2004, S. 1). Urban informality ist somit „urbanes Prinzip“ (ECKERT 2006, S. 238), ein Prozess der Strukturierung, der bereits alle Handlungsfelder und Vorgänge in vielen Städten in irgendeiner Art und Weise beeinflusst, mit ihnen verbunden oder in sie eingebunden ist. Diese Sichtweise kann einen anderen Umgang mit dem Thema ermöglichen und soll helfen, einige aktuelle Trends in der Urbanisierung besser zu verstehen (ALSAYYAD u. ROY 2004, S. 5; ECKERT 2006, S. 238; ROY 2005, S. 148).
Um urban informality zu verstehen, kann man auch weiterhin von WIRTHS Verständnis, was „urbanism as a way of life“ (ALSAYYAD 2004, S. 8) ausmacht, ausgehen: es existieren drei voneinander abhängige und in Wechselwirkung stehende Perspektiven: die physikalische Struktur, einschließlich einer Bevölkerungsbasis; ein System von sozialer Organisation, welches eine charakteristische soziale Struktur und zugehörige Muster sozialer Beziehungen zur Folge hat; und ein Set an Verhaltensweisen und Ansichten von Individuen oder Gruppen, das eingeschlossen ist in bzw. funktioniert unter den Formen des kollektiven Verhaltens und/oder der sozialen Kontrolle (ALSAYYAD 2004, S. 8).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Megastadtwachstums ein und definiert die Forschungsfrage, die sich auf das Konzept der „Urban Informality“ in afrikanischen Städten konzentriert.
2 Megastädte und „Informalität“: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen zu Megastädten sowie zum Begriff der „Informalität“ und ordnet diese Themen in den geographischen Kontext ein.
3 Das Konzept „Urban Informality“ von ANANYA ROY und NEZAR ALSAYYAD: Hier wird der theoretische Ansatz von Roy und AlSayyad vorgestellt, der Informalität als eine Art der Urbanisierung und nicht als separaten Sektor betrachtet.
4 Megastädte in Afrika: Dieser Abschnitt thematisiert die spezifischen Herausforderungen und das rasante Urbanisierungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sowie die daraus resultierenden Selbstregulierungsprozesse.
5 Methodik: Dieses Kapitel begründet die Wahl der Literaturstudie als Methode zur Analyse des Falls Lagos unter Anwendung des Konzepts der Urban Informality.
6 Urban Informality in der Megastadt Lagos: Der Hauptteil untersucht detailliert die historische und aktuelle Entwicklung von Lagos, insbesondere die Boden- und Wohnungsmärkte im Kontext informeller Prozesse.
7 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Anwendbarkeit des theoretischen Konzepts sowie künftige Anforderungen an die Stadtplanung.
Lagos, Megastädte, Urban Informality, Informalität, Urbanisierung, Subsahara-Afrika, Selbstregulierungsprozesse, Bodenmarkt, Wohnungsmarkt, Stadtplanung, Marginalisierung, Transnationalismus, Stadtentwicklung, informelle Siedlungen, Raumproduktion
Die Arbeit analysiert, wie in afrikanischen Megastädten, beispielhaft dargestellt am Fall Lagos, Prozesse der Selbstregulierung ablaufen, wenn staatliche Kapazitäten zur Steuerung der Stadtentwicklung nicht ausreichen.
Die zentralen Themen umfassen Urbanisierung, Megastadtentwicklung, städtische Informalität, Boden- und Wohnungsmärkte sowie die Dynamiken zwischen formellen und informellen Strukturen.
Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit lässt sich das Konzept der „Urban Informality“ von AlSayyad und Roy auf die Boden- und Wohnungsmärkte in afrikanischen Megastädten wie Lagos übertragen?
Es handelt sich um eine Literaturstudie, die theoretische Konzepte der Stadtforschung auf empirische Daten und Beobachtungen der Megastadt Lagos anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Konzept der Urban Informality, eine Analyse der Urbanisierung in Afrika und eine detaillierte Untersuchung der informellen Boden- und Wohnungsmärkte in der Stadt Lagos.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Urban Informality, Lagos, Megastädte, Informalität, Selbstregulierung, Boden- und Wohnungsmarkt sowie Stadtentwicklung charakterisiert.
Das Programm verdeutlicht das staatliche Vorgehen bei der sogenannten „Modernisierung“ durch Räumung informeller Siedlungen, welches jedoch oft zu Verdrängungseffekten und einer Verdichtung an anderen Orten führte, statt den Wohnungsmangel zu lösen.
Die informellen Akteure übernehmen oft Aufgaben, die eigentlich im Verantwortungsbereich der Stadtverwaltung liegen, wodurch ein komplexes Zusammenspiel entsteht, das die herkömmliche Stadtplanung oft überfordert oder zur Anpassung zwingt.
Im Gegensatz zu westlichen Städten, in denen formelle Planung dominanter ist, ist Lagos durch ein rapides, oft informelles Wachstum geprägt, bei dem staatliche Strukturen eine untergeordnete oder oft abwesende Rolle bei der Wohnraumversorgung spielen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Konzept von AlSayyad und Roy als hilfreiches heuristisches Werkzeug dient, um die komplexen Machtstrukturen und informellen Prozesse in Lagos zu verstehen, auch wenn es sich nicht um eine Patentlösung handelt.
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