Diplomarbeit, 2011
110 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
1.1 Funktion und Bedeutung von Verrechnungspreisen im internationalen Konzern
1.2 Problemstellung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Verrechnungspreissystematik
2.1 Begriff des Verrechnungspreises
2.2 Verrechnungspreisvorschriften
2.2.1 Der Fremdvergleichsgrundsatz im internationalen und nationalen Kontext
2.2.1.1 Der Fremdvergleich auf Ebene der OECD
2.2.1.2 Der Fremdvergleich auf nationaler Ebene
2.2.2 Nationale Verrechnungspreisvorschriften
2.2.2.1 Korrekturvorschriften
2.2.2.2 Mitwirkungs- und Sanktionsvorschriften
2.2.2.3 Nationale Dokumentationsvorschriften
2.2.2.3.1 Überblick über nationale Dokumentationsvorschriften
2.2.2.3.2 Sachverhaltsdokumentation
2.2.2.3.3 Angemessenheitsdokumentation
2.3 Darstellung der Methoden zur Verrechnungspreisbestimmung
2.3.1 Charakterisierung der Unternehmenstypen
2.3.2 Verrechnungspreismethoden
2.3.2.1 Überblick
2.3.2.2 Transaktionsbezogene Standardmethoden
2.3.2.3 Gewinnorientierte Methoden
2.4 Darstellung und Vergleichbarkeit von Fremdvergleichsdaten
2.4.1 Ausprägungen des Fremdvergleichsgrundsatzes und Darstellung von Fremdvergleichsdaten
2.4.1.1 Tatsächlicher und hypothetischer Fremdvergleich
2.4.1.2 Bedeutung und Begriff von Fremdvergleichsdaten
2.4.1.3 Ermittlung von Fremdvergleichsdaten
2.4.2 Abstufung der Vergleichbarkeit von Fremdvergleichsdaten und Auswirkungen auf die Verrechnungspreisbestimmung
2.4.2.1 Stufenverhältnis der Vergleichbarkeit von Fremdvergleichsdaten
2.4.2.2 Uneingeschränkte Vergleichbarkeit
2.4.2.3 Eingeschränkte Vergleichbarkeit
2.4.2.4 Keine Vergleichbarkeit
2.4.3 Festlegung von Verrechnungspreisen mit Hilfe von Planrechnungen
2.4.3.1 Systematik von Planrechnungen
2.4.3.2 Methoden zur Bestimmung von Verrechnungspreisen auf Basis von Planrechnungen
2.4.3.2.1 Planrechnungsbasierte Verrechnungspreisbestimmung auf Basis der Kapitalverzinsungsmethode
2.4.3.2.2 Planrechnungsbasierte Verrechnungspreisbestimmung auf Basis von Renditekennziffern
2.4.3.2.3 Planrechnungsbasierte Verrechnungspreisbestimmung auf Basis einer Wertschöpfungsbeitragsanalyse
2.4.4 Zwischenfazit
3 Die Wertschöpfungsbeitragsanalyse als Instrument der Verrechnungspreisbestimmung
3.1 Bestimmung von Gewinnerwartungen beim hypothetischen Fremdvergleich
3.1.1 Vorbemerkungen
3.1.2 Determinanten der Gewinnerwartung von Unternehmen
3.1.2.1 Ermittlung des Marktpreises im mikroökonomischen Modell
3.1.2.2 Gewinnmaximierung als oberste Maxime unternehmerischen Handelns und allgemeine betriebswirtschaftliche Einflussfaktoren von Gewinnerwartungen
3.1.2.3 Wertschöpfungsbeiträge als Determinanten von Gewinnerwartungen
3.1.3 Zusammenfassung
3.2 Interdependenzen zwischen der Wertschöpfungsbeitragsanalyse und der Bestimmung steuerlicher Verrechnungspreise
3.2.1 Notwendige Basisdaten der Wertschöpfungsbeitragsanalyse und steuerrechtliche Implikationen
3.2.1.1 Vorbemerkungen
3.2.1.2 Industrieanalyse
3.2.1.2.1 Allgemeine Marktanalyse und Analyse der Wettbewerbssituation
3.2.1.2.2 Identifizierung der kritischen Erfolgsfaktoren und Risiken
3.2.1.3 Unternehmensanalyse
3.2.1.3.1 Unternehmensprofil
3.2.1.3.2 Geschäftsstrategie
3.2.1.3.3 Identifizierung der Hauptgeschäftsprozesse
3.2.1.3.4 Identifizierung von Werttreibern
3.2.1.4 Transaktionsanalyse
3.2.2 Konzepte zur Bestimmung von Wertschöpfungsbeiträgen
3.2.2.1 Funktioneller Ansatz zur Bestimmung angemessener Verrechnungspreise
3.2.2.1.1 Theoretische Grundlagen
3.2.2.1.2 Funktions- und Risikoanalyse als Grundlage für die Anwendung der Beitragsanalyse
3.2.2.1.3 Zuordnung von Wertschöpfungsbeiträgen bei der Beitragsanalyse
3.2.2.2 Prozessorientierter Ansatz zur Bestimmung angemessener Verrechnungspreise
3.2.2.2.1 Theoretische Grundlagen
3.2.2.2.2 Identifizierung, Aufspaltung und Beschreibung von Geschäfts- bzw. Schlüsselprozessen und Werttreibern
3.2.2.2.3 Prozessanalyse
3.2.2.2.4 Prozessbeitragsanalyse
3.2.2.2.5 Begründung der Angemessenheit
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Möglichkeiten und Grenzen der Wertschöpfungsbeitragsanalyse im steuerrechtlichen Kontext
3.3.1 Subjektivität der Beurteilung
3.3.2 Planrechnung oder Profit Split Method?
3.3.3 Wertschöpfungsbeitragsanalyse als Instrument zur Konzernsteuerung
3.3.4 Beurteilung der Methoden zur Begründung des Plangewinns
4 Schlussbetrachtung
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Möglichkeiten und Grenzen der Wertschöpfungsbeitragsanalyse als Instrument zur Bestimmung angemessener steuerlicher Verrechnungspreise im Rahmen eines hypothetischen Fremdvergleichs zu untersuchen. Hierbei wird insbesondere analysiert, ob das Instrument der Planrechnung in diesem Kontext als eigenständige Methode fungieren kann und wie Gewinne mittels Wertschöpfungsbeiträgen auf die beteiligten Konzerneinheiten verteilt werden können.
3.1.2.1 Ermittlung des Marktpreises im mikroökonomischen Modell
Die Differenz zwischen den Erlösen eines Unternehmens und seinen Kosten stellt den Gewinn dar. Die Erlöse ergeben sich aus dem Produkt der abgesetzten Menge und des Preises, die Kosten entstehen durch die betriebliche Leistungserstellung. Auf einem Markt treffen Käufer und Verkäufer aufeinander und bestimmen durch ihre tatsächlichen oder potenziellen Interaktionen die Preise der Waren und Leistungen. Während bei vollständigem Wettbewerb der Marktpreis als einziger Preis existiert, können Unternehmen auf unvollständigen Märkten unterschiedliche Preise fordern. Die Interaktion zwischen Käufern und Verkäufern hat demnach direkten Einfluss auf die Höhe des Marktpreises.
Dieses Grundmodell wird in der Mikroökonomie als Angebot und Nachfrage beschrieben, welche die Produktionsmenge eines Guts und den Marktpreis determinieren. Die Preisbildung wird mit Hilfe einer Angebots- und einer Nachfragekurve dargestellt, die sich im Marktgleichgewicht schneiden. Der sog. Gleichgewichtspreis stellt den Preis dar, zu dem die angebotene und die nachgefragte Menge identisch sind. Die Gleichgewichtsmenge hängt insbesondere vom Preis ab. Die Unternehmen werden mehr produzieren und verkaufen wollen, wenn der Preis hoch ist, d.h. es besteht eine positive Abhängigkeit der Angebotsmenge vom Preis (sog. Gesetz des Angebots). Die Nachfrager hingegen kaufen umso mehr, je niedriger der Preis ist, d.h. es besteht eine negative Abhängigkeit der Nachfragemenge vom Preis (sog. Gesetz der Nachfrage). Die Höhe der Nachfrage hängt neben dem Preis vor allem auch vom Einkommen der Konsumenten ab.
Allerdings hängt die Menge, die Unternehmen verkaufen wollen, nicht nur vom Preis, sondern auch von den Kosten der Herstellung bzw. Leistung ab. Hier sind vor allem die Produktionskosten, Zinsbelastungen sowie Rohstoffkosten zu nennen. Die Kosten eines Unternehmens, die allgemein als durch die Leistungserstellung bedingter Verzehr von Gütern definiert werden können, haben demnach neben dem Preis einen entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Erlöse und damit auch unmittelbar auf den Gewinn.
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einführung in die Bedeutung von Verrechnungspreisen für multinationale Konzerne und Darstellung der Problematik bei fehlenden Vergleichsdaten.
2 Grundlagen der Verrechnungspreissystematik: Erläuterung der rechtlichen Rahmenbedingungen, des Fremdvergleichsgrundsatzes und der gängigen Methoden zur Verrechnungspreisbestimmung sowie der Datenbeschaffung.
3 Die Wertschöpfungsbeitragsanalyse als Instrument der Verrechnungspreisbestimmung: Detaillierte Untersuchung der Wertschöpfungsbeitragsanalyse als Methode zur Gewinnprognose und -aufteilung, unterteilt in einen funktions- und einen prozessorientierten Ansatz.
4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Möglichkeiten und Grenzen der Wertschöpfungsbeitragsanalyse als Instrument in der steuerlichen Praxis.
Verrechnungspreise, Fremdvergleichsgrundsatz, Wertschöpfungsbeitragsanalyse, Planrechnung, Konzernsteuerrecht, Funktionsanalyse, Risikoanalyse, Wertschöpfungskette, Werttreiber, Gewinnaufteilung, Prozessanalyse, Steuerplanung, Gewinnmaximierung, Hypothetischer Fremdvergleich, Profit Split Method.
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Bestimmung angemessener Verrechnungspreise in internationalen Konzernen, insbesondere für den Fall, dass keine marktüblichen Fremdvergleichsdaten verfügbar sind.
Zu den Schwerpunkten gehören der Fremdvergleichsgrundsatz, die Charakterisierung von Unternehmenstypen, die verschiedenen Verrechnungspreismethoden sowie die Anwendung der Wertschöpfungsbeitragsanalyse.
Ziel ist es zu untersuchen, wie mithilfe der Wertschöpfungsbeitragsanalyse angemessene Verrechnungspreise im Rahmen eines hypothetischen Fremdvergleichs bestimmt werden können und inwieweit Planrechnungen als Instrument dafür geeignet sind.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zum internationalen Steuerrecht, der OECD-Richtlinien sowie der betriebswirtschaftlichen Instrumente wie Prozessanalyse, Funktionsanalyse und Unternehmensbewertung.
Der Hauptteil analysiert die Wertschöpfungsbeitragsanalyse als Instrument, wobei sowohl der funktionsorientierte als auch der prozessorientierte Ansatz detailliert dargestellt und auf ihre praktische Anwendbarkeit und steuerliche Akzeptanz hin geprüft werden.
Zentrale Begriffe sind Verrechnungspreise, Fremdvergleichsgrundsatz, Wertschöpfungsbeitragsanalyse, Planrechnung, Wertschöpfungskette und Gewinnaufteilung.
Werttreiber sind entscheidend für die Funktions- und Risikoanalyse, da sie die Grundlage für die Bestimmung der Wertschöpfungsbeiträge bilden, welche wiederum die Gewinnaufteilung zwischen Konzerneinheiten steuerlich begründen.
Der funktionsorientierte Ansatz beruht auf der Zuordnung von Funktionen pro Unternehmen, während der prozessorientierte Ansatz Geschäftsprozesse und deren Beitrag zur Wertschöpfung in den Vordergrund stellt, was besonders bei stark integrierten Konzernstrukturen vorteilhaft ist.
Die Hauptschwierigkeit liegt in der notwendigen Objektivierung subjektiver Einschätzungen der Geschäftsführung, da der Finanzverwaltung oft nachvollziehbare quantitative Belege oder Marktvergleiche für die interne Gewinnaufteilung fehlen.
Aufgrund der zunehmenden vertikalen Integration in Konzernen wird die Bedeutung der Wertschöpfungsbeitragsanalyse für das Controlling und die steuerliche Dokumentation vermutlich weiter steigen, da sie eine enge Verbindung zur Unternehmenssteuerung aufweist.
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