Examensarbeit, 2002
58 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Die bedeutendsten Autoren der Primärtradition
2.1. Kallisthenes von Olynth
2.2. Anaximenes von Lampsakos
2.3. Onesikritos von Astypalaia
2.4. Chares von Mytilene
2.5. Nearchos von Kreta
2.6. Ephippos von Olynth
2.7. Kleitarchos von Alexandreia
2.8. Ptolemaios Lagu
2.9. Aristobulos von Kassandreia
3. Die philosophischen Schulen unter besonderer Berücksichtigung der Peripatetiker
4. Die Zeugnisse einiger Rhetoriker
5. Die bekanntesten sekundären, erhaltenen Alexanderhistoriker
6. Der Alexanderroman
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Spiegelung und Verortung von Alexander dem Großen in der antiken Literatur, um nachzuvollziehen, wie verschiedene antike Autoren, vom Hellenismus bis zur Spätantike, den König und seine Taten wahrgenommen und reflektiert haben.
2.1. Kallisthenes von Olynth
Kallisthenes stammt aus Olynth und wurde 370 v. Chr. geboren. Er wuchs bei seinem Großonkel, dem Philosophen Aristoteles auf und wurde von diesem erzogen und ausgebildet. Neben kleineren Schriften verfasste er in Makedonien die `Helleniká´, eine `Griechische Geschichte´ in zehn Bänden, die den Zeitraum zwischen 387/386 und 356 v. Chr. behandelte und die ihm einen guten Ruf als Historiker einbrachte und eine Monographie über den dritten Heiligen Krieg. In diesen Werken kam seine politische Überzeugung deutlich zum Vorschein: der antipersisch gesinnte Verfasser befürwortete offenbar bereits früh, noch vor Alexanders Zeit, eine panhellenische von Makedonien getragene Konzeption Griechenlands, denn die beiden Veröffentlichungen verfolgten offensichtlich den Zweck, „der griechischen Welt verständlich [zu] machen, dass der einzige Weg aus den innergriechischen Wirren und Spannungen heraus in der nationalen Einigung unter Philipps Führung bestand.“ Nachdem Kallisthenes Aristoteles 343/342 v. Chr. an den makedonischen Königshof gefolgt war, wurde er von Alexander zur offiziellen Geschichtsschreibung beauftragt, nahm daraufhin als `Hofhistoriker´ am Asienzug teil und verfasste eine Alexandergeschichte mit dem Titel `Alexāndru prāxeis´, was soviel heißt wie `Die Taten Alexanders´. Die entsprechenden Inhalte stellte er während des Feldzuges kontinuierlich in etwa ein- bis zweijährigen Abständen nach den Ereignissen fertig, die dann in einzelnen Teilen aus Asien in die Heimat geschickt und dort veröffentlicht wurden.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Spiegelung Alexanders des Großen in der antiken Literatur dar und umreißt den methodischen Rahmen der Untersuchung.
2. Die bedeutendsten Autoren der Primärtradition: Hier werden neun zentrale zeitgenössische Autoren vorgestellt, die Alexander während oder kurz nach seinem Asienzug aus verschiedenen persönlichen und politischen Blickwinkeln betrachteten.
3. Die philosophischen Schulen unter besonderer Berücksichtigung der Peripatetiker: Dieses Kapitel behandelt die oft kritische Auseinandersetzung philosophischer Denker, insbesondere der Schule des Aristoteles, mit dem Werdegang des Königs.
4. Die Zeugnisse einiger Rhetoriker: Es wird dargelegt, wie rhetorisch geprägte Autoren Alexander oft als Gegenstand für stilistische Ausarbeitungen nutzten und dabei eigene politische Wertungen einfließen ließen.
5. Die bekanntesten sekundären, erhaltenen Alexanderhistoriker: Hier werden die Werke späterer Historiker wie Diodor, Pompeius Trogus, Curtius Rufus, Plutarch und Arrian analysiert, die auf verlorene Quellen zurückgriffen.
6. Der Alexanderroman: Dieses Kapitel widmet sich dem Pseudo-Kallisthenes, der Alexander in eine legendäre, mythenhafte Gestalt verwandelte und das Alexanderbild maßgeblich prägte.
7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung führt die verschiedenen, teils widersprüchlichen Alexanderbilder zusammen und resümiert die Entwicklung der Überlieferung.
Alexander der Große, Antike, Alexanderhistoriker, Historiographie, Primärtradition, Alexanderroman, Alexanderzug, Kallisthenes, Ptolemaios, Peripatetiker, Apotheosierung, Quellenkritik, Hellenismus, Weltbild, Antike Literatur
Die Hausarbeit untersucht, wie die historische Figur Alexander der Große in verschiedenen antiken Texten dargestellt wurde und wie sich dieses Bild im Laufe der Zeit wandelte.
Zu den zentralen Feldern gehören die zeitgenössischen Primärberichte, die Bewertung durch philosophische Schulen, der Einfluss der Rhetorik sowie die Legendenbildung im Alexanderroman.
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme der Spiegelung Alexanders in der antiken Überlieferung, um zu ergründen, welche Charakterzüge und Leistungen von den verschiedenen Autoren hervorgehoben oder kritisiert wurden.
Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, bei der die Autoren einzeln vorgestellt, in ihre literarische Schaffenszeit eingeordnet und hinsichtlich ihrer persönlichen Nähe oder Distanz zu Alexander bewertet werden.
Der Hauptteil analysiert die Werke der bedeutendsten Alexanderhistoriker, die philosophische Kritik an seinem Verhalten sowie die märchenhafte Stilisierung im Alexanderroman.
Alexander der Große, Alexanderhistoriker, Historiographie, Alexanderroman, Quellenkritik und der antike Hellenismus.
Kallisthenes wurde von Alexander beauftragt, den Asienzug in ein positives Licht zu rücken, um den König als göttlich legitimierten und gerechten Anführer aller Hellenen zu präsentieren.
Der Alexanderroman, obwohl historisch weitgehend unzuverlässig, bietet wichtige Einblicke in die mythische Überhöhung Alexanders und seine Wirkung auf die Fantasie der nachfolgenden Generationen.
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