Magisterarbeit, 2009
83 Seiten, Note: 1,0
I. Komponieren für Flöte im 18. Jahrhundert: Die Solokonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach
I.1 Aufgabenstellung
I.2 Quellenlage
II. Die Traversflöte bei Carl Philipp Emanuel Bach
II.1 Der Komponist und sein Instrument
II.2 Zur Organologie der Traversflöte
II.2a Errungenschaften des 17. Jahrhunderts
II.2b Die Traversflöte Carl Philipp Emanuel Bachs
II.3 Zur Musik für Traversflöte
III. Die Flötenkonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach
III.1 Entstehungsgeschichtlicher Kontext
III.2 Überlieferung in den Werkverzeichnissen
III.3 Überlieferung in den Quellen
III.4 Editionen
IV. Der Solopart: Ein Spiegelbild „echter“ Flötenmusik?
IV.1 Zur Beschaffenheit der Flötensolostimme in den Konzerten
IV.2 Das Tonmaterial
IV.2a Tonart und Tonreservoire
IV.2b Tonumfang
IV.2c Oktavlagen
IV.3 Die melodische Aktivität
IV.4 Die Figuration
IV.5 Zusammenfassung
V. Die Fassungen für Violoncello und Cembalo oder Orgel
V.1 Entstehungsgeschichtlicher Kontext
V.2 Überlieferung in den Werkverzeichnissen und Quellen
V.3 Editionen
V.4 Priorität der Fassungen
VI. Original und „Zweitbesetzung“: Zur Kompositionstechnik der Bearbeitung in den Solokonzerten für Flöte, Violoncello oder Cembalo bzw. Orgel
VI.1 Das Bearbeitungsverfahren der Zweitbesetzung
VI.2. Die Bach’sche Bearbeitungstechnik in den Solokonzerten
VII. Der Solopart der Flötenkonzerte und sein Verhältnis zu den alternativen Fassungen
VII.1 Der Vergleich
VII.2 Gemeinsame Tendenzen
VII.3 Die Divergenzen
VII.3.1 Phänomen und Ursache
VII.3.1a Tonhöhendifferenz
VII.3.1b Oktavlagendifferenz
VII.3.1c Differenzen melodischer Aktivität
VII.3.1d Summa summarum: Figurationsdifferenzen
VII.3.2 Zusammenfassung
VIII. Ergebnis: Das Verhältnis von Instrument und Komposition in den Flötenkonzerten Carl Philipp Emanuel Bachs
Diese Magisterarbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Traversflöte als Instrument und den für sie komponierten oder bearbeiteten Solokonzerten von Carl Philipp Emanuel Bach. Ziel ist es, die spezifischen kompositorischen Anpassungen Bachs an die technischen Gegebenheiten und Möglichkeiten der Flöte im 18. Jahrhundert aufzuzeigen und durch einen Vergleich mit alternativen Fassungen für Violoncello oder Cembalo zu präzisieren.
I.1 Aufgabenstellung
Das Verhältnis zwischen Instrument und Komposition gestaltete sich im Laufe der Musikgeschichte als mehr und mehr verbindlich. Während anfangs die instrumentale Besetzung eines Werkes noch ad libitum bzw. durch die Angabe bloßer Alternativen ohne musikalische Konsequenzen für die betroffene Stimme geregelt wurde, begannen die Komponisten des 17./18. Jahrhunderts sich der Bearbeitungstechnik zu bedienen und die betroffene Stimme jeweils neu auszusetzen, wollten sie ein Werk durch verschiedene Instrumente ausgeführt wissen. Dies wurde umso notwendiger, je mehr die Entwicklungen im Instrumentenbau eine stärkere kompositorische Profilierung der für sie verfassten Musik möglich machten und sich eine eins zu eins Übertragung der Stimme von einem Instrument auf ein anderes zunehmend als problematisch erwies.
Für Carl Philipp Emanuel Bach gehörte, wie für seine Zeitgenossen, die Bearbeitungstechnik der „Zweitbesetzung“ zum allgemein üblichen Usus. Insbesondere sein Konzertschaffen zeugt von diesem kompositorischen Verfahren: Von den über fünfzig überlieferten Konzerten für Tasteninstrumente existieren in sechs Fällen Fassungen für die Flöte, von denen drei auch für das Violoncello gesetzt sind, sowie zwei weitere Konzerte für Oboe. Welche der Fassungen jeweils Priorität besitzt, ist zumeist noch ungeklärt. Bach passte den Solopart jedoch umsichtig an die jeweiligen Gegebenheiten der Instrumente an, so dass die Konzerte gleichberechtigt und für sich genommen nebeneinander stehen können.
An den Einrichtungsvorgang Carl Philipp Emanuel Bachs, wie er sich im Solopart der Konzerte nachzeichnen lässt, möchte die Arbeit anknüpfen. Im Zentrum ihrer Auseinandersetzung steht das Instrument Flöte, das sich gerade zur Entstehungszeit der Flötenkonzerte Bachs großer Beliebtheit erfreute und als Virtuoseninstrument gehandelt wurde.
I. Komponieren für Flöte im 18. Jahrhundert: Die Solokonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach: Einführung in die Thematik der Verbindung von Instrument und Komposition sowie Zielsetzung der Arbeit.
II. Die Traversflöte bei Carl Philipp Emanuel Bach: Organologische Betrachtung der Traversflöte in der Mitte des 18. Jahrhunderts und deren Relevanz für Bachs Kompositionen.
III. Die Flötenkonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach: Darstellung des Entstehungskontexts, der Überlieferung und der Editionssituation der sechs bekannten Flötenkonzerte.
IV. Der Solopart: Ein Spiegelbild „echter“ Flötenmusik?: Analyse der Solostimme durch Parameter wie Tonumfang, Melodik und Figuration.
V. Die Fassungen für Violoncello und Cembalo oder Orgel: Untersuchung der alternativen Fassungen und deren Bedeutung für das Verständnis von Bachs Bearbeitungspraxis.
VI. Original und „Zweitbesetzung“: Zur Kompositionstechnik der Bearbeitung in den Solokonzerten für Flöte, Violoncello oder Cembalo bzw. Orgel: Analyse des spezifischen Bearbeitungsverfahrens und der Kompositionstechnik Bachs.
VII. Der Solopart der Flötenkonzerte und sein Verhältnis zu den alternativen Fassungen: Vergleich der Flötenstimmen mit den Alternativfassungen zur Aufdeckung instrumentenbedingter Divergenzen.
VIII. Ergebnis: Das Verhältnis von Instrument und Komposition in den Flötenkonzerten Carl Philipp Emanuel Bachs: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse bezüglich Bachs Umgang mit dem Instrument Flöte.
Carl Philipp Emanuel Bach, Traversflöte, Flötenkonzerte, Solokonzert, Bearbeitungstechnik, Zweitbesetzung, Instrumentenbau, Virtuosität, Musikwissenschaft, 18. Jahrhundert, Solopart, Aufführungspraxis, Quellenanalyse, Cembalokonzert, Violoncellokonzert.
Die Arbeit befasst sich mit den Solokonzerten von Carl Philipp Emanuel Bach und analysiert, wie der Komponist den Solopart der Flöte im Kontext seiner Bearbeitungspraxis und im Vergleich mit anderen Instrumenten konzipiert hat.
Die zentralen Themen umfassen die Organologie der Traversflöte, die Authentizität und Überlieferung der Konzerte sowie die kompositorische Bearbeitungstechnik bei verschiedenen Besetzungsvarianten.
Das Ziel ist es, herauszufinden, was Bachs Flötenkonzerte trotz ihrer teils instrumentenfremden Figuration zu "echten" Flötenkonzerten macht und wie er das Instrument in seine kompositorischen Strukturen integriert.
Die Arbeit kombiniert organologische Grundlagenforschung mit einer detaillierten Analyse der Notentexte und einem vergleichenden Studium der unterschiedlichen Fassungen (Flöte, Cello, Cembalo).
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Flötensoloparts nach musikalischen Parametern, die Analyse der Bearbeitungstechnik und einen umfassenden Vergleich der Flötenkonzerte mit ihren alternativen Fassungen für Violoncello und Cembalo.
Wichtige Begriffe sind Carl Philipp Emanuel Bach, Traversflöte, Solokonzert, Bearbeitungstechnik, Zweitbesetzung, Virtuosität und instrumentenspezifische Kompositionspraxis.
Die Traversflöte wird als ein Instrument dargestellt, das zur Zeit Bachs eine hohe technische Versiertheit erforderte, wobei Bach die Virtuosität durch anspruchsvolle Figurationen und den bewussten Einsatz des Tonraums steuerte.
Die Autorin diskutiert die problematische Quellenlage und die sprunghafte melodische Struktur des d-Moll Konzerts und bewertet verschiedene Forschungsansätze, die das Werk Bach zuschreiben.
Da viele Konzerte ursprünglich für Tasteninstrumente konzipiert wurden, enthalten sie für die Flöte spieltechnisch sehr anspruchsvolle Passagen, die Bachs Rücksichtnahme auf das Instrument teils an die Grenzen der Ausführbarkeit führen.
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