Diplomarbeit, 2002
89 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Motivation der Analyse von Rimessen
2.1 Erfassung und Umfang der Heimatüberweisungen
2.2 Zur makro- und mikroökonomischen Relevanz von Rimessen
3. Theoretische Erklärungsansätze
3.1 Internationale Migration und Transferzahlungen
3.2 Altruismus und Eigeninteresse
3.3 Modelltheoretische Erklärungsversuche
3.3.1 Das Grundmodell
3.3.2 Einige weiterführende Ansätze
4. Empirische und ökonometrische Modellierung
4.1 Die Datenerhebung
4.2 Hypothesen und Vorstellung der exogenen Variablen
4.3 Ökonometrische Modellierung
4.3.1 Das zensierte Tobit-Modell
4.3.2 Heckmans zweistufiges Schätzverfahren
5. Empirische Ergebnisse
5.1 Schätzungen des Probit- und zensierten Tobit-Modells
5.2 Ergebnisse des zweistufigen Ansatzes und Vergleich
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Bestimmungsfaktoren für Heimatüberweisungen (Rimessen) ausländischer Haushalte in Deutschland, um mikroökonomische Entscheidungsmuster und deren Einflussfaktoren empirisch zu identifizieren.
3.2 Altruismus und Eigeninteresse
Die verschiedenen, in der Literatur existierenden Theorien zur Erklärung von Heimatüberweisungen enthalten sehr häufig Beweggründe, welche sich entweder auf den Altruismus oder aber auf Austauschprozesse von Leistungen zwischen dem Migranten und den Personen in der Heimat und somit auf die Verfolgung von Eigeninteressen zurückführen lassen. Die wesentlichen modelltheoretischen Ansätze kombinieren Elemente beider Motivgruppen. Deren Eigenschaften lassen sich in einem formalen Modell zeigen, welches aus dem allgemeinen Ansatz von Cox (1987) zur Transferökonomik abgeleitet ist. Die hier gewählte Darstellung orientiert sich an den Ausführungen von Clark und Drinkwater (2001).
Der ‚reine’ Altruismus wird von Lucas und Stark (1985) als eine sehr nahe liegende Begründung vor allem im Rahmen intrafamiliärer Transfers identifiziert. Dabei werden Heimatüberweisungen allein aufgrund der Sorge des Migranten um das Wohlergehen der Familie in der Heimat getätigt. In formalen Ansätzen hierzu ist, basierend auf der grundlegenden Arbeit von Becker (1974), der Nutzen des Migranten sowohl in Abhängigkeit seines eigenen Konsums als auch des Nutzens der Angehörigen darstellbar. In einem stark vereinfachenden Modell ergibt sich daher die entsprechende Nutzenfunktion des Migranten, M, als UM (cM, UH (cH)).
1. Einleitung: Einführung in die ökonomische Relevanz von Rimessen und Darlegung der Forschungsfragen.
2. Motivation der Analyse von Rimessen: Darstellung der makro- und mikroökonomischen Bedeutung der Transferzahlungen und Problematik der Datenlage.
3. Theoretische Erklärungsansätze: Herleitung der Motive Altruismus und Eigeninteresse sowie Modellierung der Transferentscheidungen.
4. Empirische und ökonometrische Modellierung: Beschreibung der Datengrundlage (SOEP) und methodische Vorbereitung der empirischen Analyse.
5. Empirische Ergebnisse: Präsentation und Interpretation der ökonometrischen Schätzergebnisse sowie Vergleich der angewandten Modelle.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Ergebnisse und Implikationen für zukünftige Forschungsansätze.
Heimatüberweisungen, Rimessen, Migrationsökonomik, Altruismus, Eigeninteresse, SOEP, Haushaltsentscheidungen, Tobit-Modell, Heckman-Verfahren, Arbeitsmigration, Transferzahlungen, Paneldaten, intertemporale Nutzenmaximierung, ökonometrische Modellierung, Kapitalbewegungen.
Die Untersuchung der Gründe und Bestimmungsfaktoren für Geldtransfers (Rimessen) von ausländischen Haushalten aus Deutschland in ihre Heimatländer.
Die Arbeit fokussiert primär auf die beiden theoretischen Hauptmotive: altruistische Fürsorge für die Familie und die Verfolgung von Eigeninteressen (z.B. Erbschaftserwartung oder Rückkehrabsicherung).
Es sollen Hypothesen aus theoretischen Modellen anhand von Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) empirisch auf ihre Relevanz für das Verhalten der in Deutschland lebenden Haushalte geprüft werden.
Es werden das zensierte Tobit-Modell zur simultanen Analyse der Überweisungsentscheidung sowie der zweistufige Ansatz nach Heckman zur Korrektur potenzieller Selektionsverzerrungen verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Hypothesenbildung, die methodische Aufbereitung der Paneldaten und die ökonometrische Schätzung der Einflussparameter.
Zentrale Merkmale sind die Nutzung des SOEP-Datensatzes, die Berücksichtigung verschiedener Nationalitäten und die methodische Trennung von Überweisungswahrscheinlichkeit und -höhe.
Um zu prüfen, ob die Überweisungsentscheidung ein zweistufiger Prozess ist, bei dem Faktoren unterschiedlich auf das "Ob" und das "Wie viel" des Transfers wirken, was das Tobit-Modell restriktiv gleichsetzt.
Die Aufenthaltsdauer wird als dynamisches Element analysiert, wobei zwischen der "remittance decay hypothesis" und einem potenziellen M-förmigen Verlauf der Transferzahlungen über die Zeit abgewogen wird.
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