Examensarbeit, 2012
43 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Problemfelder der Übersetzung in Alice und ihre Lösung
2.1 Theoretische Vorüberlegungen der Übersetzung
2.1.1 Identifikation der Problemfelder
2.1.2 Konzepte und Begriffe der Übersetzungswissenschaft
2.2 Carrolls Affinität zur Sprache und Sprachspielereien
2.3 Eigennamen und Kapitelüberschriften
2.4 Parodien bekannter Gedichte und Kinderlieder
2.5 Wortspiele
2.5.1 Phonologische Ebene
2.5.2 Polysemantische Ebene
2.5.3 Idiomatische Ebene
2.6 Neologismen
3 Schlussbetrachtung
4 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Übersetzung der literarischen Werke Lewis Carrolls ins Deutsche, wobei der Fokus insbesondere auf der Übertragbarkeit der komplexen Sprachspiele liegt. Ziel ist es, anhand ausgewählter Problemfelder zu analysieren, welche Übersetzungsstrategien erfolgreich eingesetzt wurden, um den humoristischen Geist und die spielerische Struktur des Originals trotz sprachlicher Barrieren zu bewahren.
2.5.3 Idiomatische Ebene
Eine dritte und in dieser Arbeit letzte, sprachwissenschaftliche Eigenschaft, der Wortspiele zugrunde liegen können, ist die Idiomatik. Idiome, auch idiomatische Redewendungen genannt, bezeichnen in der Sprachwissenschaft feste Wortverbindungen, die nicht wörtlich, sondern übertragen verstanden werden müssen. Die Bedeutung der einzelnen Worte entspricht nicht der Bedeutung der idiomatischen Redewendung, die sich aus diesen Worten zusammensetzt. Das Idiom ist quasi größer als die Summe seiner Einzelteile. (vgl. Díaz Pérez 361) Aus der Diskrepanz von wörtlicher und übertragener Bedeutung können sich Missverständnisse und daraus komische Effekte ergeben, welche Carroll natürlich ausnutzt, indem er seine Wunderland- und Spiegellandgeschöpfe die Dinge oft allzu wörtlich nehmen lässt. (vgl. Sutherland 201) Als Beispiel dient eine Textstelle aus TLG, in der Alice sich vor einer verschlossenen Tür befindet und sich mit dem Frosch unterhält. Es wird das Idiom to answer a door (deu. eine Tür aufmachen) verwendet und mit der wörtlichen Bedeutung gespielt:
Alice turned round, ready to find fault with anybody. ‘Where's the servant whose business it is to answer the door?’ she began angrily. [...]
The Frog looked at the door with his large dull eyes for a minute: then he went nearer and rubbed it with his thumb, as if he were trying whether the paint would come off: then he looked at Alice.
‘To answer the door?’ he said. ‘What's it been asking of?’
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Lewis Carrolls Werken dar und führt in die Problematik ihrer Übersetzung ein, insbesondere im Hinblick auf Sprachspiele und intertextuelle Bezüge.
2 Problemfelder der Übersetzung in Alice und ihre Lösung: Dieser Hauptteil analysiert systematisch verschiedene sprachliche Hürden wie Eigennamen, Parodien, Wortspiele und Neologismen und bewertet deren Umsetzung in verschiedenen deutschen Übersetzungen anhand übersetzungswissenschaftlicher Konzepte.
3 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der analysierten Lösungsansätze und betont, dass die Übersetzung dieses komplexen Werkes trotz notwendiger Verluste bei sprachlicher Kreativität durchaus gelingen kann.
4 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der herangezogenen Wörterbücher.
Lewis Carroll, Alice im Wunderland, Übersetzungswissenschaft, Sprachspiele, Intertextualität, Neologismen, Portmanteau-Wörter, Parodien, Übersetzungstechniken, Skopostheorie, Wortspiel, Literaturübersetzung, Idiomatik, Polysemie, Phonologie
Die Arbeit untersucht die sprachlichen Besonderheiten in Lewis Carrolls Alice-Romanen und analysiert, wie Übersetzer mit den daraus resultierenden Herausforderungen bei der Übertragung ins Deutsche umgehen.
Die zentralen Felder sind die Analyse von Eigennamen, Parodien, Wortspielen (auf phonologischer, polysemantischer und idiomatischer Ebene) sowie Neologismen im Kontext der literarischen Übersetzung.
Das Ziel ist es, Grundtendenzen der Übersetzbarkeit von Carrolls Sprachspielen an ausgewählten Beispielen herauszuarbeiten und zu beurteilen, inwieweit verschiedene Übersetzer den Geist des Originals erfolgreich ins Deutsche übertragen konnten.
Die Autorin stützt sich auf übersetzungswissenschaftliche Theorien (wie die Skopostheorie, Texttypologie nach Reiß und Übersetzungsverfahren nach Nord), um eine methodische Vergleichsbasis für die Analyse der verschiedenen Übersetzungsversionen zu schaffen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Übersetzungswissenschaft, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Problemfelder Eigennamen, Parodien, Wortspiele und Neologismen anhand konkreter Textbeispiele aus dem Original und entsprechenden deutschen Übersetzungen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Alice im Wunderland, Sprachspiele, Intertextualität, Übersetzungswissenschaft, Portmanteau-Wörter und literarische Übersetzung treffend charakterisieren.
Sie erläutert drei Strategien: das Finden eines äquivalenten bekannten Gedichts in der Zielsprache, die mechanische Übersetzung (die oft den Witz verliert) und die Neuschöpfung von Unsinnsgedichten durch den Übersetzer.
Diese Neologismen (Kofferwörter) verbinden zwei Bedeutungen in einem Wort. Eine adäquate Übersetzung erfordert laut Autorin hohe Kreativität, um lautmalerische Eigenschaften und die geheimnisvolle Wirkung der Wortneuschöpfung im Deutschen ästhetisch zu bewahren.
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