Diplomarbeit, 2012
88 Seiten, Note: 2,3
1. EINLEITUNG:
2. DIE GROßE DEPRESSION:
2.1 Der Gold Devisen Standard
2.1.1 Funktionsweise:
2.1.2 Probleme des Golddevisenstandards in der Zwischenkriegszeit:
2.1.2.1 Störungen des Ausgleichsmechanismus:
2.1.2.2 Problem der Sterilisation des Goldes:
2.1.2.3 Der Zusammenhang zwischen Abwertung und Weltmarktpreis:
2.1.2.4 Wie der Goldstandard die Bankenrettung blockierte:
2.2 Schulden als dauernde Systembelastung:
2.2.1 Schuldendefinition:
2.2.2 Maßstab für die Schuldentragfähigkeit:
2.2.3 Entstehung eines staatlichen Zahlungsausfalls:
2.2.4 Reparationen und Kriegsschulden:
2.2.5 Zunehmende Verschuldung der Privatwirtschaft:
2.3 Der Spekulationsboom in den USA:
2.3.1 Voraussetzungen für die Entstehung von Spekulationsblasen:
2.3.2 Finanzmarktinnovationen der 20´er Jahre:
2.3.3 Kredite treiben die Kurse und nähren die Spekulation:
2.3.4 Ablauf der Spekulation und ihr Zusammenbruch:
2.4 Die deutsche Bankenkrise und ihre Auswirkungen:
2.4.1 Die Krisenanfälligkeit des Bankensystems in Mitteleuropa:
2.4.2 Kapitalakkumulation in Deutschland:
2.4.3 Bankenkrise in Deutschland, Zusammenbruch und Rettung:
2.5 Lehren aus der Krise, die deutsche Antikrisenpolitik
2.5.1 Reichskanzler Heinrich Brüning, wie richtig doch falsch sein kann:
2.5.2 Wirtschaftspolitische Maßnahmen Brünings:
2.5.3 Beginn Antizyklische Konjunkturpolitik unter Papen und Schleicher:
2.5.4 Inwieweit waren die Maßnahmen keynesianisch:
3. DIE REZESSION VON 2008
3.1 Wie ein Traum zum Albtraum wird, die Immobilienkrise der USA:
3.1.1 Entstehung der Immobilienblase in den USA:
3.1.2 Traditionelles Bankgeschäft, Vergangenheit und Zukunft:
3.1.3 Zukunftsweisende Innovationen?
3.1.4 Fehlgeleitete Anreizstrukturen und ihre Folgen:
3.1.5 Die Blase ist geplatzt, Situation in Deutschland und der EU:
3.2 Die Antikrisenmaßnahmen von EZB und Bundesregierung:
3.2.1 Geldpolitische Maßnahmen der europäischen Zentralbank:
3.2.2 Maßnahmen der Bundesregierung:
3.2.2.1 Direkte und indirekte Steigerung der Nachfrage durch Konjunkturprogramme:
3.2.2.2 Maßnahmen für den Arbeitsmarkt:
3.2.2.3 Aufrechterhaltung des Kreditflusses an Unternehmen:
3.2.3 Die Maßnahmen greifen, Deutschland im Aufschwung:
3.3 Entwicklung der staatlichen Verschuldung:
4. GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE DER BEIDEN KRISEN:
Die Arbeit untersucht vergleichend die beiden großen wirtschaftlichen Kontraktionen der Weltwirtschaft von 1929 und 2008. Ziel ist es, die Ursachen, den Verlauf und die politischen Gegenmaßnahmen – insbesondere in Deutschland und den USA – zu analysieren und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Krisenbewältigung aufzuzeigen.
2.1.2.1 Störungen des Ausgleichsmechanismus:
Ragnar Nurkse deckte in einer 1944 veröffentlichten Abhandlung auf, dass die Spielregeln des Goldstandards in der Zwischenkriegszeit nicht konsequent angewandt wurden. Die Zentralbanken setzten ihren Diskontsatz nicht entsprechend um, damit ihre jeweiligen Handelsbilanzsalden auszugleichen. Vermutlich aufgrund der Auswirkungen welche eine Zinserhöhung auf die Binnenwirtschaft und die Staatsverschuldung hat. Nurske sieht hierin die Ursache für die Instabilität des Goldstandards der Zwischenkriegszeit. Doch Arthur Bloomfield konnte diese These bereits 1959 wiederlegen, da er feststellte, dass in der Phase des Vorkriegsgoldstandards die Einhaltung der Spielregeln ebenfalls eher eine Ausnahme darstellte. Dass der Goldstandard vor dem ersten Weltkrieg dennoch so gut funktionierte, ist in der Tatsache zu sehen, dass keinerlei Zweifel darin bestand, dass die Zentralbanken im Notfall die Goldreserven verteidigen und die Konvertibilität (Umtausch in Gold) aufrechterhalten würden! Jeder konnte somit davon ausgehen, für eine Währungseinheit eine fest definierte Menge an Gold zu erhalten. In einem solchen System war es selbst bei leichten Wechselkursschwankungen lohnend, auf dem Devisenmarkt die Währung mit dem Kursverlust aufzukaufen. Anschließend konnte sie bei der jeweiligen Zentralbank gegen Gold eingetauscht werden, wofür die eigne Zentralbank wiederum Währungseinheiten auszahlte. Da immer fest mit der Goldeinlösung durch die Zentralbank gerechnet wurde, verbesserte sich der Wechselkurs somit, ohne dass die Zentralbank übermäßig intervenieren musste. Den Zentralbanken war es dadurch möglich, Interventionen wie sie die Spielregeln erfordert hätten hinauszuzögern, solange Sie langfristig eingehalten wurden. Der Glaube, dass die Zentralbanken für die Konvertibilität und die Goldreserven intervenierten würden, sorgte für das stabile Funktionieren des Systems. Doch warum war dieser Glaube im Goldstandard der Zwischenkriegszeit scheinbar erschüttert? Die Zeiten hatten sich grundlegend geändert. Durch die organisierte Arbeiterschaft und die Einführung von Tarifverträgen war eine Senkung der Löhne und damit der Preise nicht mehr ohne weiteres möglich. Traten nun Handelsbilanzdefizite auf, führte eine Erhöhung der Zinsen zwangsläufig zu einem höheren Anstieg der Arbeitslosigkeit als dies im 19 Jh. der Fall war.
1. EINLEITUNG: Definiert Wirtschaftskrisen als Phasen negativen Wachstums und erläutert die theoretischen Grundlagen sowie die Unterscheidung zwischen Rezession und Depression nach Schumpeter.
2. DIE GROßE DEPRESSION: Analysiert das Versagen des Golddevisenstandards, die Rolle der Auslandsverschuldung und die Auswirkungen der deutschen Bankenkrise sowie die Krisenpolitik von Brüning bis Schleicher.
3. DIE REZESSION VON 2008: Beschreibt die Entstehung der US-Immobilienblase, die Rolle neuer Finanzinstrumente und die anschließende internationale Ausbreitung der Krise sowie die Gegenmaßnahmen von EZB und Bundesregierung.
4. GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE DER BEIDEN KRISEN: Vergleicht die Spekulationsstrukturen und die staatlichen Eingriffsstrategien beider Krisenperioden und leitet daraus Lehren für zukünftige Krisen ab.
Weltwirtschaftskrise, Rezession, Depression, Goldstandard, Spekulationsblase, Bankenkrise, staatliche Verschuldung, Konjunkturpolitik, Finanzmarktinnovationen, Keynesianismus, Neoklassik, Arbeitsbeschaffung, Deflation, Finanzkrise, Haushaltskonsolidierung.
Die Arbeit bietet eine fundierte vergleichende Analyse der beiden bedeutendsten Wirtschaftskrisen des 20. und 21. Jahrhunderts, namentlich der Großen Depression ab 1929 und der globalen Rezession von 2008.
Zu den Schwerpunkten gehören das internationale Währungssystem (Goldstandard), die Entstehung von Spekulationsblasen, die Auswirkungen von Bankenkrisen sowie die Effektivität staatlicher Interventionsmaßnahmen.
Das primäre Ziel ist es, die historischen Abläufe beider Krisen zu verstehen und durch den Vergleich der politischen Reaktionen zu eruieren, welche Instrumente der Krisenbewältigung in unterschiedlichen ökonomischen Kontexten erfolgreich sind.
Der Autor nutzt einen historisch-analytischen Ansatz und stützt sich dabei auf etablierte volkswirtschaftliche Theorien wie die Neoklassik und den Keynesianismus, um die wirtschaftspolitischen Entscheidungen der jeweiligen Akteure zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der Ursachen und Folgen der 1929er Krise (inkl. Reparationen und Bankenkrise) und stellt diese der Rezession von 2008 gegenüber, wobei insbesondere auf die Rolle der USA und Deutschlands eingegangen wird.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Weltwirtschaftskrise, Goldstandard, Spekulationsblase, Finanzmarktinnovationen, antizyklische Konjunkturpolitik und Schuldenintoleranz geprägt.
Der Goldstandard schränkte die geldpolitische Flexibilität der Zentralbanken stark ein, da eine Ausweitung der Geldmenge zur Krisenbekämpfung unmittelbar zu Goldabflüssen und Währungsabwertungsängsten führte, was eine effektive Stabilisierung blockierte.
Komplexe Instrumente wie die Verbriefung von Hypothekenkrediten führten zu einer Trennung von Kreditvergabe und Risikoübernahme, wodurch Anreizstrukturen fehlgeleitet wurden und die Transparenz über die Qualität der Vermögenswerte verloren ging.
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