Magisterarbeit, 2011
99 Seiten, Note: 1,0
2. EINLEITUNG
3. ASPEKTE DES ERZÄHLENS BEI W.G. SEBALD
3.1 Fiktionale Strategien des Erzählens
3.1.1 Erzähler und Autor: Die Erfindung des Ich
3.1.2 Biografien weiterschreiben. Das Dokument und das reflexive Hineinversetzen
3.1.3 Der zweite Erzähler: Zeugenschaft als erzählerisches Mittel in Die Ausgewanderten
3.1.4 Fotografisches Erzählen
3.2 Fiktive Strategien des Erzählens
3.2.1 Reise und Exil bei Sebald
3.2.1.1 Sebalds Reisen – Ortswechsel als Grundvoraussetzung der Fiktion
3.2.1.2 Ambros Adelwarth: Die Ausreise des Onkel Kasimir
3.2.2 Fühlen, Denken, Verzweifeln: Erinnern und Erinnerungslosigkeit in All'estero
3.2.3 Austerlitz' Schreibkrise und die Gedächtnislosigkeit der Fotografie
4. DIE FOTOGRAFIEN IN SEBALDS WERK
4.1 Verweise zur Theorie von Text und Bild sowie Ikonotexten
4.2 Theoretische Vorbetrachtungen zur Fotografie
4.2.1 Der besondere Realitätsbezug der Fotografie
4.2.2 Fotos als Vergangenheitsbilder
4.3 Sebalds Fotos: Die vermittelte Verwendung eines (scheinbar) distanzlosen Mediums
4.3.1 Formelle Aspekte zu Sebalds Bildern
4.3.2 Der Autor und die Fotos
4.3.3 Der Erzähler und die Fotos
4.3.4 Zur Verbindung von Foto und Text bei W.G. Sebald
4.3.5 Rezeption der Ikonotexte
4.4 Funktionen von Foto-Text-Relationen
4.5 Fotos vom Erzähler
4.5.1 Erzählerfoto in Die Ringe des Saturn: Die absolute Vergangenheit
4.5.2 Erzählerfoto in Die Ausgewanderten: Der Fotograf im Text
4.5.3 Erzählerfoto in Schwindel. Gefühle.: Ein Zuzwinkern
5. BETRACHTUNGEN EINZELNER FOTOGRAFIEN
5.1 Fotografien in Austerlitz
5.1.1 Kuppel des Bahnhofs von Antwerpen / brennender Bahnhof von Luzern: Das Wichtige liegt im Abseits
5.1.2 Zwei Fotos auf dem Weg zur Vergangenheit: Das Mosaik und das Treppenhaus
5.1.3 Die Fotos von Věra
5.1.3.1 Das Bühnenbild mit zwei Schauspielern
5.1.3.2 Der Page der Rosenkönigin
5.1.3.3 Der vergessene Fundort der Fotografien
5.1.3.4 Balzacs Erzählung Le Colonel Chabert als Prätext
5.2 Fotografien in Henry Selwyn
5.2.1 Der Tennisplatz
5.2.2 Der Küchengarten
5.2.3 Gemeinsamkeiten der Fotos
6. SCHLUSSBETRACHTUNG
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis von fotografischen Abbildungen zu den Erzähltexten in den drei Prosawerken "Schwindel. Gefühle.", "Die Ausgewanderten" und "Austerlitz" von W.G. Sebald. Ziel ist es, die Verweiskraft der Fotos und ihre Funktion im Spannungsfeld zwischen Dokumentarismus und Fiktion zu ergründen, da diese in der bisherigen Forschung oft nur marginal behandelt wurden.
Die Fotografien in Sebalds Werk
Da die Theorie von Bild und Text sowie die zahlreichen Verbindungen der beiden Medien nicht im Zentrum dieser Arbeit stehen, sollen an dieser Stelle die Arbeiten anderer Sebald-Forscher genannt werden, die in der Hinführung zu ihren Untersuchungen aufschlussreiche Zusammenfassungen der einschlägigen Theorien gegeben haben. Die Geschichte von Illustration und Bildbeigabe zu Text bis zum neuen Genre Foto-Text hat Thomas von Steinaecker in seiner Einführung in "Literarische Foto-Texte" ausführlich erläutert. Theoretische Ausführungen zur Text-Bild-Forschung fasst Antje Tennstedt aufschlussreich zusammen. Auch Alex Seiler stellt theoretische Ansätze der Text-Bild Forschung vor.
Wir müssen fotografische Bilder nicht erst lesen, damit wir sie verstehen – auch wenn sich uns nach genauerer „Lektüre“ möglicherweise der ganze Inhalt des Dargestellten öffnet, sagen Fotos doch dem Betrachter sofort irgendetwas, denn sie sind keinem Sprachcode unterworfen. Jeder versteht Fotos, weil sie Dinge so abbilden, wie sie man mit eigenen Augen sehen könnte und daher wirken sie zunächst per se dokumentarisch:
„So werden Fotos, im Gegensatz zu geschriebenen Texten, nicht als Interpretationen, sondern vielmehr als Fakten wahrgenommen.“
Gerade das Foto muss jedoch, weil es spezifische Aussagen über ein in der Vergangenheit stattgefundenes Ereignis machen, in einen Kontext eingebunden werden. Die Fotografie in unkommentierter Form ist ein bedeutungsoffenes Zeichen. Das Medium Fotografie kann also bebildern, nicht jedoch einordnen und Beziehungen herstellen. Trotz dieses Umstands bringen wir dem Foto noch immer ein besonderes Vertrauen entgegen, da wir es als eine Repräsentationsform wahrnehmen, „[...] that does have a privileged relationship to past reality.“ Diesen besonderen Realitätsbezug der Fotografie fasst Barthes im Vergleich mit anderen Künsten zusammen.
2. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Relevanz von Sebalds Prosa für die Erinnerungskultur und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Verhältnisses von Text und Fotografie.
3. ASPEKTE DES ERZÄHLENS BEI W.G. SEBALD: Dieses Kapitel analysiert die erzählerischen Strategien, insbesondere die Konstruktion des Ich-Erzählers und die Vermischung von faktualen und fiktionalen Elementen.
4. DIE FOTOGRAFIEN IN SEBALDS WERK: Es wird die theoretische Grundlage für die Untersuchung der "Foto-Texte" gelegt und die Funktion sowie Rezeption der eingebetteten Fotografien diskutiert.
5. BETRACHTUNGEN EINZELNER FOTOGRAFIEN: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte Einzelanalyse ausgewählter Fotografien aus "Austerlitz" und "Die Ausgewanderten" hinsichtlich ihrer narrativen Wirkung.
6. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit einem Resümee darüber, wie Sebald durch die Einbettung von Fotos das Erzählen als Medium der Erinnerung transformiert.
W.G. Sebald, Fotografie, Ikonotext, Fiktion, Dokumentarismus, Erinnerung, Foto-Text, Austerlitz, Die Ausgewanderten, Schwindel. Gefühle., Narratologie, Erzählstrategien, Bild-Text-Beziehung, Intermedialität, Authentizität
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Fotografien in den drei Prosawerken von W.G. Sebald und analysiert, wie diese Bilder den Erzähltext beeinflussen und ergänzen.
Die zentralen Felder sind die Verbindung von Literatur und Fotografie (Intermedialität), die Darstellung von Erinnerung und die Auflösung der Grenzen zwischen Faktum und Fiktion.
Ziel ist es, die systematische Funktion der in die Texte eingebetteten Fotografien zu beleuchten und ihre Bedeutung für die Konstitution des erzählten Werks zu verstehen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die narratologische Ansätze mit medientheoretischen Überlegungen zur Fotografie verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des "Foto-Textes" und eine detaillierte Untersuchung konkreter Bildbeispiele aus den untersuchten Romanen.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Ikonotext, Fiktionalisierung, Erinnerungskultur, Dokumentarismus und die spezifische Erzählweise von Sebald.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Sebald die Fotos nicht als Beweisdokumente, sondern als "bedeutungsoffene Zeichen" nutzt, die erst durch den Erzählkontext ihre spezifische, oft ironisch gebrochene Wirkung entfalten.
Der Erzähler fungiert als Instanz, die das Foto in den Text integriert; seine Deutung und sein Umgang mit dem Bild (z.B. durch Fußnoten oder Kommentare) steuern die Wahrnehmung des Lesers maßgeblich.
Sie illustrieren die Verschränkung von privater Erinnerung und kulturellem Gedächtnis und dienen dem Protagonisten als Ankerpunkte, um sich seiner eigenen Geschichte und Identität anzunähern.
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