Masterarbeit, 2011
105 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
Teil I: Theoretischer Hintergrund
2 Belastungserleben im Schüleralltag
2.1 Relevanz der Thematik
2.2 Darstellung und Begründung der Untersuchung
2.3 Begriffliche Orientierung
2.3.1 Das theoretische Konzept schulischer Belastung
2.3.2 Das Konzept der Salutogenese
2.3.3 Die G8-Qualifikationsphase im Land Niedersachsen
2.4 Zusammenfassung
3 Stand der Forschung
3.1 Vorstellung einer ausgewählten Studie zum Thema schulische Belastung und Beanspruchung
Teil II: Empirische Untersuchung
4 Darstellung relevanter Methoden
4.1 Das qualitative Forschungsparadigma
4.2 Das halbstrukturierte Leitfadeninterview
4.3 Zirkuläres Dekonstruieren
5 Das Untersuchungsdesign
5.1 Vorbereitung der Untersuchung
5.2 Entwicklung des Leitfadens
5.3 Durchführung der Interviews
5.4 Die Auswertungsphase
5.4.1 Sampling
5.4.2 Step by Step
6 Darstellung der Ergebnisse
6.1 Ergebnisdarstellung Leila
6.1.1 Vorstellung meiner Interviewpartnerin
6.1.2 Mottofindung
6.1.3 Zusammenfassende Nacherzählung
6.1.4 Vertiefende Fallinterpretation
6.2 Ergebnisdarstellung Trisha
6.2.1 Vorstellung meiner Interviewpartnerin
6.2.2 Mottofindung
6.2.3 Zusammenfassende Nacherzählung
6.2.4 Vertiefende Fallinterpretation
6.3 Ergebnisdarstellung Michael
6.3.1 Vorstellung meines Interviewpartners
6.3.2 Mottofindung
6.3.3 Zusammenfassende Nacherzählung
6.3.4 Vertiefende Fallinterpretation
7 Vergleich des Belastungserlebens der Interviewten
7.1 Synopsis
7.2 Typenbildung
8 Diskussion
8.1 Diskussion der Ergebnisse im Spiegel der Forschungsfrage und des theoretischen Hintergrundes
8.2 Ausblick und Konsequenzen für die G8-Reform
9 Reflexion der Forschungsprozesses
Diese Masterabschlussarbeit untersucht das subjektive Belastungserleben von Schülerinnen und Schülern der G8-Qualifikationsphase. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwieweit stellt die Qualifikationsphase für Schülerinnen und Schüler der G8-Jahrgänge eine Belastung dar?“ Dabei wird analysiert, ob G8-spezifische Strukturen primär für Belastungen verantwortlich sind oder ob individuelle Faktoren und situative Bedingungen eine entscheidende Rolle spielen.
Das theoretische Konzept schulischer Belastung
Um die Nachvollziehbarkeit dieser Forschungsarbeit zu gewährleisten, ist die Erläuterung des der Arbeit zugrundeliegenden theoretischen Arbeitsmodells unumgänglich. Die Darstellung eines konkreten theoretischen Konzeptes, das den Belastungsbegriff definiert und eingrenzt ist desweiteren notwendig, um den größeren Rahmen dieser Forschungsarbeit abzustecken. Überscheidungen, Unklarheiten und Verwechselungen mit anderen Belastungsbegriffen werden auf diese Weise vermieden. Das theoretische Konzept schulischer Belastung von Landwehr, Fries & Hubler (1983) empfiehlt sich hier besonders als theoretische Grundlage, da es explizit auf die Belastung von Schülerinnen und Schülern Bezug nimmt.
Bevor ich nun aber ausführlich auf die Bedeutung des Theorieentwurfs schulischer Belastung von Landwehr et. al. eingehe, möchte ich ebenfalls die allgemeine Definition von „Belastung“ ansprechen und dabei auch einige wichtige Termini aus der Belastungsforschung erläutern.
Unter dem Begriff „Belastung“ versteht man im Allgemeinen, die kontinuierliche Einwirkung verschiedener Faktoren auf eine Person. Wirken diese belastenden Faktoren über einen längeren Zeitraum auf eine Person ein, dann führt dies zu einer erheblichen Beanspruchung des betroffenen Menschen. Verschiedene Belastungen können individuell unterschiedliche Auswirkungen auf den Empfänger haben. Nimmt die konstante Belastung jedoch einen überdurchschnittlich großen Einfluss auf Psyche und Gesundheit eines Menschen, so sprechen wir in der Regel von Stress. Die Begriffe Stress und Belastung sind hier jedoch keinesfalls synonym zu verwenden, da Stress in der Regel nur als Reaktion auf eine direkte Belastung zu werten ist. Das heißt, nicht jede Belastung muss im Stress resultieren, jede Stressreaktion ist jedoch auf eine kontinuierliche Belastung zurückzuführen. An dieser Stelle möchte ich auf den Psychologen Richard Lazarus verweisen, der 1974 das transaktionale Stressmodell vorstellte. Lazarus definierte Stress darin erstmalig in der Geschichte der Belastungsforschung als Wechselwirkung zwischen den spezifischen Anforderungen einer Situation und den subjektiven Deutungsprozessen der betroffenen Person. Ausschlaggebend für die Stressreaktion ist demnach nicht die Art der Belastung, sondern vielmehr die subjektive Bewertung dieser Belastung durch die handelnde Person.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik des G8-Systems und Darlegung der Motivation für die empirische Untersuchung.
2 Belastungserleben im Schüleralltag: Theoretische Grundlegung durch das Konzept schulischer Belastung, Salutogenese und Beschreibung der G8-Struktur.
3 Stand der Forschung: Darstellung der richtungsweisenden Studie „Sind 12 Schuljahre stressiger?“ und deren Einfluss auf die eigene Arbeit.
4 Darstellung relevanter Methoden: Erläuterung des qualitativen Forschungsparadigmas, des Leitfadeninterviews und der Methode des zirkulären Dekonstruierens.
5 Das Untersuchungsdesign: Detaillierte Schilderung der Vorbereitung, Durchführung und Auswertungsphase der empirischen Datenerhebung.
6 Darstellung der Ergebnisse: Präsentation der Einzelfallanalysen von Leila, Trisha und Michael inklusive Mottofindung und Interpretation.
7 Vergleich des Belastungserlebens der Interviewten: Zusammenfassende Synopsis und Konstruktion dreier Idealtypen zur Verallgemeinerung der Ergebnisse.
8 Diskussion: Zusammenführung der Ergebnisse mit dem theoretischen Hintergrund und Ausblick auf Konsequenzen für die G8-Reform.
9 Reflexion der Forschungsprozesses: Kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Forschungshandeln und dem wissenschaftlichen Lernprozess.
Erziehungswissenschaften, G8-Reform, Qualifikationsphase, Belastungserleben, Salutogenese, Leitfadeninterview, zirkuläres Dekonstruieren, schulische Belastung, Stress, Coping-Strategien, Idealtypen, Leistungsdruck, Schülerausbildung, qualitative Sozialforschung, Gymnasiale Oberstufe.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) zu einer erhöhten physischen oder psychischen Belastung bei Schülerinnen und Schülern der Qualifikationsphase führt.
Im Zentrum stehen das Belastungserleben im Schulalltag, der Umgang mit institutionellen G8-Vorgaben, individuelle Bewältigungsstrategien (Coping) und die Rolle der persönlichen Erwartungshaltung gegenüber schulischen Anforderungen.
Ziel ist es, herauszufinden, ob Belastungen primär durch die G8-Reform bedingt sind oder ob situative Bedingungen und die subjektive Deutung der Schüler eine größere Rolle bei der Entstehung von Belastungserleben spielen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz. Daten wurden durch halbstrukturierte Leitfadeninterviews erhoben und anschließend mittels zirkulärem Dekonstruieren ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Hintergrund (inkl. Salutogenese) und einen empirischen Teil, in dem drei Schülerfallbeispiele analysiert und zu Idealtypen (Perfektionist, Realist, Unbekümmerter) verdichtet werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie G8-Reform, Belastungserleben, Salutogenese, Leitfadeninterview und die Typenbildung in der qualitativen Sozialforschung.
Die Autorin wählte dieses Verfahren, um die Prozesshaftigkeit der Auswertung zu unterstreichen und eine kreative, vielseitige Herangehensweise an die Interviewtranskripte zu ermöglichen.
Es wurden drei Idealtypen konstruiert: Der Perfektionist (Leila), der Realist (Trisha) und der Unbekümmerte (Michael), die sich signifikant in ihrem Umgang mit schulischem Leistungsdruck unterscheiden.
Die Studie zeigt, dass Lehrer als Bezugspersonen eine wichtige Rolle spielen; während einige Schüler Inkompetenz bei Lehrkräften als Ursache für Schwierigkeiten anführen, suchen andere in der Disziplin der Lehrer Halt.
Die Ergebnisse legen nahe, dass G8-spezifische Aspekte zwar wahrgenommen werden, das individuelle Belastungserleben jedoch maßgeblich durch situative Bedingungen und die subjektive Interpretation des Schülers bestimmt wird.
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