Masterarbeit, 2009
172 Seiten, Note: 2
I. Einleitung
I. I Zentrale Fragestellung und Thesenformulierung
I. II Zentrale Forschungsfragen
I. III Hypothesen
I. IV Methode und Klassifizierung verwendbarer Quellen
I. V Aufbau der Arbeit
II. Realismus in der internationalen Politik
II. I Grundannahmen des neoklassischen Realismus
II. II Huntingtons realistische Grundannahmen
III. Einleitung zum Gesellschaftswandel und zur Entwicklung der Kultur am Balkan
III. I Türkische Herrschaft am Balkan
III. II Das kommunistische Erbe des Balkan
III. III Postkommunismus und Transition
III. IV Elitenwechsel und Elitenwandel und die Entwicklung der Institutionen am Balkan
III. V Institutionen
IV. Die Rolle der nicht–staatlichen Organisationen und die Entwicklung der Zivilgesellschaft am Balkan
V. Die nationalistischen Hintergründe des Balkankonflikts
VI. Was sind die Gründe, die zum Krieg in Jugoslawien geführt haben?
VII. Die neue Bedeutung von Identität
VIII. Die Bedeutung des Nationalstaates im internationalen Weltgeschehen
IX. Multikulturalismus und seine Bedeutung am Balkan
X. Die Bedeutung der Religion am Balkan
XI Die EU-Perspektive des Balkans
XI. I Die Perspektiven im politischen Bereich
XI. II Die Perspektiven im Wirtschaftsbereich im Rahmen der Zusammenarbeit mit der EU
XII. Wie beschleunigt der Balkan seine Integration in die europäischen Strukturen?
XIII. Methoden, Wege
XIV. Fehler europäischer Politik am Balkan
XIV. I Kurzsichtigkeit der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina
XIV. II Das zweite Beispiel fehlerhafter EU-Politik am Balkan: Kosovo
XV. Weltzivilisationen
XV. I Kontakte zwischen den Kulturen
XV. II Konflikte zwischen Kulturen und Multipolarität im internationalen System
XV. III Was ist die Zukunft der Welt, ein „kultureller Relativismus“ oder ein „westlicher Universalismus“?
XVI. Conclusio
XVI. I Zum Konflikt in Jugoslawien
XVI. II Zur Rolle der Politik und zu ihrem Einfluss auf die Konflikte unter Berücksichtigung eigener Interesse
XVI. III Schlussfolgerungen und Perspektiven des Zusammenlebens am Balkan
XVI. IV Zu den Konflikten zwischen den Kulturen und zur Förderung des Multikulturalismus am Balkan
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Balkan-Konflikt als ein „Clash of Civilizations“ nach Samuel Huntington eingestuft werden kann, analysiert dabei die nationalistischen Hintergründe der Konflikte sowie die Auswirkungen von Transformationsprozessen und EU-Integrationsstrategien auf das Zusammenleben am Balkan.
Die nationalistischen Hintergründe des Balkankonflikts
Weil ich die These vertrete, dass der Balkan-Konflikt nationalistische Hintergründe hatte, werde ich in diesem Kapitel den Begriff Nationalismus näher behandeln, um danach den Zusammenhang zwischen Nationalismus und Balkan-Konflikt zu erläutern. Zur kritischen Wertung „gehört, dass wir uns dem Begriff Nation skeptisch nähern, wenn es dazu dient, gegen die Humanität verstoßendes Handeln zu rechtfertigen.“
Bei der Auswahl der Sekundärliteratur bin ich auf wichtige Quellen gestoßen, die mir bei der Verifizierung meiner These behilflich gewesen sind.
Um den Begriff Nation und Nationalismus zu erklären, greift Florian Suttner erstens auf die klassische Theorie des 19. Jahrhunderts zurück, die einerseits von einem objektivem Nationsbegriff (Zugehörigkeitsgefühl, Solidarität, Bestätigung der Nation durch Zustimmung der Nationsangehörigen zu ihrer Nation) spricht und andererseits von einem subjektiven Nationsbegriff, der die Kriterien Sprache, Abstammung, Geschichte, Territorium und kulturelles Erbe umfasst. Zweitens bezieht er sich auf Friedrich Meinecke, der den Begriff „Staatsnation“ – d. h. gemeinsame politische Geschichte und Verfassung – und den Begriff „Kulturnation“ – d h. gemeinsam erlebter Kulturbesitz – einführt.
I. Einleitung: Einführung in die Themen Identität, Nationalismus und die Bedeutung von Kultur im 21. Jahrhundert als Ausgangspunkt der Untersuchung.
II. Realismus in der internationalen Politik: Erläuterung neorealistischer Ansätze und deren Anwendung auf globale Machtstrukturen.
III. Einleitung zum Gesellschaftswandel und zur Entwicklung der Kultur am Balkan: Analyse der prägenden historischen Einflüsse wie der osmanischen Herrschaft und des Kommunismus auf die heutige Gesellschaft.
IV. Die Rolle der nicht–staatlichen Organisationen und die Entwicklung der Zivilgesellschaft am Balkan: Untersuchung der Bedeutung und der Defizite zivilgesellschaftlicher Akteure während der Transformationsphase.
V. Die nationalistischen Hintergründe des Balkankonflikts: Theoretische Auseinandersetzung mit Nationalismus, Nation-Building und deren Rolle in den Balkankonflikten.
VI. Was sind die Gründe, die zum Krieg in Jugoslawien geführt haben?: Analyse der spezifischen Ursachen für den Zerfall Jugoslawiens mit Fokus auf ethnische und nationalistische Faktoren.
VII. Die neue Bedeutung von Identität: Diskussion der Identitätsfindungsprozesse und deren politische Instrumentalisierung.
VIII. Die Bedeutung des Nationalstaates im internationalen Weltgeschehen: Betrachtung der Rolle des Nationalstaates in einer zunehmend globalisierten Welt.
IX. Multikulturalismus und seine Bedeutung am Balkan: Auseinandersetzung mit dem Multikulturalismus als Charakteristikum und Herausforderung der Region.
X. Die Bedeutung der Religion am Balkan: Kritik am Mythos einer jahrhundertelangen religiösen Konfrontation.
XI Die EU-Perspektive des Balkans: Darstellung der europäischen Integrationswege und -herausforderungen.
XII. Wie beschleunigt der Balkan seine Integration in die europäischen Strukturen?: Analyse notwendiger politischer und rechtlicher Anpassungsprozesse.
XIII. Methoden, Wege: Theoretischer Überblick über Integrationsmodelle wie Neo-Funktionalismus und Intergouvernementalismus.
XIV. Fehler europäischer Politik am Balkan: Kritische Reflexion des internationalen Handelns am Beispiel Bosniens und des Kosovos.
XV. Weltzivilisationen: Einordnung regionaler Entwicklungen in den globalen Kontext von Zivilisationen und kulturellen Kontakten.
XVI. Conclusio: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Perspektiven für ein friedliches Zusammenleben.
Balkan, Multikulturalismus, Nationalismus, Identität, Zivilgesellschaft, EU-Integration, Transformation, Religion, Ethnizität, Internationale Politik, Neorealismus, Nation-Building, Konfliktanalyse, Minderheitenrechte, Zivilisationen.
Die Arbeit analysiert die Hintergründe der Balkankonflikte, wobei insbesondere die Frage untersucht wird, ob diese als Zusammenprall der Kulturen („Clash of Civilizations“) gewertet werden können oder ob nationalistische Interessen und politische Instrumentalisierung die eigentliche Ursache darstellen.
Zentrale Felder sind die Auswirkungen von Transformation und EU-Integration auf den Balkan, die Rolle von Identität und Ethnizität in Konfliktsituationen sowie die Bedeutung der Zivilgesellschaft für eine friedliche Zukunft.
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen der Balkankonflikte zu entwickeln und fundierte Zukunftsstrategien aufzuzeigen, wie Multikulturalismus und gegenseitiger Respekt als Basis für ein friedliches Miteinander am Balkan gefördert werden können.
Die Autorin nutzt vorwiegend die qualitative Politikforschung, ergänzt durch einen historisch-genetischen und komparativen Ansatz, um Konfliktmuster über längere Zeiträume zu verfolgen und zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen des Realismus und Nationalismus, die Untersuchung historischer Erblasten (osmanische Zeit, Kommunismus), Analysen zum Institutionenwandel sowie konkrete Fallstudien zu Fehlern internationaler Politik in Bosnien und im Kosovo.
Wichtige Begriffe sind Balkan, Multikulturalismus, Nationalismus, Identität, Zivilgesellschaft, EU-Integration und Transition.
Die Autorin sieht den Nationalstaat weiterhin als wichtigen Akteur, betont jedoch, dass im Zuge der Internationalisierung und Globalisierung eine Neuausrichtung hin zu mehr Kooperation und Minderheitenförderung notwendig ist, um Konflikte zu vermeiden.
Sie plädiert für einen „integrativen Multikulturalismus“, die Stärkung staatlicher Institutionen, die Förderung der Zivilgesellschaft sowie eine konsequente Umsetzung demokratischer Standards und Minderheitenrechte nach dem Vorbild erfolgreicher Modelle, wie etwa dem deutsch-dänischen Minderheitenmodell.
Sie sieht die europäische Integration als die einzige realistische und sichere Perspektive für den Balkan, mahnt jedoch kritisch an, dass Reformen nachhaltiger gestaltet werden müssen und die internationale Gemeinschaft aus Fehlern der Vergangenheit lernen sollte.
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