Masterarbeit, 2012
136 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Einführung
1.2. Rezeptions- und Editionsgeschichte des Tagebuchs
1.3. Fragestellung und interdisziplinärer Forschungsansatz
1.4. Methodisches Konzept und Gliederung
2. Grundlagen
2.1. Medienethische Grundlagen
2.2. Filmanalytische Grundlagen
2.3. Historische Grundlagen zu Anne Frank
3. The Diary of Anne Frank (1959)
3.1. Filmanalyse
3.1.1. Filmografie
3.1.2. Analyse des Narrativen
3.1.2.1. Inhalt
3.1.2.2. Charaktere und Analyse der Filmfiguren
3.1.2.3. Dramatische Struktur der Handlung
3.1.2.4. Reise der Heldin
3.1.2.5. Konflikt, Grundfrage, Thema und Aussage
3.1.3. Analyse des Visuellen
3.1.3.1. Bildeinstellungen und Perspektiven
3.1.3.2. Symbolik
3.1.4. Analyse des Auditiven
3.2. Rezeption und Konstruktion: Zur dramaturgischen Aufarbeitung des Tagebuchs
4. Anne Frank: The Whole Story (2001)
4.1. Filmanalyse
4.1.1. Filmografie
4.1.2. Analyse des Narrativen
4.1.2.1. Inhalt
4.1.2.2. Charaktere und Analyse der Filmfiguren
4.1.2.3. Dramatische Struktur der Handlung
4.1.2.4. Reise der Heldin
4.1.2.5. Konflikt, Grundfrage, Thema und Aussage
4.1.3. Analyse des Visuellen
4.1.3.1. Bildeinstellungen und Perspektiven
4.1.3.2. Symbolik
4.1.4. Analyse des Auditiven
4.2. Rezeption und Konstruktion: Zur dramaturgischen Aufarbeitung des Tagebuchs
5. Komparatistische Betrachtungen aus filmwissenschaftlicher Perspektive
5.1. Dramaturgische Rezeption im Vergleich: Zwischen Dokumentation und Fiktion im Erinnerungsfilm
5.2. Die Darstellung der Anne Frank 1959 und 2001
5.3. Entwurf von Leitlinien im Umgang mit filmischer Konstruktion in Historienfilmen für Produktion und Rezeption
6. Zusammenfassung und Ausblick
6.1. Zusammenfassung
6.2. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die dramaturgische Aufarbeitung der Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank in den Spielfilmen "The Diary of Anne Frank" (1959) und "Anne Frank: The Whole Story" (2001), um zu ermitteln, inwieweit diese Filme die historische Vorlage präzise wiedergeben oder durch fiktionale Konstruktionen verändern.
3.1.2.2. Charaktere und Analyse der Filmfiguren
Anne Frank ist als Autorin des Tagebuchs und Titelheldin die Hauptfigur des biografischen Films und bildet für den Rezipienten somit gleichsam die Identifikations- und Schlüsselfigur, welche die Handlung vorantreibt. Als dynamisch gestalteter Charakter durchlebt sie einen Entwicklungs- und Lernprozess: Anne kommt als dreizehnjähriges Mädchen ins Versteck, in welchem sie zunächst kindlich-unschuldig, naiv und extrovertiert auftritt. Der frühe und vom Rezipienten als albern aufgefasste Konflikt mit Peter (10), ihre überraschte Neugier beim Streit der Eheleute van Daan (11) und das Interesse für Stars und Königsfamilien (9) verdeutlichen das gesellschaftliche Bild eines sich noch nicht in der Pubertät befindenden Mädchens.
Diese charakterlichen Mängel werden jedoch rasch durch die Zeichnung einer belesenen (8) und ihre Schulaufgaben mit Bravour bestehenden intelligenten Heranwachsenden (11) komplettiert. Anne selbst ist es schließlich, die ihrem Tagebuch selbstcharakterisierend und somit zugleich dem Zuschauer die innigste Sehnsucht nach einer Freundin offenbart und, sich zuvor um das Schicksal ihrer Schulfreundin Sanne de Vries sorgend, ihrem Vater von der jugendlich-aufmüpfigen „bösen Anne“ und der versteckt-ernsthaften „guten Anne“ berichtet (16). Diesem inneren Konflikt, der sich erst durch die introvertierte Seite verdeutlicht, steht der äußere Konflikt ihres Charakters gegenüber, in welchem sich Anne in ihrer Entwicklung zur Frau weiterhin als Kind und somit ungerecht behandelt empfindet (17).
1. Einleitung: Einführung in das Thema, die Rezeptionsgeschichte des Tagebuchs, die Fragestellung und den interdisziplinären Forschungsansatz.
2. Grundlagen: Vermittlung der medienethischen, filmanalytischen und historischen Basiskenntnisse, die für die Filmanalyse notwendig sind.
3. The Diary of Anne Frank (1959): Systematische Produkt- und Rezeptionsanalyse des Films von 1959.
4. Anne Frank: The Whole Story (2001): Systematische Produkt- und Rezeptionsanalyse des Films von 2001.
5. Komparatistische Betrachtungen aus filmwissenschaftlicher Perspektive: Vergleichende Analyse beider Filme, Klassifizierung als Erinnerungsfilme und Entwurf von Leitlinien.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Forschungsergebnisse und Aufzeigen weiterführender Forschungsfragen.
Anne Frank, Tagebuch, Filmanalyse, Historienfilm, Medienethik, Erinnerungskultur, dramaturgische Aufarbeitung, Produktanalyse, Rezeptionsanalyse, Zeitgeschichte, filmische Konstruktion, Holocaust, Bildsprache, Figurenkonstellation, medienethische Leitlinien.
Die Arbeit analysiert die filmische Umsetzung der Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank durch zwei bekannte Historienfilme und bewertet deren dramaturgische Präzision sowie ihre Rolle innerhalb der Erinnerungskultur.
Die Schwerpunkte liegen auf der Filmwissenschaft (Filmanalyse, Dramaturgie), der Medienethik (Verantwortung von Produzenten und Rezipienten) sowie der Geschichtswissenschaft im Kontext des kollektiven Gedächtnisses.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die Spielfilme von 1959 und 2001 die Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank dramaturgisch-präzise wiedergeben.
Es wird eine systematische, interdisziplinäre Filmanalyse angewandt, ergänzt durch eine Rezeptionsanalyse und eine komparatistische Betrachtung der Filme im Kontext ihrer Entstehungszeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Basislegung, gefolgt von einer detaillierten Filmanalyse (Filmografie, narrative, visuelle und auditive Ebene) der beiden gewählten Spielfilme sowie einem abschließenden Vergleich.
Die wichtigsten Schlagworte sind Anne Frank, Filmanalyse, Historienfilm, Medienethik, Erinnerungskultur und dramaturgische Aufarbeitung.
Die Auswahl erfolgte bewusst nach Kriterien der Bekanntheit, der Verfügbarkeit als DVD sowie der unterschiedlichen Entstehungszeit, was einen wertvollen Vergleich hinsichtlich des filmischen Umgangs mit historischem Stoff ermöglicht.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Film von 1959 signifikante inhaltliche und charakterliche Konstruktionen vornimmt, die nicht mit der historischen Vorlage übereinstimmen, weshalb er heute nicht mehr als präziser "Erinnerungsfilm" fungieren kann.
Im Vergleich zum 1959er Film bildet der Film von 2001 die Vorlage und die historischen Ereignisse in weitaus größerem Umfang vorlagengetreu ab und erfüllt somit eher den Anspruch eines Erinnerungsfilms.
Die Medienethik dient als normativer Rahmen, um die Diskrepanz zwischen filmischer Konstruktion und historischer Faktizität zu beurteilen und Leitlinien für einen ethisch verantwortungsvollen Umgang mit Geschichtsbildern in Filmen zu entwickeln.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

