Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theorie der Handelspolitik
2.1 Außenhandelspolitik, Protektionismus und Freihandel
2.1.1 Begriffe und Definitionen
2.1.2 Strategische Handelspolitik: Die Brander-Spencer-These
2.2 Instrumente strategischer Handelspolitik
2.2.1 Tarifäre Maßnahmen
2.2.2 Nicht-tarifäre Maßnahmen
3 Strategische Rohstoffe und existierende Exportrestriktionen
3.1 Merkmale strategischer Rohstoffe
3.2 Untersuchung ausgewählter strategischer Rohstoffe
3.2.1 Seltene Erden
3.2.1.1 Gegenwärtige Marktsituation
3.2.1.2 Exportrestriktionen Chinas
3.2.2 Germanium
3.2.2.1 Gegenwärtige Marktsituation
3.2.2.2 Exportrestriktionen der Förderländer
4 Nicht-kooperative Handelspolitik im Rohstoffsektor
4.1 Einfluss einer Exportsteuer auf nachgelagerte Sektoren
4.2 Zolleskalation und effektiver Protektionssatz
4.3 Gleichgewicht der nicht-kooperativen Handelspolitik
4.4 Bewertung des Modells
5 Fazit
Diese Arbeit analysiert die handelspolitischen Maßnahmen bei strategischen Rohstoffen und untersucht, wie Exportrestriktionen von rohstoffreichen Ländern eingesetzt werden, um die eigene Industrie zu stützen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie rohstoffarme Länder, wie Deutschland, ihre Versorgung sichern können und welche Auswirkungen nicht-kooperative handelspolitische Strategien auf den internationalen Wettbewerb haben.
2.1.2 Strategische Handelspolitik: Die Brander-Spencer-These
Durch die Verfolgung einer strategischen Handelspolitik, und dem damit verbundenen Einsatz protektionistischer Instrumente versucht ein Land seine Wohlfahrt zu steigern. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Freihandel für das Land kein Wohlfahrtsoptimum schaffen kann und daher staatliche Eingriffe notwendig sind. Durch die Ausweitung komparativer Vorteile können inländische Unternehmen ökonomische Renten generieren (rent creation) und dadurch eine Wohlfahrtssteigerung herbeiführen. Die andere Alternative ist es, Renten aus dem Ausland ins Inland umzulenken (rent shifting). Diese letztgenannte Möglichkeit wird nun im folgenden Beispiel aufgezeigt.
Die von Brander und Spencer in den 1980er Jahren entworfene These lässt sich unter Zuhilfenahme eines simplen Beispiels anschaulich verdeutlichen. Es konkurrieren zwei Unternehmen (Boeing und Airbus), die jeweils in einem Land (USA und Europa) angesiedelt sind, miteinander. Beide Unternehmen können ein neues Produkt, einen Super-Flieger, produzieren. Dabei ist es jedem Unternehmen nur möglich das Flugzeug entweder ganz oder gar nicht herzustellen. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Verschiebung der Gewinne in eines der beiden Länder. Dabei liefern beide Unternehmen ihren Super-Flieger ausschließlich in ein drittes Land. Das Drittmarkt-Modell hat den erheblichen Vorteil, dass nur die Interaktionen auf diesem Markt berücksichtigt werden müssen und somit Rückkoppelungen auf die Wohlfahrt der Kunden in Europa und den USA vernachlässigt werden können. Der Gewinn des Unternehmens eines Landes, abzüglich der Kosten für eine staatliche Subvention, ist der Maßstab für einen nationalen Vorteil.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Abhängigkeit der Industrie von strategischen Rohstoffen und führt in die handelspolitischen Herausforderungen und Fragestellungen der Arbeit ein.
2 Theorie der Handelspolitik: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Handelspolitik und stellt mit der Brander-Spencer-These ein theoretisches Modell zur Begründung strategischer staatlicher Eingriffe vor.
3 Strategische Rohstoffe und existierende Exportrestriktionen: Hier werden die Merkmale strategischer Rohstoffe definiert und die aktuelle Marktsituation sowie Exportbeschränkungen am Beispiel von Seltenen Erden und Germanium untersucht.
4 Nicht-kooperative Handelspolitik im Rohstoffsektor: Das Kapitel analysiert modellhaft, wie Exportsteuern und Zolleskalation genutzt werden, um nachgelagerte Industrien zu schützen, und diskutiert die daraus resultierenden internationalen Wettbewerbseffekte.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Motivation hinter Handelsbeschränkungen zusammen und bewertet die Eignung der vorgestellten Modelle für die aktuelle handelspolitische Praxis.
Strategische Rohstoffe, Handelspolitik, Exportrestriktionen, Exportzölle, Protektionismus, Seltene Erden, Germanium, Brander-Spencer-These, Zolleskalation, Wohlfahrtsökonomie, Wettbewerbsverzerrung, Rohstoffversorgung, Importabhängigkeit, Industriepolitik
Die Arbeit untersucht, wie Staaten durch handelspolitische Maßnahmen wie Exportzölle oder Quoten auf den Markt für strategische Rohstoffe einwirken, um heimische Industrien zu fördern oder sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Die zentralen Themen umfassen die Theorie der strategischen Handelspolitik, die Identifizierung kritischer Rohstoffe sowie die Analyse von Instrumenten wie Zolleskalation und deren Auswirkung auf nachgelagerte Sektoren.
Das Ziel ist es, die Motive für Handelsbeschränkungen bei strategischen Rohstoffen aufzudecken und zu analysieren, wie rohstoffreiche und rohstoffarme Länder handelspolitisch reagieren.
Es wird eine theoretische Herleitung mittels Partialmodellen (z.B. Brander-Spencer-These) und eine empirische Analyse der Marktsituation für ausgewählte Rohstoffe wie Seltene Erden und Germanium angewandt.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Exportrestriktionen Chinas, der Funktionsweise der Zolleskalation bei Importeuren und dem nicht-kooperativen Gleichgewicht zwischen Handelspartnern.
Schlüsselbegriffe sind strategische Rohstoffe, Exportrestriktionen, Zolleskalation, Protektionismus und die Brander-Spencer-These.
Diese Rohstoffe dienen als Fallbeispiele, da sie eine hohe technologische Bedeutung haben, durch eine starke regionale Förderkonzentration gekennzeichnet sind und China hierbei restriktive handelspolitische Maßnahmen einsetzt.
Der Effekt beschreibt, wie ein Exportzoll auf Rohstoffe die Inputkosten für ausländische Produzenten erhöht, wodurch die inländische Produktion des daraus gefertigten Endprodukts gestärkt und der Wettbewerb zu Gunsten des Exportlandes verschoben wird.
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