Diplomarbeit, 2003
81 Seiten, Note: 2,0
Teil 1
1. Einleitung
2. Die Kriterien der Religion
2.1 Definition und Religionsbegriff
2.2 Differenzierung des Religionsbegriffes
2.2.1 Substantieller Religionsbegriff
2.2.2 Funktionaler Religionsbegriff
2.2.3 Integration beider Begriffe
2.3 Religion als spezifische Lösung von Kontingenzerfahrungen
3. Die Kriterien der Religiosität
3.1 Der Zusammenhang von Religiosität und Religion
3.2 Vagabundierende Religiosität
4. Die Kriterien der Säkularisierung
4.1 Säkulare Religiosität
4.2 Äußerungen säkularer Religiosität
4.2.1 Ausgewählte Beispiele aus Filmen
4.2.2 Ausgewählte Beispiele aus der Popmusik
4.2.3 Ausgewählte Beispiele aus der Werbung
5. Fazit Teil 1
Teil 2
6. Jugend
6.1 Jugend in der Postmoderne
6.2 Wandlung der Jugendphase
6.3 Gesellschaftliche Standortbestimmung der Jugendlichen
7. Jugendstudien
7.1 Ausgewählte Studienergebnisse aus der 13. Shellstudie
7.2 Studien in Mecklenburg-Vorpommern
7.2.1 Studie zur Soziallage junger Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, 1997
7.2.2 3. Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung MV, 2002
7.2.3 Lebensbedingung und Lebensentwürfe junger Menschen in MV, Jugendstudie-Schabernack
7.3 Vergleich der Shell-Studie mit den Studien aus MV
8. Fazit Teil 2
8.1 Jugend
8.2 Studien
8.2.1 Shell-Studie
8.2.2 Vergleich
8.2.2.1 Studie: Soziallage junger Menschen in MV
8.2.2.2 3. Kinder- und Jugendbericht MV
8.3 Zusammenfassung
Teil 3
9. Angebote kirchlicher Jugendarbeit
9.1 Kontinuierliche Angebote
9.1.1 Konfirmandenunterricht
9.1.2 Junge Gemeinde
9.2 Projekt – Angebote
9.2.1 „Tage der ethischen Orientierung“
9.2.1.1 Der Beginn von TEO
9.2.1.2 Grundlagen bei TEO
9.2.1.3 Ziele bei TEO
9.2.1.4 Die Arbeitsweise bei TEO
9.2.1.5 Inhaltlich Aspekte
9.2.1.6 Die Bedeutung des Kreuzes
9.2.1.7 Die Bildungsmitverantwortung der Kirche am Beispiel von TEO
9.2.1.8 Interview zu TEO
9.2.2 Kirchenpass/Rostock-Toitenwinkel
9.3 Event: Jugendtreffen in Kirch Kogel
10. Fazit Teil 3
Teil 4
11. Missionarisch - seelsorgerliche Konsequenzen als Herausforderung für die kirchliche Jugendarbeit
11.1 Allgemeine Aspekte des missionarisch-seelsorgerlichen Auftrags
11.1.1 Missionarischer Aspekt
11.1.2 Seelsorgerliche Aspekt
11.2 Gemeindepädagogische Aspekte des missionarisch-seelsorgerlichen Auftrags
11.3 Postmoderne Jugend und die Aspekte des missionarisch-seelsorgerlichen Auftrags
11.4 Die Signale der säkularen Religiosität und die Chancen der kirchlichen Jugendarbeit
11.4.1 Sehnsucht nach Orientierung und Verlässlichkeit
11.4.1.1 Menschen geben Orientierung und Verlässlichkeit
11.4.1.2 Familien geben Orientierung und Verlässlichkeit
11.4.1.3 Gemeinschaften geben Orientierung und Verlässlichkeit
11.4.2 Sehnsucht nach Vergewisserung und Zugehörigkeit
11.4.2.1 Vergewisserung und Zugehörigkeit durch Rituale
11.4.2.2 Vergewisserung und Zugehörigkeit durch Kommunikation
11.4.3 Sehnsucht nach Körperlichkeit/Sexualität und Selbstinszenierung
11.4.3.1 Körperlichkeit/Sexualität – Lust auf Leben
11.4.3.2 Lust auf Selbstinszenierungen
12. Fazit Teil 4
Teil 5
13. Schlussteil – Thesen
14. Anhang
14.1 Bildteil
14.1.1 TEO
14.1.2 Kirchenpass
14.1.3 Kirch-Kogel
14.2 Internetauszüge
15. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der sogenannten säkularen Religiosität, insbesondere bei Jugendlichen, und analysiert die sich daraus ergebenden Herausforderungen für die kirchliche Jugendarbeit. Ziel ist es, durch die Analyse religionssoziologischer Grundlagen sowie spezifischer Jugendstudien aufzuzeigen, wie kirchliche Angebote an die Lebenswelt und die unbewussten Sehnsüchte junger Menschen anknüpfen können, um eine sinnstiftende Begleitung zu ermöglichen.
4.2.3 Werbung
Durch Werbung soll etwas mitgeteilt werden, es soll Einfluss auf die Psyche und somit auf das Kaufverhalten der Kunden genommen werden. Werbung zielt auf Wünsche, Motive, Sehnsüchte, Defizite bzw. weckt diese auch erst. Die Werbung bewirkt nicht nur die Verherrlichung ihrer Produkte, sondern sie fördert „zugleich die Kommerzialisierung fast aller Lebensbereiche und eine radikale Veränderung unseres Wertesystems. Sie ist zu einer sozialen Institution geworden, die die gesamte Lebenswelt namentlich der jungen Generation beeinflusst. Sie verändert Einstellungen, Bedürfnisse, Lebensorientierungen und sogar Lebensgestaltungen und Biographien.“
Darin übernimmt sie Funktionen der Religion. Um die gewünschte Wirkung, das Ziel zu erreichen, werden unterschiedlichste Mittel eingesetzt, die vielfach aus der abendländischen Tradition stammen. Seit Jahren zeichnet sich auf dem Werbemarkt etwas Neues ab, dass nämlich „in der Werbung anderweitig bewährte Mittel aus ihren tradierten Umgebungen gelöst werden und die unwahrscheinlichsten Verbindungen eingehen. Dieser Nutzung unterliegen auch Sinnelemente aus ethischen oder religiösen Zusammenhängen.“
Auf einem großen Plakat an der Litfasssäule sehe ich ein sich küssendes Pärchen und lese: „Eternity“. Beim genauen Hinschauen entdecke ich, dass der Modedesigner Calvin Klein sein Parfüm anpreist.
Oder: Es schauen große Gesichter mit blassem Teint von der Plakatwand herunter, verbunden mit dem Hinweis: „Mein Blut für dich“ – Blutspendeaktion des DRK. Es gibt mehrere derartige Motive, die mit religiösen Motiven, mit religiösen Aussagen werben. Michael Nüchtern spricht von den drei Varianten, welche die Grundmuster für die Verwendung religiöser Motive in ursprünglich säkularem Zusammenhang sind:
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Zunahme säkularer Religiosität und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Relevanz dieser Phänomene für die heutige kirchliche Jugendarbeit.
2. Die Kriterien der Religion: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen wie die substantielle und funktionale Definition von Religion diskutiert und Religion als spezifische Lösung von Kontingenzerfahrungen definiert.
3. Die Kriterien der Religiosität: Der Autor erörtert den Unterschied zwischen Religiosität und Religion und führt das Konzept der „vagabundierenden Religiosität“ als Ausdruck moderner Lebensstile ein.
4. Die Kriterien der Säkularisierung: Es wird die These der Säkularisierung kritisch hinterfragt und aufgezeigt, wie religiöse Motive in säkularen Bereichen wie Film, Musik und Werbung fortbestehen.
6. Jugend: Die soziologische Perspektive auf die „Jugend“ in der Postmoderne und die Wandlung der Jugendphase hin zu einer eigenständigen Lebensphase werden dargestellt.
7. Jugendstudien: Eine fundierte Analyse der 13. Shell-Studie sowie regionaler Studien aus Mecklenburg-Vorpommern liefert empirische Daten über die Lebenswelt und religiösen Einstellungen der Jugendlichen.
9. Angebote kirchlicher Jugendarbeit: Hier werden konkrete Praxisbeispiele wie die „Tage der ethischen Orientierung“ (TEO) und die „Kirchenpass“-Aktion auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.
11. Missionarisch - seelsorgerliche Konsequenzen als Herausforderung für die kirchliche Jugendarbeit: Der Hauptteil der Arbeit entwickelt missionarische und seelsorgerliche Strategien, um Jugendlichen in einer postmodernen Welt den Zugang zum christlichen Glauben zu ermöglichen.
Säkulare Religiosität, kirchliche Jugendarbeit, Postmoderne, Kontingenzbewältigung, Shell-Studie, Jugendphase, Bildungsmitverantwortung, vagabundierende Religiosität, TEO, Identitätsfindung, Seelsorge, Mission, Lebensweltbezug, Religion, Jugendliche.
Die Arbeit befasst sich mit der Beobachtung, dass trotz abnehmender Bindung an traditionelle kirchliche Institutionen religiöse Phänomene in der säkularen Welt (wie Medien oder Werbung) zunehmen, und leitet daraus Aufgaben für die Arbeit mit Jugendlichen ab.
Zentrale Themen sind die religionssoziologische Bestimmung von Religiosität, der Wandel der Lebensphase Jugend in der Postmoderne, die Analyse aktueller Jugendstudien und die Konzeption kirchlicher Projektarbeit.
Das Ziel ist es, den „Ist-Zustand“ der Religiosität bei Jugendlichen zu analysieren und aufzuzeigen, wie kirchliche Jugendarbeit auf die Sehnsüchte und Fragen der Jugendlichen reagieren kann, ohne ihre eigene Kernkompetenz aufzugeben.
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus religionssoziologischer Theoriebildung (u.a. Luckmann, Zinser, Wippermann), der Auswertung empirischer Jugendstudien und der Analyse eigener Praxisprojekte im kirchlichen Kontext.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der kirchlichen Praxis. Es werden Projekte wie die „Tage der ethischen Orientierung“ und der „Kirchenpass“ ausführlich vorgestellt und im Hinblick auf ihre Eignung bewertet, Jugendliche in ihrer aktuellen Lebenssituation zu erreichen.
Die wichtigsten Begriffe sind säkulare Religiosität, Postmoderne, Identitätsfindung, Kontingenzbewältigung und die missionarisch-seelsorgerliche Herausforderung für die Kirche.
Der Begriff beschreibt ein Phänomen, bei dem Jugendliche zwar religiöse Fragen haben und nach Sinn suchen, sich jedoch nicht festlegen wollen. Sie „vagabundieren“ zwischen verschiedenen Sinnangeboten und Lebensstilen, ohne sich einer festen religiösen Institution dauerhaft zu binden.
Der Autor sieht in der Familie trotz deren „Störanfälligkeit“ einen zentralen Orientierungspunkt. Er betont, dass die hohe Wertschätzung der Familie durch Jugendliche ein starkes Signal für die Jugendarbeit ist, familienfördernde Strukturen zu unterstützen und anzubieten.
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