Hausarbeit, 2000
16 Seiten, Note: 1
1 Biographie
2 Christologie
3 Wie aber stellte sich Nestorius die Verbindung beider Naturen vor?
4 Nestorianischer Streit
5 Kritik
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben des Bischofs Nestorius, seinen christologischen Entwurf sowie den daraus resultierenden Nestorianischen Streit im Zeitraum von 429 bis 431, wobei der Schwerpunkt auf der theologischen Begründung seiner Position liegt.
3 Wie aber stellte sich Nestorius die Verbindung beider Naturen vor?
Die Beantwortung dieser Frage wird, neben der spärlichen Quellenlage, dadurch erschwert, daß Nestorius in den erhaltenen Fragmenten bestimmte, für das Verständnis seiner Christologie zweifelsohne zentrale Begriffe nicht klar definierte und zum Teil synonym verwandte. An einzelnen Stellen verwischt Nestorius den Unterschied zwischen »οὐσία« (ousia) und »φύσις« (physis) sogar vollständig. Für φύσις im Sinn von οὐσία benutzt er an anderen Stellen auch den Ausdruck ὑπόστασις (hypostasis). Wie erklärt sich diese scheinbare Begriffsverwirrung? Christus
ist nicht eine einzige ὑπόστασις oder Natur; denn die Gottheit ist nicht eingegrenzt im Leibe, wie es der Fall ist mit allen Naturen, welche zu einer ὑπόστασις geeint sind; denn diese sind beschränkt durch die Natur, welche sie eingrenzt in ihrer Existenz, und sie haben keine Existenz getrennt voneinander.
Wenn man als ὑπόστασις das definiert, was in sich und aus sich selbständig existiert, dann wird es verständlich, daß Nestorius auf zwei separaten ὑπόστασεις insistiert. Denn nur zwei separate ὑπόστασεις gelten Nestorius als Gewähr dafür, daß auch wirklich beide Naturen vollständig und selbständig existieren. Anderen Falles wäre nämlich nicht ausgeschlossen, daß eine der beiden, die menschliche Natur oder die göttliche Natur, nur durch die ὑπόστασις der anderen Natur existierte: So daß am Ende doch wieder nur eine – wie auch immer vereinigte – Natur stände.
1 Biographie: Darstellung der Lebensdaten und des Werdegangs von Nestorius bis zu seiner Absetzung im Jahr 431.
2 Christologie: Untersuchung der theologischen Problematik der Erlösung und der Frage nach der Verbindung von göttlicher und menschlicher Natur.
3 Wie aber stellte sich Nestorius die Verbindung beider Naturen vor?: Analyse der Verwendung zentraler Begriffe wie "Prosopon" und die Funktionsweise der Einigung der Naturen in Christus.
4 Nestorianischer Streit: Schilderung der historischen Ereignisse, der Akteure und des Konzils von Ephesos 431.
5 Kritik: Erörterung der theologischen Anklagepunkte und der Probleme von Nestorius' Trennungschristologie.
Nestorius, Christologie, Nestorianischer Streit, Konzils von Ephesos, Prosopon, Theotokos, Trennungschristologie, göttliche Natur, menschliche Natur, Cyrill von Alexandria, Theodosius II., Einwohnung, Gnade, freier Wille, Antiochien
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Person des Bischofs Nestorius, seinen christologischen Entwurf und den damit verbundenen historischen Streit in der frühen Kirche.
Die zentralen Themen sind die Christologie, die Frage nach der Vereinigung der Naturen Gottes und des Menschen in Christus sowie die kirchenpolitischen Machtkämpfe im 5. Jahrhundert.
Das Ziel ist es, die Theologie des Nestorius aus seinem eigenen Verständnis heraus zu beleuchten und die Hintergründe seines Konflikts mit Cyrill von Alexandria historisch und theologisch einzuordnen.
Die Arbeit nutzt eine quellenkritische historische Analyse sowie eine systematische theologische Untersuchung der erhaltenen Fragmente des Nestorius.
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, eine tiefgehende Analyse der christologischen Konzepte (insbesondere des "Prosopon"), die Darstellung des Nestorianischen Streits und eine kritische Auseinandersetzung mit seiner Lehre.
Zu den prägenden Begriffen gehören Nestorius, Christologie, Theotokos, Prosopon, Ephesos und Trennungschristologie.
Nestorius befürchtete, dass der Begriff fälschlicherweise suggerieren könnte, Maria habe die Gottheit selbst geboren, während er betonte, dass Maria lediglich die menschliche Natur Christi geboren habe.
Der Begriff "Prosopon" dient bei Nestorius als Verbindungselement der zwei Naturen in Christus, wobei er die Eigenständigkeit der Naturen bewahren will, ohne Christus in zwei Personen zu zerreißen.
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