Examensarbeit, 2012
147 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Thematik der Arbeit
1.2 Strategie und Aufbau der Arbeit
2 Die Schule und ihre Struktur
3 Gründe für die Einführung eines QM-Systems
3.1 Internationale und nationale Schulleistungsstudien
3.2 Bildungsstandards und Bildungspläne
3.3 Rechtliche Auflagen
3.4 Nutzen für unterschiedliche Interessensgruppen
3.5 Steigerung der Qualität
3.6 Einrichtungsinterne Gründe
4 Planungs- und Vorbereitungsphase
4.1 Der Zweck des Qualitätsmanagements
4.2 Projektskizze
4.3 Definition und Festlegung der relevanten Begriffe
4.3.1 Qualität
4.3.1.1 Strukturqualität
4.3.1.2 Prozessqualität
4.3.1.3 Ergebnisqualität
4.3.2 Qualitätsmanagement
4.3.3 Effizienz und Effektivität
4.3.4 Evaluation
4.3.4.1 Selbstevaluation
4.3.4.2 Fremdevaluation
4.4 Normen und Konzepte für Qualitätsmanagement
4.4.1 Die Normenreihe DIN EN ISO 9000ff
4.4.2 Das Modell der European Foundation for Quality Management
4.4.3 Total Quality Management
4.5 Die Einführungsveranstaltung
4.5.1 Entwicklung eines Qualitätsbewussteins
4.5.2 Beschäftigung mit Einwänden und Widerständen
4.5.3 Gemeinsame Entwicklung eines Leitbildes
4.5.4 Bildung von Qualitätszielen
4.6 Personalwahl und Gremienbildung
4.6.1 QM-Beauftragter
4.6.2 Steuergruppe
4.6.3 Qualitätszirkel
4.7 Ist-Analyse des bereits vorhandenen Qualitätsprofils
4.8 Festlegung der Qualitätskriterien
4.9 Herstellung der Überprüfbarkeit der Qualitätskriterien
4.10 Analyse und Gestaltung der Prozesse
4.11 Dokumentation des QM-Systems
4.11.1 QM-Handbuch
4.11.2 Lenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen
5 Implementationsphase
6 Auditierung des QM-Systems
6.1 Internes Audit
6.2 Externes Audit
7 Zusammenfassung und Schlussbemerkung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems (QM-Systems) in einer allgemeinbildenden Schule beispielhaft von den ersten konzeptionellen Überlegungen bis zur Zertifizierung zu skizzieren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Machbarkeit und den Anforderungen eines solchen Systems im schulischen Kontext, unter Berücksichtigung der spezifischen strukturellen Gegebenheiten und des pädagogischen Auftrags.
4.5.2 Beschäftigung mit Einwänden und Widerständen
Abwehrhaltungen von Seiten der Lehrkräfte können auf mehrere Gründe zurückzuführen sein. Vorurteile und Klischees kommen hier ebenso in Frage wie ein fehlendes Qualitätsbewusstsein oder negative Erfahrungen, die im Hinblick auf das Qualitätsthema bereits gemacht wurden. Ein weiterer Grund kann die Unsicherheit sein, der die LehrerInnen zu Beginn ausgesetzt sind. Sie wissen zunächst nicht, was durch die beschlossene Einführung von Qualitätsmanagement auf sie zukommen wird und werden damit verschiedene Erwartungen aber gegebenenfalls auch Befürchtungen verbinden. Auf diese Befürchtungen muss die Rektorin unbedingt eingehen, auch wenn sich diese für sie von vornherein als unbegründet darstellen. Einige Lehrkräfte werden von der Idee der Bewertung des eigenen Unterrichtes und dem damit verbundenen zusätzlichen Arbeitsaufwand womöglich wenig begeistert sein. Bülow-Schramm stellt hierzu fest:
„Damit aber werden Bewertung und Verbesserung des eigenen Unterrichts und dessen Offenlegung zu einer zusätzlichen und ständigen Aufgabe für Lehrer. Diese Veränderungen werden nicht nur mit Beifall aufgenommen. Kurz: der Paradigmenwechsel löst Widerstand bei den Lehrern aus, die sich der Bewältigung von kollegialen Arbeits-, Planungs-, Entscheidungs- und Evaluationsprozessen gegenübersehen“ (Bülow-Schramm 2006: 65 f.).
Die am meisten verbreitenden Einwände betonen entweder, dass es in der jeweiligen Einrichtung schon immer Qualität gab oder dass einfach die Zeit für die Einführung von Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung fehlt. Das erste Argument steht zunächst einmal mit der Idee eines Qualitätsmanagements nicht im Widerspruch, macht sie jedoch auch nicht überflüssig. Zweifellos sind bereits in vielen Schulen – nicht zuletzt aufgrund rechtlicher Auflagen – Maßnahmen zu erkennen, die sich sowohl zum Nachweis als auch zur Entwicklung von Qualität eignen. Bestimmt haben viele Lehrkräfte ihre eigenen Vorstellungen von Qualität und einen gewissen Anspruch an die Qualität ihrer Arbeit. Qualitätsmanagement kann an dieser Stelle helfen, die einzelnen Qualitätsansprüche und -ziele zusammenzufassen, zu operationalisieren, greifbar zu machen und dafür zu sorgen, dass sie jederzeit – auch durch andere Personen – nachvollziehbar sind.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Relevanz der Qualitätsfrage im deutschen Schulwesen ein und erläutert die Zielsetzung sowie den methodischen Aufbau der Hausarbeit.
2 Die Schule und ihre Struktur: Dieses Kapitel stellt die fiktive staatliche Grundschule vor, die als beispielhafter Rahmen für die Einführung des Qualitätsmanagements dient.
3 Gründe für die Einführung eines QM-Systems: Hier werden externe und interne Motive beleuchtet, darunter Schulleistungsstudien, rechtliche Vorgaben sowie der Nutzen für verschiedene Interessensgruppen.
4 Planungs- und Vorbereitungsphase: Dieses umfassende Kapitel behandelt die Definition relevanter Begriffe, die Auswahl einer Norm (DIN EN ISO 9001:2008), die Projektskizze sowie die operative Vorbereitung der Schulleitung und des Kollegiums.
5 Implementationsphase: Das Kapitel beschreibt den Prozess der praktischen Umsetzung des QM-Systems in der Schule, unterteilt in verschiedene Teilphasen von der Sensibilisierung bis zur Exzellenz.
6 Auditierung des QM-Systems: Hier werden die Verfahren interner und externer Audits erläutert, die zur Überprüfung der Wirksamkeit und zur Vorbereitung der Zertifizierung notwendig sind.
7 Zusammenfassung und Schlussbemerkung: Das letzte Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Qualitätsmanagement als lebendigen, kontinuierlichen Prozess zu verstehen.
Qualitätsmanagement, QM-System, Schulentwicklung, Evaluation, Selbstevaluation, Fremdevaluation, DIN EN ISO 9001:2008, Unterrichtsqualität, Prozessanalyse, Prozessqualität, Strukturqualität, Ergebnisqualität, Leitbild, Lehrkräfte, Schulleitung.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Einführung eines Qualitätsmanagementsystems (QM) in einer baden-württembergischen Grundschule, um Schulentwicklungsprozesse systematisch zu steuern.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Qualität im Schulwesen, die Bedeutung von Bildungsstandards, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Evaluation sowie die praktische Umsetzung von QM-Instrumenten wie Leitbildern und Prozessanalysen.
Das Ziel ist es, den Einführungsprozess eines QM-Systems von den ersten Grundüberlegungen bis zur Zertifizierung an einer beispielhaften Schule aufzuzeigen und dabei praxisnahe Orientierungshilfen zu bieten.
Der Autor nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse zum Qualitätsmanagement und einer angewandten, beispielhaften Fallstudie einer fiktiven Schule, um die theoretischen Aspekte in einen konkreten schulischen Kontext zu überführen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Phasen der Vorbereitung und Planung (Definitionen, Normwahl), die praktische Implementierung (Personalwahl, Gremienbildung) sowie die Auditierung des Systems.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Qualitätsmanagement, Schulentwicklung, Evaluation, Prozessorientierung, DIN EN ISO 9001:2008 und Unterrichtsqualität beschreiben.
Die DIN EN ISO 9001:2008 wird als die zentrale normative Grundlage für die Einführung und Zertifizierung des QM-Systems an der beispielhaften Schule gewählt, da sie klare Anforderungen an Dokumentation und Prozessmanagement stellt.
Ohne die Akzeptanz und aktive Beteiligung der Lehrkräfte ist ein QM-System zum Scheitern verurteilt. Der Autor betont, dass Lehrkräfte als „Ko-Produzenten“ des QM-Systems gewonnen werden müssen, anstatt ihnen das System lediglich aufzuerlegen.
Der Autor plädiert für ein ausgewogenes Verhältnis. Während die Selbstevaluation die Basis für die tägliche Arbeit vor Ort bildet, dient die Fremdevaluation als wichtiger Impulsgeber von außen, um „blinde Flecken“ zu erkennen.
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