Examensarbeit, 2010
67 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
1.1 Begründung des Themas und der Herangehensweise
1.2 Forschungsstand und Quellenauswahl
1.3 Zitierweise und Abkürzungen der Quellen
2. Begriffliche Einführung in die Lehre der angeborenen Ideen
2.1 Die Termini „idea“ und „innatus“
2.2 Platons Ideenlehre und Ideenbegriff
2.3 Die angeborenen Ideen bei Descartes und Locke
2.4 Leibniz und die „ideae innatae“
3. Platon und Leibniz über die angeborenen Ideen
3.1 Die alte Begründung für die Existenz der angeborenen Ideen durch Platon
3.1.1 Die theoretische Begründung der angeborenen Ideen
3.1.2 Die praktische Begründung der angeborenen Ideen
3.2 Die neue Begründung für die Existenz der angeborenen Ideen durch Leibniz
3.2.1 Leibniz Begründung der angeborenen Ideen durch Lockes Widerlegung
3.2.2 Die Erkenntniskriterien nach Descartes und Leibniz
4. Platon und Leibniz im Kontrast
4.1 Leibniz Transformation der platonischen Lehre
4.2 Der Konsens zwischen Platon und Leibniz
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lehre von den "angeborenen Ideen" bei Platon und Leibniz, mit dem Ziel, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer erkenntnistheoretischen Konzepte herauszuarbeiten und die These zu verifizieren, dass Leibniz in einer direkten platonischen Tradition steht.
3.1 Die alte Begründung für die Existenz der angeborenen Ideen durch Platon
Der Glaube, dass es de facto angeborene Ideen gibt, ist aus der Annahme von der Anamnesislehre begründet. Die Existenz solcher eingeprägten Wahrheiten erklärt Platon im Menon und im Phaidon. Jedoch wird hier keine ausgearbeitete Theorie für das Dasein der angeborenen Ideen vorgestellt, sondern man findet sie nur am Rande erwähnt. Im Phaidon beschreibt Platon lediglich seine Auffassung von der menschlichen Seele und wie sie seiner Meinung nach beschaffen sein muss. Durch seine aufgeführten Unsterblichkeitsbeweise für die Seele und die damit verbundene Vorstellung von der Konstitution des Menschen als ein Leib-Seele-Wesen schafft Platon jedoch eine notwendige Bedingung für die Existenz seiner angeborenen Ideen. Im Dialog Menon wird die Anamnesislehre ebenfalls nur am Rande erwähnt und am Beispiel eines Sklaven praktisch gezeigt. Aus diesen Gründen können hier nur indirekte und hinführende Beweise als Begründung der apriorischen Erkenntnisse für Platon vorgebracht werden. Die Argumentationen im Phaidon können dabei als eine theoretische Darlegung und im Menon als eine praktische Begründung neben kurzen theoretischen Erläuterungen verstanden werden. Die theoretische Beweisführung im Phaidon befasst sich mit der Konstitution des Menschen und zeigt dabei die platonische Weltauffassung. Durch diese Weltbeschreibung ermöglicht es Platon, apriorische Ideen und Wahrheiten überhaupt anzunehmen.
1. Einführung: Hinführung zum Thema des Ursprungs menschlicher Erkenntnis und Darstellung der Forschungsabsicht, die platonische Lehre der angeborenen Ideen mit der Leibnizschen zu vergleichen.
2. Begriffliche Einführung in die Lehre der angeborenen Ideen: Analyse der grundlegenden Begriffe "Idee" und "angeboren" sowie Untersuchung der verschiedenen Ansätze bei Platon, Descartes, Locke und Leibniz.
3. Platon und Leibniz über die angeborenen Ideen: Detaillierte Analyse der Begründungsversuche für angeborene Ideen, angefangen bei Platons Anamnesislehre bis hin zu Leibniz' Antwort auf Lockes Empirismus.
4. Platon und Leibniz im Kontrast: Kontrastierender Vergleich beider Philosophien, der zeigt, wie Leibniz die platonische Tradition transformiert und fortführt.
5. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der philosophischen Nähe beider Denker und Bestätigung der These, dass Leibniz wesentlich von Platon geprägt wurde.
Angeborene Ideen, Platon, Leibniz, Anamnesislehre, Apriorismus, Rationalismus, Empirismus, Erkenntnistheorie, Vernunftwahrheiten, Tatsachenwahrheiten, Monadologie, Locke, Erkenntniskriterien, Seele, Philosophie.
Die Arbeit untersucht das erkenntnistheoretische Konzept der "angeborenen Ideen" und vergleicht die Ansätze von Platon und Gottfried Wilhelm Leibniz.
Im Fokus stehen die philosophische Begründung von Wissen, die Unterscheidung zwischen Vernunft- und Tatsachenwahrheiten sowie die historische Kontroverse zwischen Rationalismus und Empirismus.
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Ideenkonzepten von Platon und Leibniz aufzuzeigen und zu belegen, dass Leibniz in der Tradition des platonischen Denkens steht.
Der Autor wählt eine analytische Herangehensweise, bei der zunächst die Begrifflichkeit und dann die Begründungslogik beider Philosophen untersucht wird, um sie anschließend kontrastierend zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Einführung, eine detaillierte Analyse der Begründungen für angeborene Ideen (unter Einbeziehung der Kritik von John Locke) und einen direkten Vergleich der Konzepte.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie angeborene Ideen, Apriorismus, Anamnesislehre, Rationalismus und Leibniz’sche Philosophie charakterisieren.
Es dient Platon als praktischer Beweis dafür, dass mathematische Erkenntnisse nicht durch Belehrung von außen, sondern durch Wiedererinnerung (Anamnesis) aus dem Inneren des Menschen gewonnen werden.
Während Platon einen ausgeprägten Dualismus vertritt, entwickelt Leibniz eine spiritualistische Monadenlehre, in der keine Seelenwanderung im platonischen Sinne stattfindet, sondern eine stetige Entwicklung der Monade.
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