Fachbuch, 2012
80 Seiten
Dieses Buch
Die Autorin
Inhalt
Über das korrekte Zitieren
I Salvador Dalí
I.1 Eine literaturbetonte Jugend
I.2 Werdegang und Selbstinszenierung eines Surrealisten
I.3 Gala – Muse, Madonna und Göttin
I.4 Die Bildbühne als Setzkasten
II Benjamin Pérets Werk – eine ikonographische Fundgrube
II.1 Benjamin Péret
II.2 Die Entdeckung Pérets durch Dalí
II.3 Dalí – Péret: Das Bild-Text Verhältnis
III Dalís Rezeption Pérets
III.1 Le lecteur automatique – Die dalísche Filtrierung
III.2 Das Regentaxi
III.3 Péretsche Einzelelemente in der Ikonographie
III.3.1 Tintenfässer und Federhalter
III.3.2 Spiegeleier und Lämpchen
III.3.3 Zerfließende Instrumente und abstehende Stangen
III.3.4 Weiche Uhren oder die Beständigkeit der Erinnerung
III.4 Von Péret inspirierte Hauptmotive
III.4.1 Kannibalismus der Objekte
III.4.2 Der Hummerwahn
III.4.3 Die weiße Dame - Kusine Carolineta?
III.4.4 Lebendes Stillleben
III.4.5 Galas Christus
III.4.6 Galas Olivenkopf
III.4.7 Heilige Huren – Gala als Madonna
III.4.8 Schwäne spiegeln Elefanten
III.4.9 Der unsichtbare Mann
Das Ziel der Arbeit ist es, die literarischen Ursprünge der ikonographischen Motive im Werk von Salvador Dalí aufzudecken und zu belegen, dass diese nicht als rein zufällige Geniestreiche, sondern als Ergebnis einer rational gesteuerten Aneignung surrealistischer Literatur – insbesondere der Werke von Benjamin Péret – zu verstehen sind.
III.2 Das Regentaxi
Als Beispiel für die dalísche Assoziations-Tätigkeit ziehe ich eine surrealistische Installation heran, das Regentaxi von 1938, Abb. 3, zu dem er durch die Umdeutung und lückenhafte Synthese von péretschen Textfragmenten inspiriert wurde.
Er fertigt es an für die internationale Surrealismus-Ausstellung 1938 in Galerie des Beaux-Arts in Paris, mit der der Höhepunkt der Bewegung gefeiert werden sollte. Der Veranstalter gab den Künstlern die carte blanche, vollkommene Freiheit für die Gestaltung oder Auswahl der auszustellenden Werke. In der Lobby wurden die Besucherinnen und Besucher gleich überrascht vom Regentaxi. Das Original steht nun im Dalí-Museum in St. Petersburg-Florida. Eine weitere, modernere Version, in der Wagen nicht ein Modell aus den 20er Jahren, sondern ein Cadillac aus den 40ern ist, befindet sich im Hof des Dalímuseums in seinem katalonischen Geburtsort Figueres.
Das Objekt besteht, wie schon angedeutet, aus einem realen Auto, in dem am Lenker ein Fahrer mit Haifischgebiss und am Rücksitz ein platinblondes, leidvoll lächelndes Mannequin sitzen. Der Titel beschreibt, was sich im Inneren des Vehikels abspielt: Diskrete Schläuche an der Decke sind an eine elektronische Berieselungsanlage angeschlossen, bei Einwurf einer Münze aktiviert sich das System und es regnet im Taxi.
I Salvador Dalí: Beleuchtung der frühen Jahre Dalís, seiner Einbettung in das intellektuelle Umfeld Madrids und der Konstruktion seiner surrealistischen Identität.
II Benjamin Pérets Werk – eine ikonographische Fundgrube: Einführung in das Schaffen Pérets und Untersuchung der Entdeckung seiner Texte durch Dalí sowie deren Rolle als visuelle Inspirationsquelle.
III Dalís Rezeption Pérets: Detaillierte Analyse der Übertragung literarischer Elemente in die malerische Bildsprache Dalís anhand spezifischer Motive wie Uhren, Hummer und sakraler Inszenierungen.
Salvador Dalí, Benjamin Péret, Surrealismus, Ikonographie, Literatur, Bild-Text-Verhältnis, Automatismus, Regentaxi, Gala, Assoziation, Inspiration, Bildende Kunst, Motivgeschichte.
Die Arbeit untersucht die literarischen Wurzeln der Bildmotive von Salvador Dalí und belegt, dass er systematisch Motive aus Texten von Benjamin Péret in seine Gemälde transponierte.
Im Zentrum stehen die surrealistische Theoriebildung, die biographischen Einflüsse auf Dalí und die systematische Untersuchung des Verhältnisses zwischen Pérets Literatur und Dalís Ikonographie.
Das Ziel ist es, die Vorstellung des "irrationalen" Dalí zu revidieren und stattdessen eine rational geplante, gezielte Aneignung von literarischen Vorlagen nachzuweisen.
Die Autorin wendet eine dekonstruktive Leseart an, bei der sie Texte Pérets mit Dalís Gemälden vergleicht, um die Transformation literarischer Fragmente in visuelle Symbole zu analysieren.
Der Hauptteil widmet sich der Analyse konkreter, durch Péret inspirierter Hauptmotive wie den weichen Uhren, dem Regentaxi und der Darstellung von Gala.
Zentrale Begriffe sind Surrealismus, Ikonographie, Assoziation, Automatismus und die kritische Auseinandersetzung mit Dalís eigener Mythenbildung.
Gala wird von Dalí als Muse, Madonna und Göttin stilisiert; die Arbeit zeigt auf, wie diese stilisierte Rolle oft auf literarischen Vorbildern und Pérets Beschreibungen basiert.
Das Regentaxi basiert auf einer Umdeutung und Synthese von Textfragmenten Pérets, wobei Dalí Elemente aus dem Kinobesuch-Szenario aus Pérets Werk in ein physisches Objekt überführte.
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