Bachelorarbeit, 2012
55 Seiten, Note: 1,3
1. Das globale Währungs- und Finanzsystem
1.1. Bretton Woods und der Aufstieg des Dollars
1.2. Entwicklungen nach der Bretton-Woods Ära
1.2.1. Das „non-system“ und die globale Währungspolitik
1.2.2. Financial Globalization
1.2.3. Financial Development
2. Schwachstellen des globalen Währungs- und Finanzsystems
2.1. Autonomie der Geldpolitik ?
2.2. Abbau der Dominanz des US-Dollars im globalen Währungssystem ?
2.3. Flexible Wechselkurse als automatischer Stabilisator ?
2.4. Ausgleichende Wirkung der Wechselkurse auf Leistungsbilanzen ?
3. Entstehung und Wirkung der Risikofaktoren
3.1. Die Asienkrise
3.1.1. Ursachen
3.1.2. Schutzmaßnahmen nach der Krise
3.2. US-Finanzkrise
3.2.1. Ein exorbitantes Privileg
3.2.2. Kapitalflüsse in die USA
Diese Arbeit untersucht die strukturelle Instabilität des globalen Währungs- und Finanzsystems (GWFS) als zentralen Krisenfaktor. Ziel ist es, mittels einer Synthese theoretischer Überlegungen zu analysieren, wie die Architektur des GWFS – insbesondere seit den 1990er Jahren – zur Entstehung globaler Finanzkrisen beigetragen hat, wobei die Asienkrise und die US-Finanzkrise als wesentliche Fallbeispiele dienen.
1.1. Bretton Woods und der Aufstieg des Dollars
Im Jahre 1944 kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges kamen die 44 wichtigsten Wirtschaftsnationen auf der „International Monetary and Financial Conference of the United and Associated Nations“ von Bretton-Woods zusammen, um über die Zukunft des globalen Finanzsystems zu entscheiden. Die Nationen waren sich untereinander im Wesentlichen einig, dass das etablierte System nach dem Ersten Weltkrieg, welches die Entstehung der Great Depression maßgeblich begünstigt hatte, durch eine liberale und multilaterale Ordnung abgelöst werden sollte, die in der Lage war, Stabilität und Wachstum des Weltwirtschaftssystems dauerhaft zu gewährleisten.
Maßgeblich geprägt wurde die Konferenz dabei von der Delegation der USA, die als einzige Nation wirtschaftlich und politisch gestärkt aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen war und der Delegation Großbritanniens. Grundsätzlich standen sich somit zwei Vorschläge zur Neugestaltung des GWFS gegenüber. Zum einen der Vorschlag der US-Delegation unter dem Vorsitz von Harry Dexter White, der für die Einführung eines Systems fester WK mit dem USD als dominierende Währung plädierte und zum anderen der Vorschlag der britischen Delegation, unter Vorsitz von John Maynard Keynes, sicherlich einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, der die Gründung einer Internationalen Clearing Union mit einer Weltleit- und Reservewährung namens „Bancor“ vorsah.
1. Das globale Währungs- und Finanzsystem: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung des Bretton-Woods-Systems nach und analysiert den Übergang zum heutigen System flexibler Wechselkurse sowie die damit einhergehenden Prozesse der finanziellen Globalisierung und Entwicklung.
2. Schwachstellen des globalen Währungs- und Finanzsystems: Hier werden vier theoretische Annahmen über die Stabilität des Systems flexibler Wechselkurse kritisch auf ihre reale Anwendbarkeit geprüft, um strukturelle Mängel und Ungleichgewichte zu identifizieren.
3. Entstehung und Wirkung der Risikofaktoren: Anhand der Asienkrise und der US-Finanzkrise wird konkret untersucht, wie globale Ungleichgewichte und spekulative Kapitalströme zur Entstehung und Verbreitung systemischer Krisen führen.
Globales Währungs- und Finanzsystem, Bretton Woods, US-Dollar, Finanzkrise, Asienkrise, Kapitalströme, Leistungsbilanz, Wechselkurse, Financial Globalization, Financial Development, Geldpolitik, Weltreservewährung, Spekulation, Instabilität, Ungleichgewichte.
Die Arbeit analysiert die strukturellen Risikofaktoren des globalen Währungs- und Finanzsystems (GWFS) und deren Beitrag zur Entstehung globaler Finanz- und Wirtschaftskrisen in den letzten zwanzig Jahren.
Zu den zentralen Feldern gehören die Architektur des GWFS, die Auswirkungen der finanziellen Globalisierung, die Bedeutung des US-Dollars als Reservewährung und die Dynamik von Finanzkrisen in Emerging Markets sowie Industrienationen.
Das Ziel ist es, die Strukturen innerhalb des GWFS als maßgeblichen Krisenfaktor zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese zur globalen Instabilität und zur Entstehung aufeinanderfolgender Krisen beitragen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Synthese sowie eine schadensanalytische Herangehensweise, indem sie theoretische Annahmen mit realen Mechanismen des GWFS vergleicht und durch Fallbeispiele wie die Asien- und US-Finanzkrise untermauert.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen und Entwicklungsprozesse nach Bretton Woods dargestellt, gefolgt von einer kritischen Prüfung der Stabilitätsannahmen flexibler Wechselkurse und einer detaillierten Wirkungsanalyse konkreter Risikofaktoren.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Globales Währungs- und Finanzsystem, Finanzielle Globalisierung, Weltreservewährung, Leistungsbilanzungleichgewichte und systemische Stabilität.
Die Arbeit argumentiert, dass die nach der Asienkrise einsetzende massive Reserveakkumulation der Emerging Markets und deren Suche nach sicheren Anlagen indirekt die US-Finanzkrise durch massive Kapitalzuflüsse und eine konsequente Suche nach Rendite in den USA befeuert hat.
Der US-Dollar fungiert als dominierende Weltreservewährung. Dies zwingt die USA einerseits zur Bereitstellung von Dollarliquidität (Triffin-Dilemma) und beeinflusst durch die hohe Nachfrage nach "sicheren" Anlagen das Zinsniveau und die Risikowahrnehmung weltweit.
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