Bachelorarbeit, 2012
53 Seiten, Note: 2,0
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung
2 Geänderte Vorschriften zur Bilanzierung sonstiger Rückstellungen im Zuge des BilMoG
2.1 Ansatzvorschriften
2.2 Bewertungsvorschriften
2.2.1 Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostenentwicklungen
2.2.2 Diskontierungspflicht
2.3 Ausweis- und Anhangsvorschriften
2.4 Erstanwendung und Übergangsvorschriften
3 Theoretische Basis
4 Empirische Untersuchung
4.1 Beschreibung der Stichprobe
4.2 Qualität der Anhangsangaben
4.3 Quantifizierung der Umstellungseffekte
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht empirisch die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Bilanzierung sonstiger Rückstellungen. Das primäre Ziel besteht darin, die Effekte der erstmaligen Anwendung der neuen Vorschriften zu quantifizieren sowie die Qualität der damit einhergehenden Anhangsangaben und die Wahrnehmung von Wahlrechten zu analysieren.
2.2.2 Diskontierungspflicht
Die Einführung eines Abzinsungsgebots für Rückstellungen erfolgt über § 253 Absatz 2 Satz 1 HGB n. F. und soll die wahre Belastungswirkung für Unternehmen darstellen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind fortan laufzeitkongruent zu diskontieren. Rückstellungen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr sind nicht abzuzinsen. Bisher werden nur Rückstellungen diskontiert, deren zugrunde liegende Verbindlichkeit einen Zinsanteil enthält. Der anzuwendende Diskontierungssatz ist ein durchschnittlicher Marktzinssatz der letzten sieben Jahre. Die Wahl des Gesetzgebers zur Verwendung eines durchschnittlichen Marktzinses ergibt sich aus seiner glättenden und volatilitätssenkenden Wirkung. Der Deutschen Bundesbank obliegt die Berechnung und Veröffentlichung der verbindlich zu nutzenden Zinssätze. Hierzu wird monatlich eine Zinsstrukturkurve für ganzjährige Laufzeiten zwischen einem und fünfzig Jahren ermittelt. Die Bilanzierenden müssen keine eigenen Zinsermittlungen tätigen, was die Vergleichbarkeit der Abschlüsse ermöglicht und zu einer Vermeidung bilanzpolitischer Gestaltungsspielräume führt.
Der gewollten Annäherung an die IFRS wird allerdings nur bedingt Rechnung getragen. Zwar fordert auch IAS 37.45 den Ansatz des Barwertes der langfristigen Rückstellung, allerdings wird eine Abzinsung zum gegenwärtigen Marktzins risikofreier Anlagen vorgenommen. Trotz der Entscheidung zur Anwendung eines durchschnittlichen Marktzinssatzes wird der Ergebnisausweis aufgrund sich jährlich ändernder Zinssätze schwankungsanfälliger im Vergleich zur Situation vor dem BilMoG. Die fehlende Verpflichtung zur Angabe der Abzinsung, insbesondere der Quantifizierung des verwendeten Satzes, steht der vorgesehenen höheren Transparenz des BilMoG-HGB entgegen.
1 Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einführung in das BilMoG und dessen Zielsetzung, die Auswirkungen auf Rückstellungen zu analysieren sowie die Methodik der Untersuchung darzulegen.
2 Geänderte Vorschriften zur Bilanzierung sonstiger Rückstellungen im Zuge des BilMoG: Detaillierte Erläuterung der neuen Ansatz-, Bewertungs- sowie Ausweis- und Anhangsvorschriften unter Berücksichtigung internationaler Normen.
3 Theoretische Basis: Überblick über bestehende Literatur und Vorstudien zur Erstanwendung des BilMoG sowie zu Determinanten des Publizitätsverhaltens.
4 Empirische Untersuchung: Darstellung der Stichprobenbeschreibung, Analyse der Anhangsqualität anhand eines Publizitätsindex und Quantifizierung der Umstellungseffekte.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Ergebnisse hinsichtlich der Bilanzierungseffekte und der Informationsfunktion der Abschlüsse sowie Vorschläge für künftige Reformen.
BilMoG, Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, sonstige Rückstellungen, Rechnungslegung, HGB, Rückstellungsbewertung, Diskontierungspflicht, Anhangsangaben, Publizitätsindex, Umstellungseffekte, Erfüllungsbetrag, Bilanzpolitik, Eigenkapital, Jahresabschluss, Wahlrechte.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Bilanzierung sonstiger Rückstellungen in deutschen Jahresabschlüssen.
Die zentralen Themen umfassen die Änderungen bei Ansatz- und Bewertungsvorschriften, die Diskontierungspflicht sowie die Qualität und Transparenz der Anhangsangaben.
Das Hauptziel ist die Quantifizierung der Umstellungseffekte auf die Rückstellungen und das Eigenkapital sowie die Untersuchung der Anhangsqualität der Unternehmen.
Es wurde eine empirische Untersuchung von 126 Jahresabschlüssen durchgeführt, ergänzt durch eine univariate Korrelationsanalyse und multivariate Regressionsmodelle.
Im Hauptteil werden die geänderten Rechtsvorschriften erläutert, die theoretische Basis beschrieben und die empirischen Ergebnisse zur Qualität der Berichterstattung und zur quantitativen Umstellung dargelegt.
Zu den prägenden Begriffen gehören BilMoG, sonstige Rückstellungen, HGB, Diskontierung, Anhangsqualität und Bilanzpolitik.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass von großen Prüfungsgesellschaften (Big-Four) geprüfte Abschlüsse eine signifikant bessere Publizitätsqualität aufweisen.
Die fehlende Pflicht erschwert die exakte Identifizierung und Quantifizierung der Umstellungseffekte, da Unternehmen das Wahlrecht zur Bilanzpolitik nutzen können, ohne dies transparent darzulegen.
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