Seminararbeit, 1994
13 Seiten, Note: 1
I. Vorwort
1. Historische Hintergründe
2. Ökologiebewegungen in der ehemaligen Sowjetunion
3. Ideologische Hintergründe und Sinneswandel
4. Maßnahmen der Regierungen
5. Maßnahmen der Umweltkontrolle
6. Schlußfolgerungen
II. Nachwort
7. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen, ideologischen und politischen Rahmenbedingungen, die zur ökologischen Krise in der ehemaligen Sowjetunion geführt haben, und analysiert die staatlichen Gegenmaßnahmen sowie deren Wirksamkeit.
2. Ökologiebewegungen in der ehemaligen Sowjetunion
Als Beginn der Entstehung eines grünen Gewissens in der ehemaligen Sowjetunion gilt allgemein der Konflikt um die Zellstoffabriken am Baikalsee. Die Einmaligkeit dieses Lebensraumes durch mehr als 1000 endemische Arten und seine Größe (er gilt als die größte Süßwasserreserve der Erde) ist allgemein bekannt. Der See spielt darüber hinaus in der russischen Mythologie eine große Rolle.
1958 erschien der erste alarmierende Artikel in der Literaturzeitung über ein geplantes Wasserkraftwerk am Angara einem Zufluß des Baikalsees. Das Becken des Angara sollte auf der Abflußseite des Baikalsees durch Sprengungen auf ein Fassungsvermögen von 120 km3 erweitert werden. Die Autoren forderten stattdessen ein Naturschutzgebiet. Dem folgte ein Jahr später eine Liste der Gefahren, denen dieser See ausgesetzt war. Dies waren die Abholzung der Wälder, die Einleitung von Abwässern aus 2 geplanten, riesigen Zellulosekombinaten (200.000 m3/a), sowie die geplante Angaraerweiterung.
Sechs Jahre später erscheint ein weiterer Artikel, der die Problematik neuerlich darstellt. Wobei inzwischen eines der beiden Zellulosekombinate fertiggestellt war. Die erzeugte Viskosefaser wurde im europäischen Teil der ehemaligen Sowjetunion weiterverarbeitet. Staatliche Stellen versuchen die Vorwürfe in Stellungnahmen zu widerlegen. Schließlich veröffentlicht 1966 Oleg Volkov ein Gutachten von Wissenschaftlern, daß die Bedenken bestätigte. Kläranlagen für das Zellulosekombinat wurden errichtet, allerdings war die Kapazität unzureichend. Alternativen wie die Umleitung der Abwässer in den Angara wurden diskutiert.
I. Vorwort: Das Vorwort führt in die philosophische Sichtweise von W. Wernadski ein, der die Transformation der Biosphäre durch menschliches Wirken zur Noosphäre beschreibt.
1. Historische Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert, wie die radikale Industrialisierung unter Stalin und die Ideologisierung der Wissenschaft die Grundlage für die spätere ökologische Krise legten.
2. Ökologiebewegungen in der ehemaligen Sowjetunion: Es wird die Entwicklung des Naturschutzgedankens dargestellt, von staatlich gelenkten Organisationen bis hin zu kritischen Literaturkampagnen am Beispiel des Baikalsees.
3. Ideologische Hintergründe und Sinneswandel: Hier wird der Konflikt zwischen marxistischer Arbeitswerttheorie und notwendigen Umweltschutzmaßnahmen in der Wirtschaftsplanung diskutiert.
4. Maßnahmen der Regierungen: Das Kapitel befasst sich mit der Entwicklung der sowjetischen Gesetzgebung im Umweltbereich und der ineffizienten Umsetzung durch verschiedene Ministerien.
5. Maßnahmen der Umweltkontrolle: Es werden die Mängel in der Umweltkontrolle und das Scheitern nachhaltiger Entwicklungsstrategien innerhalb der zentralistischen Planung aufgezeigt.
6. Schlußfolgerungen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die bleibenden Herausforderungen wie die nukleare Sicherheit und die schwierige ökonomische Neubewertung natürlicher Ressourcen.
II. Nachwort: Das Nachwort greift erneut die Zukunftsgedanken Wernadskis auf und mahnt eine harmonische Koexistenz von Mensch und Natur an.
7. Literatur: Eine Zusammenstellung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen, Zeitungsberichte und Dokumentationen.
Sowjetunion, Umweltschutz, Industrialisierung, Fünfjahrespläne, Tschernobyl, Baikal, Luftverschmutzung, Gewässerschutz, Noosphäre, Ressourcenverschwendung, Nuklearindustrie, ökologische Krise, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Bodenerosion.
Die Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung von Umweltproblemen in der ehemaligen Sowjetunion und untersucht, inwieweit staatliche Maßnahmen und gesellschaftliche Bewegungen auf diese Krisen reagierten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Industrialisierungsgeschichte, der ideologischen Blockade von Umweltschutz, dem ökologischen Widerstand und der staatlichen Umweltkontrolle.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das sowjetische System durch quantitatives Wachstum und Missachtung ökologischer Grenzen weitreichende Umweltzerstörungen verursachte und warum Gegenmaßnahmen oft ineffizient blieben.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung, die auf historisch-politischen Hintergründen, Gesetzestexten und zeitgenössischen Berichten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung historischer Wurzeln, die Rolle der Literatur als Sprachrohr der Ökologie, die ökonomischen Probleme der Ressourcenbewertung und die konkreten Umweltschutzversuche nach der Katastrophe von Tschernobyl.
Wichtige Begriffe sind Sowjetunion, ökologische Krise, Industrialisierung, Tschernobyl, Umweltgesetzgebung und Ressourcenverschwendung.
Weil Ressourcen nach der marxistischen Arbeitswerttheorie als kostenlos angesehen wurden und ökologische Investitionen im Gegensatz zur Produktionssteigerung als nicht lukrativ galten.
Die nukleare Sicherheit wird als größte und unkalkulierbarste ökologische Herausforderung eingestuft, da die Sonderstellung der Nuklearindustrie unter Militärkontrolle eine transparente Lösung erschwert.
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