Masterarbeit, 2012
169 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Zielsetzung und Methodik der Arbeit
3 Landschaftsarchitektur und Geschichtsbewusstsein
4 Das Leben und Wirken des Günther Grzimek
5 Entschichtung des Olympiaparks
5.1 Das Olympiagelände
5.2 Lage und Gliederung
5.3 Geschichte
5.4 Olympische Spiele 1972
5.5 Der Olympiapark
5.6 Rahmenbedingungen
5.7 Arbeitsmittel
5.7.1 Infrastruktur
5.7.2 Denkmalschutz
5.7.3 Vegetationsverwendung
5.7.4 Topographie
5.7.5 Wasser
5.7.6 Sichtbeziehungen
5.7.7 Bezug zur Architektur
5.7.8 Formensprache
5.7.9 Nutzungen und Funktionen
6 Günther Grzimek als Vordenker
6.1 Theoretische Ansätze
6.2. Formal-ästhetische Ansätze
7 Kritische Reflektion
7.1 Günther Grzimek - einer der fortschrittlichsten Landschaftsarchitekten seiner Zeit
7.2 Günther Grzimeks Gestaltungsrepertoire ist von einer Qualität, die zeitlos gültig ist. Seine Ansätze sind heute noch anwendbar.
7.3 Günther Grzimek - Sozialarbeiter der Landschaft
8 Quellen
8.1 Literatur
8.2 Internetquellen
8.3 Filme und Hörbücher
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Werk des Landschaftsarchitekten Günther Grzimek, insbesondere am Beispiel seiner Planung des Münchner Olympiaparks, um dessen gestalterische Prinzipien zu entschlüsseln und deren Anwendbarkeit auf heutige stadtplanerische Herausforderungen zu bewerten.
5.7.9 Nutzungen und Funktionen
Die hervorragende infrastrukturelle Anbindung und die zentrale Lage erwies sich als äußerst positiv für die Nach- beziehungsweise Umnutzung der Olympischen Stätten. Als „Bühne des Münchner Gemeinschaftslebens“ war der Park bereits nach fünf Jahren voll in das öffentliche Leben Münchens integriert. Bis heute registrierte man über einhundertzweiundachtzig Millionen Besucher. Nahezu elftausend sportliche, kulturelle und kommerzielle Veranstaltungen verzeichnet das Gelände in seiner fast vierzigjährigen Geschichte. Das internationale Veranstaltungszentrum war der Austragungsort für zweiunddreißig Welt-, zwölf Europa- und sechsundneunzig deutsche Meisterschaften sowie vieler weiterer bedeutender Sportevents, Konzerte, Messen, Tagungen und Ausstellungen unterschiedlichster Art. Die touristische Attraktion wird von der Olympiapark München GmbH verwaltet und mit Ereignissen versehen. Bereits der planende Landschaftsarchitekt sah eine Bespielung des Parks vor: „ (...) wenn seine Attraktion jedoch nicht nachlassen soll, bedarf es einer phantasievollen Intendanz.“
Kostenpflichtige Freizeitangebote findet man an jeder Ecke: Bootsverleih, Parkeisenbahn, Minigolfanlage, Trampolin- und Bungee-Anlage, Tennisplätze, Hallenfußballanlage und das zuletzt hinzugekommene Sea-Life-Aquarium rundet das Angebot ab. Obwohl die Grundsätze über freie Benutzbarkeit und Zugänglichkeit des Parks von den Planern klar definiert worden waren, brachten derartige Nutzungen zunehmend Absperrungen einzelner Bereiche als unvermeidbare Folge mit sich. Weitere Einschränkungen verzeichnet man bei den nördlichen Sportanlagen, da sie lediglich Mitgliedern des zentralen Hochschulsports Eintritt gewähren. Das Stadion kann nur bei öffentlichen Veranstaltungen und gegen ein Eintrittsgeld betreten werden. Angesichts seiner architektonischen Einmaligkeit wäre eine verbesserte öffentliche Zugänglichkeit dieser Anlage wünschenswert.
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz des Themas und die historische Bedeutung Günther Grzimeks als "Architekt des Demokratischen Grüns".
2 Zielsetzung und Methodik der Arbeit: Darstellung der methodischen Vorgehensweise und der Struktur der Masterthesis zur Analyse der Grzimekschen Planungsprinzipien.
3 Landschaftsarchitektur und Geschichtsbewusstsein: Diskussion der Bedeutung historischer Auseinandersetzung für die aktuelle Theoriebildung der Landschaftsarchitektur.
4 Das Leben und Wirken des Günther Grzimek: Biographischer Abriss des Landschaftsarchitekten mit Fokus auf seine Ausbildung und reformerischen Tätigkeiten in Ulm und Kassel.
5 Entschichtung des Olympiaparks: Detaillierte Analyse des Olympiaparks unter Anwendung verschiedener Arbeitsmittel wie Topographie, Vegetation und Infrastruktur.
6 Günther Grzimek als Vordenker: Untersuchung der theoretischen und formal-ästhetischen Ansätze Grzimeks im Kontext seiner Zeitgenossen.
7 Kritische Reflektion: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Anwendbarkeit von Grzimeks Prinzipien auf die heutige Zeit.
Günther Grzimek, Olympiapark München, Landschaftsarchitektur, Demokratisches Grün, Gebrauchslandschaft, Nutzerorientierung, Freiraumplanung, Stadtraum, Stadtlandschaft, Bürgerbeteiligung, Leistungsgrün, Denkmalschutz, Reliefenergie, Polyvalenz
Die Arbeit analysiert das Wirken des Landschaftsarchitekten Günther Grzimek am Beispiel des Münchner Olympiaparks und untersucht dessen Bedeutung als Reformer der Nachkriegszeit.
Im Mittelpunkt stehen nutzerorientierte Planung, die Theorie des demokratischen Grüns, Landschaftsarchitektur als soziale Aufgabe sowie die Bewahrung und Analyse bedeutender Freiraumdenkmäler.
Das Ziel ist es, die grundlegenden Gestaltungsprinzipien Grzimeks zu identifizieren und ihre heutige Aktualität und Anwendbarkeit auf moderne Stadtentwicklungsprojekte zu prüfen.
Die Arbeit nutzt die "Entschichtung" als analytisches Werkzeug, um den Olympiapark in seine Einzelbestandteile zu zerlegen und diese fachlich sowie vergleichend zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Bestandsaufnahme und Analyse der Parkelemente wie Infrastruktur, Vegetation, Wasser und Topographie sowie eine Auseinandersetzung mit Grzimeks theoretischen Ansätzen.
Sie lässt sich durch Begriffe wie nutzerbezogener Funktionalismus, Demokratisches Grün, Gebrauchslandschaft und Aneignungspark charakterisieren.
Der Olympiapark gilt als eines der weltweit gelungensten Beispiele für die Um- und Nachnutzung eines Olympiastandortes und als "wahr gewordene Utopie" von Grzimeks Gestaltungsprinzipien.
Die Autorin erkennt an, dass der Park auch heute noch extrem populär ist, warnt jedoch vor einer schleichenden Entwertung der ursprünglichen Gestaltungsprinzipien durch unkontrollierte kommerzielle Nutzungen und mangelnde Pflege.
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