Bachelorarbeit, 2012
55 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Zur Relevanz der Schönheit in den Sozialwissenschaften
3. Die Evolution der Schönheit
4. Die Subjektivitätstheorie nach Michel Foucault
5. Schönheit im Nationalsozialismus
5.1. Das arische Ideal
5.2. Körperfreude
5.3. Nackte Natürlichkeit
5.4. Zwischenfazit
6. Schönheit in der Gegenwart
6.1. Magere Zeiten
6.2. Jugendlichkeit
6.3. Fitness und Schönheits-OPs
6.4. Individualität und Authentizität
6.5. Zwischenfazit
7. Ich bin schön, also bin ich (gut)?
8. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht und vergleicht weibliche Körperideale sowie Subjektivitätsmuster im Nationalsozialismus und in der heutigen Zeit, um herauszufinden, welchen Anforderungen die Gesellschaft das Aussehen von Frauen unterwirft und wie Schönheit das Selbstverständnis beeinflusst.
5.2. Körperfreude
„Sieg der Körperfreude! Das ist nicht mehr und nicht weniger als zugleich ein Appell an das Gewissen. Die Durchführung der Aufgabe, die mit dem Appell gegeben ist, dient dir selbst und anderen zugleich. Bestärkt dich nicht das Glücksgefühl körperlichen Aufatmens nach Stunden der Ruhe, der Nacht oder nach einem vollbrachten Kampf – zu stets neuem Beginnen?“
Wie Burghardt es beschrieb, so zählte körperliche Ertüchtigung zu einem normalen Alltag der Bevölkerung dazu. Er sah den Sinn im Sport als Aufgabe für sich selbst und seine Mitmenschen – quasi als „Lebensprinzip“, das – wenn man es nicht befolgt – für kein glückliches und erfülltes Leben garantieren kann. Andersherum formuliert: Nur wer sich körperlich ertüchtigt, wird sich seines eigenen Körpers wahr, wird aus Foucaultscher Sicht zum Subjekt. Die Disziplinierung des eigenen Körpers kann also als pars pro toto verstanden werden: Nur wer sich seines eigenen Körpers erfreut, der erfreut sich auch am Leben.
Zum arischen Ideal zählte neben einem natürlichen, jugendlichen Gesicht an zweiter Stelle auch ein schöner, definierter Körper, den sich die Frauen damals in zahlreichen Übungseinheiten antrainierten. Der Grund dafür war nach Theweleit die Transformation des ungeformten, unbefleckten Körpers in den geformten, gezüchtigten und disziplinierten Leib in der totalen Institution einer militärischen Maschinerie. Von einem äußerlichen, politischen und militärischen Zwang getrieben, liefen, rannten, warfen, schwammen und tanzten die Menschen – männlich wie weiblich. Die NS-Körperpolitik war von der Gier nach einem schönen Körper für jedermann getrieben, da sie „im Körper die Manifestation nicht nur von sozialer Biografie und Umwelteinfluss, sondern vor allem der »geistig-seelischen Merkmale« des Menschen, die sich auf die »Rassezugehörigkeit« zurückführten“, sahen.
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung und den Vergleich der zwei Zeitepochen bezüglich weiblicher Körperideale.
2. Zur Relevanz der Schönheit in den Sozialwissenschaften: Erörterung der sozialwissenschaftlichen Perspektive auf Schönheit und ihrer Entwicklung seit den 1970er Jahren.
3. Die Evolution der Schönheit: Historischer Abriss über verschiedene weibliche Körperideale im Wandel der Zeit.
4. Die Subjektivitätstheorie nach Michel Foucault: Theoretische Grundlegung über die historische Konstitution von Subjekten und Diskurse der Macht.
5. Schönheit im Nationalsozialismus: Untersuchung der nationalsozialistischen Frauen- und Rassenideologie sowie der Rolle von Körperdisziplin.
6. Schönheit in der Gegenwart: Analyse moderner Schönheitsideale unter Einfluss von Werbung, Diät- und Fitnesswahn.
7. Ich bin schön, also bin ich (gut)?: Diskussion über die soziale Bewertung von Attraktivität und die Annahme einer Verbindung zwischen Schönheit und Gutsein.
8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Reflexion über die Freiheit der Frau im Umgang mit dem eigenen Körper.
Schönheitsideal, Nationalsozialismus, Körperlichkeit, Subjektivitätstheorie, Michel Foucault, Körperdisziplinierung, Rassenhygiene, Fitnesswahn, Authentizität, Schlankheitsideal, Moderne, Machtverhältnisse, Frauenbild, Körperkultur, Identitätsbildung.
Die Bachelorarbeit untersucht, wie gesellschaftliche Normen und Ideale das weibliche Körperbild sowohl im Nationalsozialismus als auch in der heutigen Zeit prägen und wie diese den Wert einer Frau definieren.
Die Arbeit beleuchtet den Wandel von Schönheitsidealen, die Rolle von Körperdisziplinierung, den Einfluss von Machtstrukturen auf das Individuum sowie die Auswirkungen von Fitness- und Magerkeitsidealen auf das moderne Frauenbild.
Das Ziel ist es, Übereinstimmungen und Unterschiede in der gesellschaftlichen Anforderung an das weibliche Aussehen über die zwei Zeitepochen hinweg herauszuarbeiten und die Machtmechanismen zu interpretieren, die dahinterstehen.
Die Autorin geht qualitativ vor und nutzt einen Vergleich von Texten, Materialien, Fotografien und Werbeplakaten, fundiert durch die diskurstheoretischen Ansätze von Michel Foucault.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des NS-Frauenbildes (arische Ideale, Nacktheit, Körperfreude) und der zeitgenössischen Schönheitsideale (Schlankheitswahn, Fitness, Jugendsuche, Inszenierung der Authentizität).
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Körperlichkeit, Machtverhältnisse, Schönheitsideal, Subjektivität, Disziplinierung und den historischen Vergleich charakterisiert.
Foucault liefert das theoretische Gerüst, um zu erklären, wie Individuen durch gesellschaftliche Diskurse und Machtpraktiken zu „Subjekten“ geformt werden, die sich selbst disziplinieren.
Nacktheit wird in der Arbeit als Zeichen der Natürlichkeit und Lebensfreude analysiert, die jedoch gleichzeitig biopolitisch zur Sichtbarmachung der Rassemerkmale diente.
In der heutigen Zeit beschreibt der Begriff eine „gemachte Natürlichkeit“, bei der der enorme Zeit- und Arbeitsaufwand für das Aussehen hinter einer Fassade der Mühelosigkeit verborgen werden muss.
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