Diplomarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Migration und Bildung
2.1. Migration und ethnische Gruppen
2.1.1.Migration
2.1.2 Ethnie, Ethnizität, Identität
2.1.3. Assimilation
2.1.4 Zusammenfassung.
2.2. Bildungsungleichheiten von SchülerInnen mit Migrationshintergrund
2.2.1. Bildung und Sozialisation
2.2.2. Soziale Ungleichheit
2.2.3. Bildungsungleichheiten von MigrantInnen
2.2.4. Zusammenfassung
3. Ansätze zur Erklärung von Bildungsungleichheiten der Kinder mit Migrationshintergrund.
3.1. Mangelnde kulturelle Passung zum Bildungssystem
3.1.1.Soziabilisierung, Enkulturation und Akkulturation
3.1.2.Sozialisation und Bildungsproblematik von SchülerInnenn mit Migrationshintergrund
3.1.3 Kritik
3.2. Humankapitaltheoretischer Erklärungsansatz
3.2.1. Ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital: Kapitalsorten
3.2.2. Human- und inkorporiertes kulturelles Kapital
3.2.3 Humankapital und Bildungspositionierung von Kindern mit Migrationshintergrund
3.2.4 Kritik
3.3. Institutionelle Diskriminierung
3.3.1. Institutionen und Organisationen
3.3.2.Legitimation und Isomorphie
3.3.3 Organisationen als lose „gekoppelte Systeme“
3.3.4. Institutionelle Diskriminierung
3.3.5. Institutionelle Diskriminierung und Bildungspositionierung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund
3.3.6. Kritik
3.4. Zwischenfazit
4. Die Erklärung von Bildungsungleichheiten von SchülerInnen mit Migrationshintergrund durch Stereotype Threat.
4.1. Stereotype und Vorurteile
4.2. Soziale Kategorisierung, Fremdgruppe und Eigengruppe
4.3. Stereotype Threat
4.4. Stereotype Threat und Bildungsungleichheiten von SchülerInnenInnen mit Migrationshintergrund
5. Replikation der Studien von Steele und Aronson (1995) für ein deutsches Sample
5.1. Methode
5.1.1. Untersuchungsdesign
5.1.2. Stereotypaktivierung
5.1.3.Stereotype Threat Messung
5.1.4. Messung der Richtung verschiedener Stereotype
5.2. Ergebnisse
5.2.1. Testergebnisse und Stereotype Threat
5.2.2. Richtung der Stereotype
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Phänomen „Stereotype Threat“ zur Erklärung von Bildungsungleichheiten bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in Deutschland beitragen kann, da bisherige Ansätze hierzu nur begrenzte Erklärungsmodelle bieten.
4.3. Stereotype Threat
Steele und Aronson beschäftigten sich 1995 mit der Frage, warum schwarze in standardisierten Tests häufig schlechter abschnitten als weiße Studenten. Um dieser Frage nachzugehen, konzipierten sie eine Reihe von Experimenten, in der sie herausfanden, dass Schwarze wenn ihre ethnische Zugehörigkeit salient gemacht wurde, signifikant schlechter abschnitten als Weiße. Sie erzielten sogar schlechtere Ergebnisse als Schwarze in Kontrollgruppen. Die beiden Autoren schlossen daher auf einen wirkenden Prozess den sie Stereotype Threat nannten.
Im Jahr 2002 versuchen Steele, Spencer und Aronson diesen Prozess folgendermaßen zu definieren: „When a negative stereotype about a group one is part of becomes personally relevant, usually as an interpretation of one’s behavior or an experience on is having, stereotype threat is the resulting sense that one can then be judged or treated in terms of stereotype or that one might do something that would inadvertently confirm it. Most often Stereotypes are seen to affect their targets through the discriminatory behavior and judgment of people who hold the stereotype. An implication of this definition, however, is that stereotypes can affect their targets even before they are translated into behavior or judgments.”(S.389).
Stereotype Threat wirkt also bereits vor einer Urteilsbildung oder vor einer Diskriminierung. Es ist die Gefahr einem negativen Stereotyp, einer sozialen Kategorie, deren sich Personen zugehörig fühlen, zu entsprechen. Diese Gefahr, negativen Stereotypen entsprechen zu können, wirkt sich darin aus, dass Personen nicht mehr in der Lage sind ihre tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten in Situationen in denen sie dieses Stereotyp bestätigen könnten, abzurufen. Dies kann dazu führen, dass diese negativen Stereotype für alle Beteiligten bestätigt werden.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die persistierenden Bildungsungleichheiten von SchülerInnen mit Migrationshintergrund und hinterfragt, ob das Konzept „Stereotype Threat“ als Erklärungsansatz dienen kann.
2. Migration und Bildung: Dieses Kapitel definiert Migration und Ethnie und gibt einen Überblick über die bildungsbezogene Benachteiligung von MigrantInnen im deutschen Schulsystem.
3. Ansätze zur Erklärung von Bildungsungleichheiten der Kinder mit Migrationshintergrund.: Es werden drei zentrale Erklärungsansätze – mangelnde kulturelle Passung, Humankapitaltheorie und institutionelle Diskriminierung – analysiert und kritisch auf ihre Erklärungskraft geprüft.
4. Die Erklärung von Bildungsungleichheiten von SchülerInnen mit Migrationshintergrund durch Stereotype Threat.: Der theoretische Hintergrund von Stereotypen und Vorurteilen wird erläutert und das Konzept des Stereotype Threat als potenzieller Mechanismus für Bildungsungleichheiten eingeführt.
5. Replikation der Studien von Steele und Aronson (1995) für ein deutsches Sample: Das Kapitel beschreibt ein exploratives Experiment mit HauptschülerInnen, das untersucht, ob Stereotype Threat auch bei SchülerInnen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland nachweisbar ist.
6. Fazit: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst und bewertet, wobei die Grenzen bisheriger Erklärungsmodelle und das Potenzial des Stereotype-Threat-Ansatzes diskutiert werden.
Migration, Bildungsungleichheit, Stereotype Threat, Ethnizität, Humankapital, Institutionelle Diskriminierung, Sozialisation, Assimilation, Akkulturation, Schulleistung, Bildungsbeteiligung, Vorurteile, Soziale Kategorisierung, Testleistung, Replikationsstudie
Die Arbeit untersucht die Ursachen für Bildungsungleichheiten bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem.
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen von Migration auf Bildungschancen, soziologischen Erklärungsansätzen für ungleiche Bildungsbiographien sowie der psychologischen Wirksamkeit von Stereotypen.
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob der Mechanismus des „Stereotype Threat“ eine bessere Erklärung für Bildungsungleichheiten bietet als traditionelle, rein defizitorientierte oder institutionelle Ansätze.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit existierenden Erklärungsansätzen und eine explorative, quasi-experimentelle Replikationsstudie nach dem Vorbild von Steele und Aronson.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen zur kulturellen Passung, Humankapitaltheorien sowie das Phänomen der institutionellen Diskriminierung, bevor der Fokus auf das psychologische Konzept des Stereotype Threat verschoben wird.
Die wichtigsten Schlagworte sind Migration, Bildungsungleichheit, Stereotype Threat, Humankapital, institutionelle Diskriminierung und Schulleistung.
Es wird postuliert, dass Schülerinnen und Schüler mit türkischem Migrationshintergrund in Leistungssituationen schlechtere Ergebnisse erzielen, wenn ihre ethnische Zugehörigkeit salient gemacht wird.
Die Befragung der Studierenden dient dazu, die Existenz und die Richtung spezifischer Stereotype gegenüber verschiedenen ethnischen Gruppen in der deutschen Gesellschaft explorativ zu erfassen.
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