Bachelorarbeit, 2010
40 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die polnische Sprache
2.1 Allgemeines
2.2 Das polnische Alphabet
2.3 Sprachgeschichte
3. Zur kontrastiven Linguistik
3.1 Schwierigkeiten bei der Beschreibung einer Sprache
3.2 Zur Methode
4. Phonologie im Vergleich
4.1 Segmentale Phonologie
4.1.1 Konsonanten
4.1.1.1 Konsonanten des Deutschen
4.1.1.2 Konsonanten des Polnischen
4.1.1.3 Konsonanten im Kontrast
4.1.2 Vokale
4.1.2.1 Vokale des Deutschen
4.1.2.2 Vokale des Polnischen
4.1.2.3 Vokale im Vergleich
4.2 Suprasegmentale Phonologie
5. Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Lautsysteme des Polnischen und Deutschen, um phonologische Diskrepanzen zu identifizieren, die für einen spezifischen polnischen Akzent im Deutschen verantwortlich sind, und somit eine theoretische Grundlage für die Interferenzforschung und den Fremdsprachenunterricht zu schaffen.
1. Einleitung
Woran liegt es, dass man manchmal Menschen, obwohl sie grammatisch einwandfreies Deutsch sprechen, fehlerfrei flektieren und ohne Defizite deklinieren, auch kreativ mit Sprache umgehen, eine fremde Herkunft anhört? Das liegt am Akzent, heißt es gemeinhin. Was aber ist dieser Akzent und wie kann ich daran erkennen, ob mein Gesprächspartner Spanier, Inder, Pole, Russe, ist? Sogar Briten und Amerikaner lassen sich so auseinanderhalten. „Fremde[r] Akzent“, schreibt Trubetzkoy, sei „auf die Diskrepanz zwischen den Lautsystemen der zwei betreffenden Sprachen“ zurückzuführen.1 Ergo, so ist meine Überlegung, muss ich die Lautsysteme der polnischen und der deutschen Sprache untersuchen, die „Diskrepanzen“ herausarbeiten und dann weiß ich, woran ich genau erkenne, dass jemand aus Polen kommt.
Die Ergebnisse dieser Untersuchung wären für den Deutsch-als-Fremdsprachen-Unterricht von Bedeutung. Im Unterhaltungssektor könnten Imitatoren davon profitieren. Dies sind nur zwei unterschiedlich relevante Anwendungsbeispiele.
Es gibt zwei unterschiedliche Ansätze einer kontrastiven Phonologie (nach Hentschel 1985). Zu Typologiezwecken werden zwei Sprachsysteme gleichberechtigt nebeneinander untersucht. Zu meinem Zweck, der Interferenzforschung, stehen beide Sprachen im Verhältnis L1–L2 zueinander. Entsprechend erfolgt der Vergleich einseitig mit dem Deutschen als Zielsprache, als L2. Der Umfang dieser Arbeit ermöglicht natürlich keinen allumfassenden phonologischen Vergleich. So ist die Arbeit auf die segmentale Phonetik und Phonologie und suprasegmentale Erscheinungen (Assimilation etc.) beschränkt. Diese Arbeit versteht sich als theoretischer Unterbau für mögliche Feldstudien unterschiedlichster Art, als Ausgangspunkt für theoretische Untersuchungen zu hier nicht behandelten Interferenzen und/oder als didaktisches Hilfsmittel.
1. Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Untersuchung von Lautsystemen zur Identifikation von Akzentmerkmalen und definiert den Rahmen der kontrastiven Phonologie zwischen dem Polnischen als L1 und dem Deutschen als L2.
2. Die polnische Sprache: Hier werden allgemeine Merkmale der polnischen Sprache, das Alphabet sowie die historische Entwicklung in verschiedene Epochen unterteilt und vorgestellt.
3. Zur kontrastiven Linguistik: Dieses Kapitel erörtert die Herausforderungen der sprachlichen Beschreibung und legt die methodische Vorgehensweise für den kontrastiven Vergleich fest.
4. Phonologie im Vergleich: Den Kern der Arbeit bildend, werden segmentale und suprasegmentale Merkmale von Konsonanten und Vokalen in beiden Sprachen detailliert gegenübergestellt und analysiert.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der kontrastiven Untersuchung resümiert und zukünftige Forschungsfelder, etwa im Bereich der Orthographie oder Syntax, aufgezeigt.
Kontrastive Phonologie, Deutsch, Polnisch, Interferenzforschung, Lautsystem, Konsonanten, Vokale, Palatalisierung, Assimilation, Akzent, Fremdsprachenerwerb, Lautanalyse, Phonem, Segmentale Phonologie, Suprasegmentale Phonologie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem phonologischen Vergleich zwischen der polnischen und der deutschen Sprache, um die Ursachen für einen spezifischen polnischen Akzent beim Sprechen des Deutschen zu ergründen.
Die zentralen Felder umfassen die kontrastive Analyse der Konsonanten- und Vokalsysteme beider Sprachen sowie die Untersuchung suprasegmentaler Erscheinungen, insbesondere von Assimilationsprozessen.
Das primäre Ziel ist es, durch die Herausarbeitung der phonologischen Diskrepanzen zwischen dem Polnischen und dem Deutschen zu verstehen, welche spezifischen Lautunterschiede zu dem für Muttersprachler erkennbaren „polnischen Akzent“ im Deutschen führen.
Der Autor nutzt den Ansatz der kontrastiven Phonologie, wobei der Vergleich einseitig mit dem Deutschen als Zielsprache (L2) erfolgt, um Interferenzen aus der Ausgangssprache (L1) zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die segmentale Phonologie (Detaillierung von Konsonanten und Vokalen beider Sprachen) und die suprasegmentale Phonologie, in der lautliche Assimilations- und Stimmtonveränderungen kontrastiert werden.
Zentrale Begriffe sind Kontrastive Phonologie, Interferenzforschung, Palatalisierung, Assimilation, Akzent, Phonem, Konsonanten- und Vokalsystem sowie Fremdsprachenerwerb.
Die Palatalisierung von Konsonanten wird als distinktives Merkmal der polnischen Sprache identifiziert, das im Gegensatz zum Deutschen semantische Unterschiede bilden kann und daher eine wichtige Interferenzquelle darstellt.
Während im Deutschen ein regressiver Stimmtonverlust dominiert, weist das Polnische einen progressiven Stimmtonerwerb auf, was an Wortgrenzen zu fundamental unterschiedlichen akustischen Ergebnissen führt.
Die Arbeit stellt fest, dass das Polnische ein deutlich einfacheres Vokalsystem hat, wodurch bei polnischen Lernern des Deutschen oft eine Substitution durch „ähnliche“ polnische Laute erfolgt, die zu Missverständnissen führen kann.
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