Diplomarbeit, 2012
87 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
A. Einleitung
B. Medizinische und naturwissenschaftliche Grundlagen
1. Indikationen prädiktiver Diagnostik
2. Genetische Beratung
2.1 Grundlagen der Genetik
3. Methoden prädiktiver Diagnostik
3.1 Anwendung und Interpretation genetischer Testverfahren
3.2 Pränataldiagnostik
3.3 Präfertilisations- bzw. Präkonzeptionsdiagnostik
3.4 Präimplantationsdiagnostik
4. Assistierte Reproduktion/ In-vitro-Fertilisation
4.1 Gametengewinnung
4.2 Die Befruchtung in vitro
4.3 Embryonalentwicklung
C. Die rechtliche Debatte zur PID
5. Das Gesetz zum Schutz von Embryonen (ESchG)
6. Die Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch nach §§218ff StGB
7. Verfassungsrechtliche Diskussion
7.1 Der Status des Embryos - Drei Thesen
8. Die folgenorientierte Debatte
9. Präimplantationsdiagnostikgesetz (PräimpG)
D. Die ethische Diskussion zur PID
10. Perspektive I: Die ethische Vertretbarkeit der PID
10.1 Die Frage nach dem moralischen Status des Embryos
10.2 Die Begründung des Menschenwürdeprinzips
10.3 Die Inklusion des Embryos unter das Prinzip der Menschenwürde
10.4 PID und PND im Vergleich
10.5 PID und Abtreibung im Vergleich
11. Perspektive II: Die praktische Anwendung der PID
11.1 Anwendungsmöglichkeiten und Indikationsstellung
11.2 Patientinnenautonomie
11.2.1 Verständnis des Autonomiebegriffs
11.2.2 Realisierungsbedingungen autonomer Entscheidungen
11.2.3 Autonomie und Beratung
12. Perspektive III: Die Folgen der Anwendung der PID
12.1 Wandel des Menschenbildes
12.2 Diskriminierung
12.3 Eugenik
12.4 Das eugenische Potential der PID
E. Zusammenfassung und Fazit
Die Arbeit untersucht die ethische und rechtliche Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland, mit dem Ziel, Argumentationsstrategien zu analysieren und ein Verständnis für das Spannungsfeld zwischen Recht und Ethik zu entwickeln.
3.4 Präimplantationsdiagnostik
Bei der Präimplantationsdiagnostik ist die nicht-invasive PID, die im Rahmen jeder In-vitro-Fertilisation (IVF), die ja die Voraussetzung für dieses Verfahren ist, durchgeführt wird und lediglich augenscheinlich nicht lebensfähige Keime selektiert, von der invasiven und hier zu erörternden PID zu unterscheiden.21
Dabei werden einem Embryo im 6- bis 10-Zell-Stadium ein oder zwei der so genannten Blastomeren entnommen und verbrauchend gezielt auf bestimmte genetische Mutationen untersucht. Je nach Ergebnis der Biopsie kann der Embryo zur Herbeiführung einer Schwangerschaft in den Uterus der prospektiven (genetischen) Mutter transferiert, zur späteren Verwendung kryokonserviert oder nicht implantiert werden. Diese „Verwerfung“ führt zum Absterben des Embryos, der außerhalb des Mutterleibs nicht überlebensfähig ist. „Zur Diagnose kommen in Abhängigkeit von den zu untersuchenden Merkmalen zwei Verfahren zur Anwendung, FISH (dt.: Fluoreszenz-in-vitro-Hybridisierung) und PCR (dt.: Polymerasekettenreaktion). Ein weiteres Hilfsverfahren ist PEP (primer extension amplification), das zum Ziel hat, die begrenzte Menge an DNA, die in der entnommenen Zelle vorliegt, zu vervielfachen, um verschiedene parallele Untersuchungen zu erlauben.“22 Die FISH weist beispielsweise Trisomie 21 nach, die PCR dient der Feststellung rezessiver Erbkrankheiten.
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Präimplantationsdiagnostik ein und definiert die Ziele der Untersuchung im Spannungsfeld von Recht und Ethik.
B. Medizinische und naturwissenschaftliche Grundlagen: Dieses Kapitel vermittelt die notwendigen medizinischen Kenntnisse über genetische Grundlagen und Verfahren wie die In-vitro-Fertilisation für das Verständnis der PID.
C. Die rechtliche Debatte zur PID: Hier werden die einschlägigen rechtlichen Normen in Deutschland analysiert, einschließlich der verfassungsrechtlichen Diskussion um den Status des Embryos.
D. Die ethische Diskussion zur PID: Dieses Kapitel beleuchtet die ethische Vertretbarkeit der PID aus verschiedenen Perspektiven, unter Berücksichtigung von Autonomie, gesellschaftlichen Folgen und eugenischen Fragestellungen.
E. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und reflektiert das komplexe Verhältnis zwischen rechtlichen Regelungen und ethischen Normen.
Präimplantationsdiagnostik, PID, In-vitro-Fertilisation, Embryonenschutzgesetz, Menschenwürde, Bioethik, genetische Beratung, Selektion, Pränataldiagnostik, Autonomie, Diskriminierung, Eugenik, Rechtslage, Status des Embryos, Fortpflanzungsmedizin.
Die Arbeit analysiert die Debatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland, beleuchtet dabei rechtliche, medizinische und ethische Aspekte und bewertet die Kontroverse zwischen Befürwortern und Gegnern.
Die Arbeit behandelt die medizinischen Grundlagen, die rechtliche Situation (u.a. Embryonenschutzgesetz), die ethische Vertretbarkeit, Fragen der Patientinnenautonomie und soziale Konsequenzen wie Diskriminierung und Eugenik.
Ziel ist es, die Argumentationsstrategien der Befürworter und Gegner nachzuzeichnen, das Verhältnis von Recht und Ethik zu untersuchen und Kriterien für eine ethisch verantwortbare Anwendung zu identifizieren.
Die Autorin nutzt eine interdisziplinäre Analyse, indem sie biologische, medizinische, verfassungsrechtliche und ethische Quellen sowie die Technikfolgenabschätzung in eine argumentative Synthese überführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung medizinischer Grundlagen, die rechtliche Debatte zur PID im Rahmen von Grundgesetz und Strafgesetzbuch sowie die ethische Diskussion über den moralischen Status des Embryos und die praktischen Folgen der Anwendung.
Schlüsselwörter sind insbesondere: PID, Menschenwürde, Embryonenschutz, genetische Selektion, Autonomie und medizinisch-ethische Folgenabschätzung.
Die SKIP-Argumente (Spezies-, Kontinuitäts-, Identitäts- und Potentialitätsargument) dienen dazu, dem Embryo den Status als "Mensch" und damit Menschenwürde zuzuschreiben, was die PID-Anwendung moralisch erschwert.
Während die Pränataldiagnostik (PND) in einer bestehenden Schwangerschaft stattfindet, erfordert die PID eine In-vitro-Fertilisation, wobei die Entscheidung hier vor der Implantation getroffen wird.
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