Bachelorarbeit, 2012
61 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Die Konstruktion von Differenz in philosophischer Betrachtung
2.1 Die Differenz - der Unterschied
2.2 Der Mensch ist zwei oder das Denken sexueller Differenz als theoretischen Entwurf
3. Luce Irigaray und ihre Einordnung in differenzphilosophische Theorien
3.1 Spurensuche: die Identität der Frau
3.2 Sich selbst berühren: die Sprache der Frau
3.3 Gleichheit gleich Gerechtigkeit? Politik der sexuellen Differenz
3.4 Der Versuch einer Verortung
4. Ausblick
Die Bachelor-Abschlussarbeit untersucht, welchen Beitrag das Konzept von Luce Irigaray zur Entwicklung einer „weiblichen“ Philosophie leisten kann und welche Implikationen sich daraus für zeitgenössische feministische Diskurse sowie politisch-praktische Diskussionen ergeben. Im Fokus steht dabei die Überführung des Begriffs der sexuellen Differenz in ein neues philosophisches Denken, das die Unterdrückung des Weiblichen kritisiert und Alternativen zu traditionellen, männlich geprägten Machtstrukturen und Identitätskonzepten aufzeigt.
3.2 Sich selbst berühren: die Sprache der Frau
Entgegen traditioneller Denkweisen begründet sich die andere Sexualität der Frau auf einem „radikalen Anderssein“ hinsichtlich der Logik des Einen (vgl. Kimmerle 2001c: 9). Die Anatomie der Frau bzw. ihre körperlichen Voraussetzungen lassen es zu, Weiblichkeit als eine vielgestaltige begreifen zu können, in welcher die Frau erstmals als eigenständiges Subjekt aufgehen darf.
Irigaray versucht, mit der Morphologie des weiblichen Geschlechts begründet, einer Inbesitznahme des weiblichen durch das männliche Geschlecht entgegenzutreten. Hierfür braucht sie das Begehren der Frau, die Berührung, um sich selbst vermitteln zu können. Dem Phallus als Erzeuger und Hüter der bindenden symbolischen Ordnung setzt sie Strukturen weiblicher Anatomie entgegen, die die Auto-Erotik der Frau betonen: die weiblichen Lippen berühren sich stets, der Übergang der Haut ist fließend.
Da weibliche Sexualität „[...] immer von männlichen Parametern ausgehend gedacht worden“ (Irigaray 1979: 22) ist, beherrscht das männliche Geschlecht das weibliche Nicht-Geschlecht. Die Klitoris als verkümmerter Penis, die Vagina als „[...] Herberge des männlichen Geschlechts, wenn, um Lust zu gewinnen, für die verbotene Hand eine Ablösung gefunden werden muß.“ (ebd.) - die Freud’sche Psychoanalyse stellte die erogenen weiblichen Bereiche als die Zonen dar, die in Passivität versunken, das klitorale Geschlecht als ein Nicht-Geschlecht abbilden, „[...] das dem Vergleich mit dem wertvollen phallischen Organ nicht standhält.“ (ebd.), welches zum Empfinden sexueller Lust nicht in der Lage ist.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie Irigarays Konstrukt geschlechtsspezifischen Denkens und Handelns zur Entwicklung einer weiblichen Philosophie beitragen kann.
2. Die Konstruktion von Differenz in philosophischer Betrachtung: Es wird die philosophische Begriffsgeschichte der Differenz nachgezeichnet, wobei kritisch aufgezeigt wird, wie westliche Philosophie traditionell Differenz als bloßen Gegenentwurf zur Identität behandelte.
3. Luce Irigaray und ihre Einordnung in differenzphilosophische Theorien: Dieser Abschnitt widmet sich tiefgreifend den zentralen Thesen Irigarays, ihrer Kritik an der Psychoanalyse Freuds und ihrem Entwurf einer neuen weiblichen Sprache und Ethik.
4. Ausblick: Der Ausblick reflektiert das Spannungsfeld zwischen differenztheoretischen Ansätzen und der „Queer-Theorie“ sowie die Wirksamkeit dieser Ansätze in der politischen Praxis des Gender-Mainstreaming.
Sexuelle Differenz, Luce Irigaray, Feministische Philosophie, Dekonstruktion, Phallozentrismus, Weibliche Identität, Symbolische Ordnung, Mimetik, Sprachkritik, Geschlecht, Subjektivität, Gleichheit, Gerechtigkeit, Körpertheorie, Gender-Mainstreaming
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept der „sexuellen Differenz“ von Luce Irigaray genutzt werden kann, um eine weibliche Philosophie zu begründen, die sich von männlich dominierten Denkstrukturen abhebt.
Zu den zentralen Themen gehören die philosophische Geschichte der Differenz, die Kritik am patriarchalen Identitätsdenken sowie die Suche nach neuen Ausdrucksformen für weibliches Begehren und Identität.
Das Ziel ist es, Irigarays Beitrag zur feministischen Theoriebildung herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit ihr Differenzbegriff neue Perspektiven für eine geschlechtergerechte Gesellschaft eröffnet.
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, die sich auf die Dekonstruktion patriarchaler Diskurse stützt und Irigarays „mimetische Methode“ als Werkzeug untersucht.
Im Hauptteil werden zunächst das traditionelle Differenzverständnis, dann Irigarays spezifische Theorie der sexuellen Differenz und schließlich deren Bedeutung für die Sprache, Ethik und politische Teilhabe von Frauen erörtert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sexuelle Differenz, Dekonstruktion, Phallozentrismus, Weibliche Identität und Symbolische Ordnung charakterisiert.
Während der Gleichheitsfeminismus oft auf die Angleichung von Mann und Frau zielt, plädiert Irigaray dafür, die Differenz als positive und notwendige Grundlage für ein eigenständiges weibliches Subjekt zu bewahren.
Die Mimetik ist für Irigaray eine Methode, bei der Frauen in den herrschenden, männlich geprägten Diskurs „eintreten“ und ihn in spielerischer Wiederholung nachahmen, um die dort verborgenen patriarchalen Strukturen sichtbar zu machen und zu unterwandern.
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