Diplomarbeit, 2009
99 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundbegriffe
2.1 Risikoarten
2.2 Risikosituation
2.3 Erwartungsnutzentheorie
2.4 Risikoeinstellungen
3. Das Portfoliomodell ohne Besteuerung
3.1 Optimale Portfoliowahl ohne Besteuerung
3.2 Einordnung in die mikroökonomische Haushaltstheorie
3.3 Wirkung einer Vermögensänderung
4. Das Portfoliomodell mit Besteuerung
4.1 Indikatoren des Risikos
4.2 Proportionale Einkommensteuer
4.2.1 Proportionale Einkommensteuer mit vollständigem Verlustausgleich
4.2.2 Proportionale Einkommensteuer mit teilweisem Verlustausgleich
4.3 Progressive Einkommensteuer
4.4 Vermögensteuer
4.5 Zusammenfassung
5. Anwendung des Portfoliomodells auf die deutsche Rechtslage
5.1 Vorgehensweise bei der Analyse
5.2 Analyse der deutschen Rechtslage bezüglich der Risikoübernahme
5.2.1 Bestimmung des riskanten Anteils
5.2.2 Bestimmung der effektiven Ertragsteuersätze nach alter und aktueller Rechtslage
5.2.2.1 Effektive Ertragsteuersätze in den Fällen der Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft nach alter Rechtslage
5.2.2.2 Effektive Ertragsteuersätze in den Fällen der Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft nach aktueller Rechtslage
5.2.3 Vergleiche der Rechtsformen nach alter und aktueller Rechtslage bezüglich der Risikoübernahme
5.2.3.1 Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaft nach alter Rechtslage
5.2.3.2 Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaft nach aktueller Rechtslage
5.2.3.3 Einzelunternehmen nach aktueller und alter Rechtslage
5.2.3.4 Kapitalgesellschaft nach aktueller und alter Rechtslage
5.3 Zusammenfassung
6. Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen verschiedener Steuersysteme auf die Risikobereitschaft von Investoren. Ziel ist es, unter Verwendung eines partialanalytischen Portfoliomodells zu prüfen, ob die Besteuerung tatsächlich die Neigung zu riskanten Investitionen schwächt oder – entgegen weitläufiger wirtschaftspolitischer Meinung – sogar fördern kann.
3.1 Optimale Portfoliowahl ohne Besteuerung
Basis der meisten Arbeiten, die eine optimale Portfoliowahl eines Anlegers untersuchen, ist das folgende einperiodige Modell: Ein risikoscheuer Investor, sei es ein privater Haushalt oder ein Unternehmen, steht vor der Aufgabe ein ihm zur Verfügung stehendes Anfangsvermögen V0 optimal auf eine sichere und auf eine riskante Anlageform aufzuteilen. Der risikoaverse Entscheidungsträger verfolgt das Ziel seinen Erwartungsnutzen bezüglich des Endvermögens V1 zu maximieren. Dementsprechend handelt es sich beim hier betrachteten Portfoliomodell um eine Zwei-Zeitpunkte Betrachtung.
Angenommen wird, dass die sichere Investitionsmöglichkeit eine risikolose Ertragsrate r pro investierte GE liefert, die größer oder gleich Null sein soll. Die Ertragsrate pro investierte GE in die riskante Anlage ist stochastisch und abhängig vom eintretenden Umweltzustand θi mit i=1,..,N, d.h. dass die Verzinsung pro riskant investierte GE eine Zufallsvariable z mit bekannten Merkmalsausprägungen zi ist. Außerdem wird unterstellt, dass die Eintrittswahrscheinlichkeiten pi der möglichen Zustände dem Investor bekannt sind.
Zur Vereinfachung und vor allem zur grafischen Darstellung wird im weiteren Verlauf der Arbeit lediglich von zwei möglichen Umweltzuständen ausgegangen: von einem günstigen Zustand θ1 und einem ungünstigen Zustand θ2, sprich z1>z2.
Aus der Annahme der Risikoaversion folgt gemäß Kapitel 2.4, dass der Investor nur ins Risiko investiert, wenn die riskante Anlage einen höheren Erwartungswert besitzt als den sicheren Ertrag. Die Differenz gibt dann die vom Investor individuell geforderte Risikoprämie wieder. Dementsprechend muss der Erwartungswert der riskanten Ertragsrate E[z] größer sein als die sichere Ertragsrate r; sonst würde ein risikoscheuer Investor sein ganzes Anfangsvermögen V0 sicher anlegen. Wenn z.B. r=0.015, z1=0.03 und z2=-0.01 sind, dann folgt für den Erwartungswert der riskanten Investition bei gleicher Eintrittswahrscheinlichkeit der Zustände: E[z]=0.5*0.03–0.5*0.01=0.01<0.015=r. In diesem Fall würde der Anleger sein gesamtes zur Verfügung stehendes Anfangsvermögen in die sichere Anlageform investieren.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die ökonomische Relevanz von Risiko und Investitionen ein und erläutert die Fragestellung nach dem Einfluss von Steuern auf die Investitionsneigung unter Verwendung der Erwartungsnutzentheorie.
2. Grundbegriffe: Dieses Kapitel definiert zentrale Konzepte wie Risikoarten, Risikosituationen, die Erwartungsnutzentheorie und verschiedene Risikoeinstellungen, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind.
3. Das Portfoliomodell ohne Besteuerung: Hier wird ein partialanalytisches Modell entwickelt, um die optimale Entscheidungsfindung eines risikoaversen Investors in einer Welt ohne Steuern darzustellen und zu analysieren.
4. Das Portfoliomodell mit Besteuerung: Dieses Kapitel integriert verschiedene Steuersysteme (proportional, progressiv, Vermögensteuer) in das Modell und untersucht deren Auswirkungen auf die Risikoübernahme des Investors.
5. Anwendung des Portfoliomodells auf die deutsche Rechtslage: Das Modell wird auf die steuerliche Realität in Deutschland angewendet, um Unterschiede im Investitionsverhalten zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften nach alter und aktueller Rechtslage zu vergleichen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und relativiert die Annahme eines vollständigen Verlustausgleichs, wobei tendenziell eine investitionsfördernde Wirkung von Steuern im Modell konstatiert wird.
Risikoübernahme, Erwartungsnutzentheorie, Portfoliomodell, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Unternehmenssteuerreform, Risikoaversion, Domar-Musgrave-Effekt, Investitionsneigung, Verlustausgleich, Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft, Vermögenselastizität, Risikobereitschaft, Steuersatz
Die Arbeit untersucht den theoretischen Zusammenhang zwischen der Besteuerung von Investitionserträgen und der Risikobereitschaft von Anlegern oder Unternehmen.
Die zentralen Themen sind die betriebswirtschaftliche Steuerlehre, die Erwartungsnutzentheorie, Risiko-Modelle und die Analyse deutscher Steuergesetze.
Die Arbeit analysiert, ob Steuern Investoren tatsächlich dazu bewegen, weniger riskante Investitionen zu tätigen, oder ob sie unter bestimmten Bedingungen – wie dem Domar-Musgrave-Effekt – sogar zu einer höheren Risikoübernahme führen.
Es wird ein partialanalytisches Portfoliomodell verwendet, das auf der Erwartungsnutzentheorie basiert und die Entscheidungssituation von Investoren unter verschiedenen Steuerszenarien mathematisch und grafisch abbildet.
Der Hauptteil behandelt die Modellierung verschiedener Steuersysteme (proportionale Einkommensteuer, progressive Besteuerung, Vermögensteuer) und deren Anwendung auf die deutsche Rechtslage vor und nach der Unternehmensteuerreform 2008.
Schlüsselwörter sind insbesondere Risikoübernahme, Erwartungsnutzentheorie, Domar-Musgrave-Effekt, Steuerbelastung und Investitionsneigung.
Die Annahme des vollständigen Verlustausgleichs führt dazu, dass der Staat auch am Risiko des Investors beteiligt ist, was in vielen Fällen des Modells den "Domar-Musgrave-Effekt" auslöst und somit riskantere Investitionen begünstigt.
Die Analyse zeigt, dass Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften durch unterschiedliche effektive Ertragsteuersätze und steuerliche Rahmenbedingungen (wie das Trennungsprinzip) verschieden stark auf Steuersätze reagieren und somit auch ein abweichendes Risikoverhalten aufweisen.
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