Seminararbeit, 2007
16 Seiten
1. Einleitung
2. Charakterisierung des Korrespondenzstranges zwischen Usbek und dem Obereunuchen
2.1. Aufbau des Korrespondenzstranges
2.2. Stellung im Gesamtzusammenhang
2.3. Inhaltliche Analyse
2.3.1. Briefe II – XCVI
2.3.2. Briefe CXLVII und CXLVIII
2.4. Analyse der Figuren
2.4.1. Usbek
2.4.2. Der schwarze Obereunuch
2.4.3. Beziehung der beiden Figuren
2.5. Erzähltechnische Analyse auf discours-Ebene
2.5.1. Analyse des Zeitgerüsts
2.5.2. Erzählsituation und Erzählperspektive
2.5.3. Formale, sprachliche und stilistische Besonderheiten
2.5.4. Äußere Rahmenbedingungen
3. Zusammenfassung und Ausblick
4. Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht den spezifischen Korrespondenzstrang zwischen Usbek und dem Obereunuchen im Briefroman "Lettres Persanes" von Montesquieu, um dessen Bedeutung für die Gesamtaussage des Werkes sowie die Charakterentwicklung Usbeks auf der histoire- und discours-Ebene herauszuarbeiten.
2.4.1. Usbek
Usbek ist die Hauptperson der Lettres Persanes, die als Sprachrohr Montesquieus dient und sowohl die meisten Briefe verfasst als auch der Hauptadressat ist. Mehr als zwei Drittel der Briefe sind auf ihn konzentriert. Er ist ein wohl etwas älterer, gebildeter, seriöser und reicher Edelmann, der in Persien gut angesehen ist und über einen eigenen Harem und mehrere Bedienstete verfügt. Usbek ist seine Europareise aus Neugier und Interesse an Weiterbildung angetreten. Er hat den Anschein eines sehr reifen, selbstbewussten, jedoch stark introvertierten Theoretikers, der historisch, politisch und staatstheoretisch interessiert ist. Am Anfang wirkt sein Charakter sehr gefestigt. Er trägt systematische und philosophische Züge und leistet konstruktive Kritik an bestehenden Verhältnissen.
Usbek hat die Eigenschaften eines im Verborgenen wirkenden Intellektuellen. In der Stadt kann er seine Probleme nicht bewältigen und zieht sich deswegen aus den Trümmern der Welt zurück, um über die Welt nachzudenken. Dieser Rückzug auf das Land in die Natureinsamkeit kommt einer Flucht vor der Gesellschaft gleich. Usbek hat aufklärerische Gedanken, er wendet sich gegen despotische und absolutistische Staatssysteme und distanziert sich auch von der Kirche. Sein Harem wird durch ihn wie von einem „verantwortungsvollen Hausvater“ geleitet, er versucht weder seine Frauen zu unterdrücken noch sie ständig zu kontrollieren, sondern lässt Milde walten. Der Protagonist verändert sich jedoch im Fortgang des Briefromans, als der Harem ihm immer mehr entgleitet. Oder aber er lässt eine andere Seite von sich zum Vorschein kommen. Er verhält sich am Ende trotz fortgeschrittenen Wissens über die westliche Welt und ansonsten so tolerantem und sozialem Verhalten despotischer als zuvor, um seinen Harem in den Griff zu bekommen, anstatt die Frauen gleichberechtigt zu behandeln, wie aufgrund seiner aufgeklärten Denkweise zu vermuten wäre. Er entwickelt sich in dieser Hinsicht zur persischen Lebensweise hin.
1. Einleitung: Einführung in das Werk "Lettres Persanes" und die Zielsetzung der Untersuchung des Korrespondenzstranges zwischen Usbek und dem Obereunuchen.
2. Charakterisierung des Korrespondenzstranges zwischen Usbek und dem Obereunuchen: Detaillierte Analyse des Briefwechsels unter Berücksichtigung von Aufbau, inhaltlicher Entwicklung, Figurencharakteristika und erzähltechnischer Ebene.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur Bedeutung des Korrespondenzstranges als didaktisches Element der Aufklärungsliteratur und Reflexion über die psychologischen Fragen der Macht.
4. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Montesquieu, Lettres Persanes, Usbek, Obereunuch, Briefroman, Aufklärung, Harem, Machtverhältnis, Korrespondenzstrang, histoire, discours, Entfremdung, Haremsordnung, Orient, Despotismus.
Die Arbeit analysiert einen speziellen Handlungsstrang innerhalb des Briefromans "Lettres Persanes", nämlich den Briefwechsel zwischen der Hauptfigur Usbek und seinem Obereunuchen.
Zentrale Themen sind die Haremsordnung als Machtinstrument, die Veränderung Usbeks im Verlauf der Erzählung sowie das Spannungsfeld zwischen Aufklärungsidealen und despotischem Verhalten.
Ziel ist es, die Bedeutung dieser spezifischen Korrespondenz für die Gesamtaussage des Werkes und die Charakterentwicklung des Protagonisten herauszuarbeiten.
Die Autorin wendet eine textnahe Analyse auf der histoire- (Inhalt/Handlung) und discours-Ebene (Erzählweise/Stil) an.
Der Hauptteil behandelt den Aufbau des Korrespondenzstranges, die Charakterisierung der beteiligten Figuren sowie deren erzähltechnische Gestaltung und die äußeren Rahmenbedingungen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtverhältnis, Entfremdung, Aufklärung, Haremsordnung und die Unterscheidung zwischen orientalischer Tradition und europäischem Denken.
Zu Beginn herrscht ein klares Hierarchieverhältnis. Ab Brief LXIV verschiebt sich dies jedoch, da Usbek für das Versagen seines Harems verantwortlich gemacht wird und der Obereunuch an Autonomie und Macht über das Geschehen gewinnt.
Die Kastration dient als Symbol für die tiefgreifende Entfremdung der Eunuchen und fungiert als Veranschaulichung für den Topos der Zwiespältigkeit im Werk.
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