Masterarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Protagonisten vor antiker Kulisse
2.1. Der Kommunikator: Augustus
2.1.1. Herkunft, Machtergreifung und Machtsicherung
2.2. Die Rezipienten: Das römische Volk
2.2.1. Gesellschaft und Struktur
2.3. Die Transmitter: Die Medien
2.3.1. Was sind Medien?
2.3.2. Antike Massenmedien?
2.3.3. Medien der römischen Kaiserzeit
a) Münzen
b) Inschriften
c) Bauten
d) Statuen und Bildnisse
e) Sonderfall: Theater
3. Die Regie: Wer steuert wen? Produzent vs. Rezipient
3.1. Medien- und wirkungszentrierte Ansätze
a) Agenda-Setting
b) Anschlusskommunikation
c) Schweigespirale
3.2. Rezipientenorientierte und nutzenzentrierte Ansätze
a) Uses- and Gratification-Approach
b) Eskapismus-Konzept
3.3. Exkurs: Problematik der Messbarkeit
3.4. Zwischenfazit
4. Das Stück und seine Umsetzung: Formen der Herrschaftskommunikation
4.1. Exkurs: Terminus Propaganda
4.2. Agitation
4.2.1. Machtkampf mit Marcus Antonius
4.2.2. Medien und Medienwirkung
a) Das Augustus-Mausoleum I
b) Programmatische Münzserien
4.3. Integration
4.3.1. Republikanische Leitbegriffe neu belebt: pietas und pax
4.3.2. Medien und Medienwirkung
a) Via Labicana-Statue „toga capite velato“
b) Der Panzer der Prima Porta-Statue
4.4. Repräsentation
4.4.1. Direkte und indirekte Repräsentation
4.4.2. Medien und Medienwirkung
a) Die Bildnisse des Herrschers
b) Das Augustus-Mausoleum II
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das komplexe System der medialen Herrschaftskommunikation unter Kaiser Augustus in der frühen römischen Kaiserzeit, mit einem besonderen Fokus auf die Frage, ob diese Kommunikation einseitig vom Herrscher zum Volk verlief oder von wechselseitigen Prozessen geprägt war.
a) Münzen
Als wichtigstes „Massenmedium der Antike“ bezeichnet Anne Kolb in ihrem Aufsatz über die Übermittlung politischer Inhalte in Rom die Münzen (Kolb 2003, S. 129), noch weiter geht Harold Mattingly mit seiner Charakterisierung dieser in der römischen Kaiserzeit als „newspapers of the day“ (Mattingly/Sydenham 1923, S. 22). In der Tat: Bezugnehmend auf die Kriterien Maletzkes erfüllte das römische Zahlungsmittel am ehesten massenmediale Gesichtspunkte und wird deshalb im Verlauf dieser Arbeit auch als wichtigstes Mittel zur Übertragung von politischen Botschaften gewertet. Denn Münzen besitzen durch Bild und Schrift zwei elementare kommunikative Ausdrucksformen und ihre Beschaffenheit durch Vorder- und Rückseite (Avers und Revers) bietet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten dieser Zeichensysteme (technisches Verbreitungsmittel). Als allgemein gültiges Zahlungsmittel ihrer Zeit waren die Münzen zumindest generell an jeden der Gesellschaft (öffentlich) im gesamten römischen Reich adressiert und fanden dadurch sowohl geographisch als auch sozial die weiteste (wenn auch nicht jeden erreichende) Verbreitung, indem sie Botschaften über Zeit und Raum hinaustrugen (indirekt). Die Kommunikationsrichtung vom Herrscher zum Volk ist bei ihnen eindeutig, Rückkopplungsmöglichkeiten waren nicht gegeben (einseitig).
Funktion: Die Auswahl bzw. Selektion der verbreiteten Nachrichten erfolgte nach Ausführungen Reinhard Wolters im Sinne des Herrschers und in seinem engeren Umfeld, ebenso wie die Prägung (vgl. Wolters 2003, S. 187, 189). Dadurch waren Münzen ein Herrschaftsinstrument, dessen Nutzungswahrscheinlichkeit durch die Funktion als Zahlungsmittel im Alltag als äußerst hoch einzuschätzen ist. Die Einflussnahme von Augustus und seinen Vertrauten auf die Inhalte führte dazu, dass die thematisch sowohl innen- als auch außenpolitischen verankerten Botschaften auf den Münzen weder Kritik am Herrscher noch kriegerische Niederlagen zum Ausdruck brachten (vgl. Wolters 2003, S. 178). Inwiefern man den Terminus Propaganda für diese Art der Beeinflussung benutzen kann, wird noch im Verlauf der Arbeit diskutiert (vgl. dazu Kapitel 4.1.). Zumindest dienten sie als kaiserliches Kommunikationsorgan, indem sie neben kriegerischen Siegen auch konkrete Maßnahmen, wie Schenkungen, Lebensmittelverteilungen oder Behebung von Missständen, thematisierten (vgl. Kolb 2003, S. 129).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Kommunikation als Grundlage menschlicher Gemeinschaften ein und stellt die Fragestellung zur medialen Herrschaftskommunikation unter Kaiser Augustus auf.
2. Protagonisten vor antiker Kulisse: Dieses Kapitel definiert die zentralen Akteure – Kommunikator (Augustus), Transmitter (Medien) und Rezipienten (das römische Volk) – und erarbeitet einen Medienbegriff für die römische Kaiserzeit.
3. Die Regie: Wer steuert wen? Produzent vs. Rezipient: Hier werden theoretische Ansätze der Medienwirkungsforschung, wie medienzentrierte und rezipientenorientierte Konzepte, auf ihre Anwendbarkeit für die Antike geprüft.
4. Das Stück und seine Umsetzung: Formen der Herrschaftskommunikation: Dieses Kapitel analysiert konkrete Beispiele antiker Medien unter den drei Funktionskategorien Agitation, Integration und Repräsentation.
5. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Effektivität des Systems der augusteischen Herrschaftskommunikation sowie die Grenzen der empirischen Belegbarkeit reflektiert.
Augustus, Herrschaftskommunikation, römische Kaiserzeit, Massenmedien, Propaganda, Agitation, Integration, Repräsentation, Medienwirkung, Uses-and-Gratification-Approach, Agenda-Setting, Pietas, Pax, Politische Kommunikation, Antike
Die Arbeit befasst sich mit der medialen Strategie des römischen Kaisers Augustus und untersucht, wie er Medien nutzte, um seine Herrschaft zu festigen und das römische Volk zu beeinflussen.
Die zentralen Felder sind die Definition und Anwendung von antiken "Massenmedien" wie Münzen, Bauwerke, Inschriften und das Theater sowie die theoretische Einordnung in die moderne Medienwirkungsforschung.
Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern die Kommunikation von Augustus ein einseitiger Top-down-Prozess war oder ob es Wechselwirkungen zwischen Herrscher und Rezipienten gab.
Die Autorin nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der geschichtswissenschaftliche Quellenanalysen mit soziologischen und kommunikationswissenschaftlichen Theorien zur Medienwirkung kombiniert.
Im Hauptteil werden die Kategorien Agitation, Integration und Repräsentation detailliert an konkreten Beispielen, wie dem Augustus-Mausoleum oder den Münzserien von 31 v. Chr., analysiert.
Begriffe wie "Agitation", "Integration", "Repräsentation", "Medienrealität" und die Anwendung des Konzepts der "Schweigespirale" auf die Antike stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.
Die Autorin argumentiert, dass "Propaganda" ein moderner Begriff ist, der mit totalitären Regimes assoziiert wird und eine mediale Perfektion voraussetzt, die in der Antike aufgrund der geringen Alphabetisierung und infrastrukturellen Beschränkungen nicht gegeben war.
Das Theater fungierte als zentraler kultureller und gesellschaftlicher Ort, an dem Augustus seine Macht demonstrieren und durch eine feste Sitzordnung die soziale Struktur des Reiches visualisieren und stabilisieren konnte.
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