Bachelorarbeit, 2012
62 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Untersuchungsgegenstand
1.2 Problemstellung
1.3 Forschungsstand
1.4 Aufbau
1.5 Methodik
2. Begriffserklärungen
2.1 Medien/Presse
2.2 System/Systemwechsel, -wandel, -transformation
3. Die Printmedien im Wandel: Neue rechtliche Rahmenbedingungen als legislative Grundlage des Transformationsprozesses
4. Die „Junge Welt“: Vom Zentralorgan der FDJ zur linksextremistischen Tageszeitung
4.1 Die wechselvolle Geschichte einer Zeitung
4.2 Die „Junge Welt“ im Transformationsprozess
4.2.1 Ökonomische Ebene
4.2.2 Personelle Ebene
4.2.3 Institutionelle Ebene
4.2.4 Inhaltliche Ebene
5. Einordnung und Bewertung der Transformation der „Jungen Welt“
6. Schlussbetrachtung
6.1 Zusammenfassung
6.2 Ausblick
7. Bibliographie
7.1 Druckwerke
7.2 Internetquellen
7.3 Tageszeitungen
7.4 Sonstiges
Diese Arbeit untersucht den Transformationsprozess der „Jungen Welt“ vom Zentralorgan der FDJ zu einer linksextremistischen Tageszeitung, wobei der Fokus auf den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen der Jahre 1989/1990 liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Art und Weise des Wandels auf verschiedenen Ebenen und der Rolle äußerer Rahmenbedingungen für Kontinuität und Wandel der Zeitung.
4.2.2 Personelle Ebene
Auf den finanziellen Transformationsprozess sollte mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auch ein längst überfälliger personeller folgen, der die Zeitung abermals in eine Krise stürzte. Mit dem Prozess zahlreicher Umstrukturierungen ging auch ein gewaltiger Personalwechsel und -abbau einher. Zunächst nahm im November 1989 der Chefredakteur Dieter Schütt freiwillig seinen Hut. Zu seinem Nachfolger wurde nur wenige Wochen später Jens König, der in der Ausgabe vom 10. Januar 1990 die Loslösung von der FDJ sowie ein „neues politisches und journalistisches Selbstverständnis“ verkündete. Passend dazu die Überschrift des Leitartikels, die mit „Schaut auf unseren Kopf“ als Aufforderung zu verstehen war. In der Tat änderte sich das Erscheinungsbild mit dem Verschwinden des Untertitels „Organ des Zentralrates der FDJ“ deutlich: Es wurde durch den Slogan „Linke sozialistische Jugendzeitung“ ersetzt.
Als Sammelbecken differenter linksextremistischer Gruppierungen nach dem Fall der Mauer konstituiert, führte dies schnell zu Auseinandersetzungen in den Redaktionsräumen: Insbesondere bei den Themen Antisemitismus und Nahostkonflikt rumorte es gewaltig. Dies hatte schließlich zur Folge, dass der Chefredakteur Klaus Behnken beurlaubt wurde, woraufhin am 21. Mai 1997 mehr als ein Dutzend Mitarbeiter die Redaktionsräume besetzt hielten, um der Geschäftsführung den Zugang zu verweigern. Es sollte die Geburtsstunde der linken Wochenzeitung „Jungle World“ werden, die aus einer Streikzeitung heraus entstand. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet diese Splitterzeitung als linksextremistisch ein. „Mit dem Versuch, die jW auf einen neulinken, antideutschen Kurs zu bringen, scheiterten sie.“ Politische Hardliner der alten Garde übernahmen nun wieder das Kommando.
1. Einleitung: Einführung in den Untersuchungsgegenstand, die Problemstellung und die methodische Herangehensweise an die Transformationsgeschichte der „Jungen Welt“.
2. Begriffserklärungen: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe Medien, Presse sowie Systemwechsel, -wandel und -transformation im politikwissenschaftlichen Kontext.
3. Die Printmedien im Wandel: Neue rechtliche Rahmenbedingungen als legislative Grundlage des Transformationsprozesses: Darstellung der rechtlichen und administrativen Umbrüche in der DDR-Medienlandschaft 1989/1990.
4. Die „Junge Welt“: Vom Zentralorgan der FDJ zur linksextremistischen Tageszeitung: Detaillierte Analyse der historischen Entwicklung und des Transformationsprozesses der Zeitung auf vier Ebenen.
5. Einordnung und Bewertung der Transformation der „Jungen Welt“: Synthese und kritische Einordnung der Ergebnisse hinsichtlich der tatsächlichen demokratischen Transformation der Zeitung.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Rolle der Zeitung.
7. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Druckwerke, Internetquellen, Zeitungen und sonstigen Materialien.
Junge Welt, DDR, Transformation, FDJ, Linksextremismus, Systemwechsel, SED, Pressefreiheit, Medienwende, DDR-Nostalgie, Transformation der Presse, Politikwissenschaft, Transformationsforschung, SED-PDS, Verfassungsschutz
Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess der Tageszeitung „Junge Welt“ von der Wende 1989 bis in die Gegenwart, mit Fokus auf die Jahre 1989/1990.
Die Arbeit thematisiert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Medien in der DDR, die ökonomische, personelle und inhaltliche Entwicklung der Zeitung sowie deren heutige Einordnung als linksextremistisches Medium.
Das Ziel ist es, die „Junge Welt“ als idealtypisches Beispiel für Transformationsforschung zu nutzen und aufzuzeigen, wie und in welcher Form sich die Zeitung in den verschiedenen Ebenen gewandelt hat.
Der Autor nutzt eine Kombination aus einer deskriptiven historischen Analyse, einem journalistischen Sachverhaltinterview sowie einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring.
Im Hauptteil werden die legislativen Grundlagen des Medienwandels, die Geschichte der „Jungen Welt“ und eine tiefgehende Analyse ihrer ökonomischen, personellen, institutionellen und inhaltlichen Transformation durchgeführt.
Zu den prägenden Schlagworten gehören „Transformation“, „Linksextremismus“, „Junge Welt“, „DDR-Medienlandschaft“ und „Systemwechsel“.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass auf personeller Ebene keine wirkliche demokratische Transformation stattfand, da viele ehemalige SED-Funktionäre und Stasi-Mitarbeiter auch nach der Wende prägende Rollen in der Redaktion innehatten.
Die Zeitung wird als „bedeutendes Printmedium im linksextremistischen Bereich“ eingestuft, da sie laut Verfassungsschutzbericht eine traditionskommunistische Ausrichtung pflegt und antidemokratische sowie verfassungsfeindliche Positionen propagiert.
Die Zeitung musste sich nach dem Wegfall staatlicher DDR-Subventionen und massiven Auflagenrückgängen marktwirtschaftlich reorganisieren, was zur Gründung von Mitarbeitergesellschaften und Genossenschaften führte, um das Überleben zu sichern.
Der Autor zieht das Fazit, dass die „Junge Welt“ lediglich auf ökonomischer Ebene teilweise transformiert ist, während auf personeller, institutioneller und inhaltlicher Ebene keine substanzielle Entwicklung hin zu demokratischen Strukturen erkennbar ist.
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