Seminararbeit, 2012
21 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Zweiseitige Märkte – Anwendung der Theorie auf den Telekommunikationsmarkt
3 Regulierung von Telekommunikationsmärkten
3.1 Notwendigkeit von Regulierung in monopolistischen Telekommunikationsmärkten
3.2 Der Wasserbetteffekt – Ergebnis exogener Terminierungsentgelte
4 Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen einer Regulierung von Terminierungsentgelten auf die Verbraucherpreise in Telekommunikationsmärkten unter Berücksichtigung der Theorie zweiseitiger Märkte.
3.1 Notwendigkeit von Regulierung in monopolistischen Telekommunikationsmärkten
Aufgrund der subadditiven Kostenstruktur beim Aufbau von Telekommunikationsnetzen existieren natürliche Monopole. Der Aufbau eines eigenen Netzes je Telekommunikationsanbieter würde demnach zu volkswirtschaftlichen Ineffizienzen führen, da ein einzelner Netzbetreiber die infrastrukturelle Basis günstiger bereitstellen kann als mehrere Firmen. Die Netzbetreiber bezeichnet man im Telekommunikationsmarkt deshalb als vertikal integrierte Unternehmen. Sie realisieren von der Transportebene über die Vermittlungsebene bis hin zur Vertriebsebene alle notwendigen Schritte selbst. Diese Tatsache erschwert möglichen Entrants den Markteintritt aufgrund mangelnder Marktmacht. Die Tatsache, dass in jedem Telekommunikationsmarkt nicht nur ein Netzbetreiber sondern mehrere agieren, führt zwar zu einem Preiswettbewerb in den Verbraucherpreisen, jedoch nicht zu einem Preiswettbewerb in den Terminierungsentgelten.
Anhand eines einfachen Modells hat Armstrong bereits gezeigt, dass eine monopolistische Marktstruktur in zweiseitigen Märkten zu einer Abweichung des wohlfahrtsmaximierenden Preises führt. Er nimmt an, dass zwei Gruppen A und B existieren, die wechselseitig von der Existenz der jeweils anderen Gruppe profitieren. Die Anzahl der Nutzer ist durch nA und nB gegeben. Der Nutzen beider Gruppen ergibt sich aus: 2) uA = αA * nB - pA; uB = αB * nA - pB mit p1 und p2 als Nutzungspreise für die Plattform. αA und αB messen die direkten Netzwerkeffekte der Nutzer beider Gruppen, die durch die Interaktion von A-Nutzern mit B-Nutzern und vice versa entstehen. Für den Monopolisten entstehen Grenzkosten in Höhe von f1 und f2. Der wohlfahrtsmaximale Preis ergibt sich nach der Maximierung der Wohlfahrtsfunktion 3) W = π(uA, uB) + vA(uA) + vB(uB) mit vA(uA) und vB(uB) als Konsumentenrente in Abhängigkeit des Nutzens folgendermaßen 4) pA = fA - αB * nB; pB = fB - αA * nA. Die optimalen Preise ergeben sich also aus Grenzkosten der Bereitstellung, von denen die direkten Netzwerkeffekte von B-Nutzern durch einen zusätzlichen A-Nutzer subtrahiert werden.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Wachstum der Telekommunikationsmärkte ein und definiert das Forschungsziel der Untersuchung der Regulierungsfolgen auf Verbraucherpreise.
2 Zweiseitige Märkte – Anwendung der Theorie auf den Telekommunikationsmarkt: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der zweiseitigen Märkte, direkte und indirekte Netzwerkeffekte sowie die Relevanz der kritischen Masse.
3 Regulierung von Telekommunikationsmärkten: Das Kapitel analysiert die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe aufgrund natürlicher Monopole und erklärt formal den Wasserbetteffekt bei der Regulierung von Terminierungsentgelten.
4 Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass eine Regulierung ohne Berücksichtigung der zweiseitigen Marktstruktur Wohlfahrtsverluste verursachen kann.
Zweiseitige Märkte, Telekommunikationsmarkt, Terminierungsentgelte, Wasserbetteffekt, Netzwerkeffekte, Regulierung, Verbraucherpreise, Monopol, Grenzkosten, Wohlfahrt, Marktstruktur, Markteintritt, Infrastruktur, Netzbetreiber, Preiswettbewerb
Die Arbeit befasst sich mit der Regulierung von Telekommunikationsmärkten und deren Auswirkungen auf die Preise, die Endverbraucher für ihre Dienste zahlen.
Die zentralen Themen sind zweiseitige Märkte, die Preisbildung durch Netzbetreiber, der regulatorische Umgang mit Terminierungsentgelten und die Analyse von Netzwerkeffekten.
Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Zusammenhänge darzustellen, wie die Regulierung von Terminierungsentgelten die Endkundenpreise und die Gesamtwohlfahrt beeinflusst.
Es wird ein formal-theoretischer Ansatz gewählt, der auf Modellen zur Preisbildung in zweiseitigen Märkten (u.a. nach Armstrong und Genakos/Valetti) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung zweiseitiger Märkte und die spezifische Analyse monopolistischer Marktstrukturen im Telekommunikationsbereich inklusive der Herleitung des Wasserbetteffekts.
Wichtige Begriffe sind zweiseitige Märkte, Terminierungsentgelte, Wasserbetteffekt, Netzwerkeffekte, Regulierung und Verbraucherpreise.
Der Wasserbetteffekt beschreibt das Phänomen, dass sinkende Terminierungsentgelte durch eine Erhöhung der anderen Preise (z. B. Grundpreise) kompensiert werden, was letztlich zu höheren Verbraucherpreisen führen kann.
Weil bei natürlichen Monopolen die Kostenstruktur (Subadditivität) gegen einen freien Wettbewerb spricht, was ohne Regulierung zu ineffizienten Preissetzungen und Wohlfahrtsverlusten führt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

