Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
22 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit
2.1 Die Arbeitslosigkeit Erwachsener
2.2 Die Arbeitslosigkeit Jugendlicher
2.3 Der wesentliche Unterschied: Die Sonderstellung Jugendlicher
3. Das „Erlebnis Jugendarbeitslosigkeit“
3.1 Die Ausgangssituation
3.2 Veränderungen durch die Arbeitslosigkeit
3.3 Das Modell des Belastungs-Bewältigungs-Prozesses
3.4 Der Weg zu Identitätszweifeln: Das Vierphasenmodell
4. Auswirkungen auf die Identität
4.1 Das Krisenerleben
4.2 Die verschiedenen veränderbaren Identitätszustände
4.3 Die Herausbildung von Identitätszuständen nach einem Krisenereignis
5. Fazit: Nicht jede Jugendarbeitslosigkeit muss die Identität gefährden
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen von Jugendarbeitslosigkeit und analysiert, inwieweit diese Phase die Identitätsentwicklung junger Menschen beeinflussen und potenziell gefährden kann.
Der Weg zu Identitätszweifeln: Das Vierphasenmodell
Die Arbeitslosigkeit führt den Jugendlichen durch vier Phasen, die mehr oder minder lang und mehr oder minder intensiv sein können. Tritt die Arbeitslosigkeit ein, beginnt die erste Phase: der Schock. Die Schulabgänger Sebastian und Alexander stehen vor einer neuen Situation. Sie sind arbeitslos und es ist anzunehmen, dass diese Situation noch nicht zu denen gehört, die sie bereits erlebt haben. Sie schätzen ihre Situation ein, nehmen eine Bewältigungseinschätzung vor, stellen einen Bewältigungsplan auf und lösen das entstandene Orientierungsproblem mit ihren individuellen Möglichkeiten. Sebastian etwa findet sich in dem neuen Handlungsfeld, aufgrund seiner Fähigkeit verantwortungs- und gesellschaftsbewusst Handeln zu können, formell schnell zurecht und hat so schneller eine Grundvorstellung der Situation als Alexander, denn dieser ist verunsicherter und außerdem bereits jetzt mit Vorgaben seines Vaters konfrontiert.
Beide kommen anschließend in die nächste Phase der Arbeitslosigkeit: den Optimismus. Sie hören ja, dass sie, wenn sie sich bewerben, eine Chance haben einen Ausbildungsplatz zugesprochen zu bekommen. Sie bewerben sich voller Hoffnung und sind guter Dinge. Auch ihr Umfeld gibt ihnen noch keine negativen Zeichen, denn sie bemühen sich sichtbar.
Kommen jedoch die ersten Absagen und scheitern ihre Bemühungen immer öfter, stellen sich erste Folgen ein: Die Zukunftsperspektive erscheint unsicher. Freunde wenden sich vielleicht, wie im Falle von Alexander, in dem Glauben ab, dass die Bemühungen nicht intensiv genug seien und er es doch eigentlich besser können müsste, so dass das soziale Selbstwertgefühl sinkt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der steigenden Jugendarbeitslosigkeit ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Auswirkungen auf die Identitätsbildung.
2. Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit: Dieses Kapitel skizziert den Anstieg der Arbeitslosenzahlen seit den 80er Jahren und arbeitet die wesentlichen Unterschiede zwischen der Arbeitslosigkeit von Erwachsenen und Jugendlichen heraus.
3. Das „Erlebnis Jugendarbeitslosigkeit“: Hier werden die subjektiven Ausgangssituationen analysiert sowie psychologische Modelle zur Belastungsbewältigung und die Phasen der Arbeitslosigkeit erläutert.
4. Auswirkungen auf die Identität: In diesem Teil wird der Zusammenhang zwischen Krisenereignissen und der Identitätsbildung nach dem Modell von Marcia detailliert dargestellt.
5. Fazit: Nicht jede Jugendarbeitslosigkeit muss die Identität gefährden: Das Fazit fasst zusammen, dass individuelle Faktoren und Bewältigungsstrategien maßgeblich darüber entscheiden, ob Arbeitslosigkeit zu dauerhaften Identitätsschäden führt.
Jugendarbeitslosigkeit, Identitätsentwicklung, Psychologie, Krisenerleben, Bewältigungsstrategien, Selbstwertgefühl, Leistungsgesellschaft, Berufseintritt, Marcias Identitätszustände, Arbeitsmarkt, soziale Kompetenzen, Belastungs-Bewältigungs-Prozess, Zukunftsangst, Identitätskrise, Arbeitsberatung
Die Arbeit befasst sich mit den psychologischen Folgen, die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen auslöst und wie diese Erfahrung die Identitätsentwicklung prägen kann.
Die zentralen Felder umfassen die psychologische Analyse von Krisenereignissen, das Modell der Belastungsbewältigung sowie die Stadien der Identitätsentwicklung nach James E. Marcia.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche die Situation der Arbeitslosigkeit erleben und warum diese Phase für ihre Identitätsentwicklung kritisch sein kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und veranschaulicht die komplexen psychologischen Prozesse anhand von zwei exemplarischen Fallbeispielen.
Der Hauptteil beleuchtet die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit, psychologische Erklärungsmodelle für Stress und Bewältigung sowie die verschiedenen Phasen der Identitätsentwicklung in der Krise.
Wichtige Begriffe sind Jugendarbeitslosigkeit, Identitätsentwicklung, Krisenerleben, Selbstwertgefühl und die Modelle zur Belastungsbewältigung.
Während Sebastian früh lernte, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen, war Alexander durch ein schwieriges familiäres Umfeld und den Druck seines Vaters bei gleichzeitigem Fehlen familiärer Stabilität stärker verunsichert.
Es verdeutlicht den Prozess von Schock über Optimismus und Pessimismus bis hin zum Fatalismus, was erklärt, warum die Dauer der Arbeitslosigkeit entscheidend für Identitätsschäden ist.
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