Hausarbeit, 2011
16 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Populäre Religion
2.1 Die Säkularisierungsthese
2.2 Transformation der Religion nach Hubert Knoblauch
3. Populärer Islam
3.1 Der Pop-Islam
3.2 Die Globalen Vorbilder
3.3 Der Deutsche Pop-Islam
3.4 Transformation der Religion nach den Pop-Muslimen
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der religionssoziologischen Thesen von Hubert Knoblauch zur „populären Religion“, inwieweit sich dieses Phänomen im Kontext des Islams in Deutschland manifestiert. Dabei liegt der Fokus besonders auf der Jugendbewegung des sogenannten „Pop-Islam“, um zu analysieren, ob und wie religiöse Inhalte mit Elementen der westlichen Popkultur verschmelzen.
3.1 Der Pop-Islam
Eine Studie für Türkeistudien aus dem Jahre 2005 untersuchte die religiöse Bindung türkischstämmiger Migranten. Im Jahre 2000 bezeichneten sich 65% der Befragten als religiös, nur 8% als streng religiös und 27% befürworteten das Kopftuchtragen in der Öffentlichkeit. Im Jahre 2005 bezeichneten sich 55% der Befragten als religiös, 28% als streng religiös und 47% befürworteten das Kopftuchtragen in der Öffentlichkeit. Laut einer Studie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, die im Jahre 2008 durchgeführt wurde, schätzen sich 50% der Muslime als religiös und 36% als sehr religiös ein. Auch andere Studien weisen ähnlich Ergebnisse auf, dass die religiöse Orientierung der Muslime in Deutschland zunimmt, insbesondere bei Jugendlichen, die inzwischen oftmals ausgeprägter religiös sind als ihr Vormund.
Demzufolge kann man davon ausgehen, dass die Säkularisierungsthese in der islamischen Religion in Deutschland nicht zutrifft, im Gegenteil, es besteht gerade ein Aufleben der islamischen Religion. Während in den 1980er Jahren die ethnisch-kulturelle Identität der Migranten-Kinder durch den HipHop (speziell der Türkischen HipHop) in Deutschland Identitätsstiftendes Potenzial hatte, prägt heute der Pop-Islam den muslimischen Habitus der Migranten und gibt ihnen eine neue Identität.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der „populären Religion“ nach Hubert Knoblauch ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich einer Transformation innerhalb des Islams.
2. Populäre Religion: Dieses Kapitel erläutert die Säkularisierungsthese sowie Knoblauchs Gegenposition, die eine Popularisierung und Spiritualisierung von Religion durch mediale und gesellschaftliche Transformationen beschreibt.
3. Populärer Islam: Hier wird die Übertragung von Knoblauchs Konzept auf den Islam analysiert, wobei Merkmale des Pop-Islam, dessen Vorbilder sowie die Auswirkungen auf die Identitätsbildung junger Muslime beleuchtet werden.
4. Zusammenfassung: Das Fazit stellt fest, dass zwar eine Popularisierung des Islam stattfindet, die von Knoblauch definierte „Subjektivierung“ jedoch aufgrund starker kollektiver Normen im Pop-Islam nur bedingt zutrifft.
Populäre Religion, Pop-Islam, Hubert Knoblauch, Säkularisierung, Transformation, Identitätsbildung, Islam in Deutschland, Popkultur, Muslimische Jugend, Religion und Medien, Religiosität, Transzendenz, Privatisierung der Religion, Ummah, Authentizität.
Die Arbeit analysiert die religionssoziologische Theorie der „populären Religion“ nach Hubert Knoblauch und überträgt diese auf die Lebenswirklichkeit von Muslimen in Deutschland.
Zu den Schwerpunkten zählen der Wandel von Religion in modernen Gesellschaften, die Rolle von Medien und Popkultur bei religiösen Praktiken sowie die Identitätsfindung muslimischer Jugendlicher.
Es soll untersucht werden, ob die islamische Religion in Deutschland ebenfalls eine Transformation durchläuft, die vergleichbar mit Knoblauchs Phänomen der populären Religion ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie auf die Auswertung empirischer Studien zur Religiosität türkischstämmiger Migranten.
Der Hauptteil widmet sich der Definition des „Pop-Islam“, der Identifikation globaler und lokaler Vorbilder sowie der Transformation des Islams durch mediale und popkulturelle Einflüsse.
Zentrale Begriffe sind Popularisierung, Subjektivierung, Popkultur, Islamische Jugendbewegung und die kritische Distanz zum traditionellen Moschee-Islam.
Da die Anhänger des Pop-Islam zwar moderne Ästhetik und Medien nutzen, dabei jedoch strikte religiöse Verhaltenskodizes und traditionelle Glaubenslehren beibehalten.
Die Arbeit betont, dass sich „Pop-Muslime“ ausdrücklich von Gewaltgruppierungen und terroristischen Akten distanzieren und ihren Glauben friedlich in den westlichen Lebensstil integrieren.
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