Hausarbeit, 2012
19 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Herkunft der Essener Äbtissin Theophanu
3. Das Amt der Äbtissin
3.1. Theophanus Wirken im Amt der Äbtissin
4. Die Memoria der Äbtissin Theophanu
4.1. Das Testament der Theophanu
4.2. Die Stiftungen zu ihrem Seelenheil
4.3. Der Prachteinband des Theophanu – Evangeliars
5. Bedeutung der Heiligen auf dem Buchdeckel
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Wirken und die Memoria der Essener Äbtissin Theophanu. Ziel ist es, den geplanten Charakter hinter ihren zahlreichen Stiftungen und Bauten zu analysieren, um festzustellen, inwieweit sie ihr Ziel der Sicherung des eigenen Totengedenkens im Mittelalter erfolgreich verwirklichen konnte.
4.3. Der Prachteinband des Theophanus – Evangeliars
Eine des bedeuteten Stiftungen Theophanus ist der Buchdeckel, der das von ihr gestiftete Evangeliar umschließt. Wie schon erwähnt, machte sie Theophanu zum Zwecke ihrer Memoria zahlreiche Medien zum Nutzen. Auch hinter der Stiftung dieses Evangeliars liegt der memoriale Gedanke. Dies wird deutlich durch ihre Präsenz im Bildprogramm, wodurch sie heute noch erinnert wird. Dabei sollte das Evangeliar weniger gelesen, als gesehen werden.
Der Buchdeckel ist mit den wertvollsten Materialien verziert. Gold, Silber und Elfenbein bedeuteten im weltlichen Kontext „königlich[e] Repräsentation und Prachtentfaltung“. Im christlichen Kontext deuteten diese auf das Heiligste, Reinheit und Ewigkeit hin. „Die Darstellungen insgesamt lassen eine wohldurchdachte Komposition erkennen“. Der äußere Rahmen des Vorderdeckels ist eingeteilt in vier aufgespannte Trapezflächen, welche sich auf die Bildthematik im Zentrum beziehen. Dabei findet sich in der oberen Zone ein thronender nimbierter Christus, begleitet von zwei Engeln. Dieser thront auf einer halbrunden Schreibe, symbolisch für das Himmelreich stehend und ruht seine Füße auf einer halbrunden Scheibe, welche die Erde darstellt.
Seitlich befinden sich jeweils paarweise gegenüberliegend die Essener Stiftsheiligen Cosmas und Damian, sowie Apostelfürsten Paulus und Petrus. Im unteren Trapez wird die Dedikation des Evangeliars an die Essener Schutzpatronin Maria dargestellt. Diese hat den nimbierten Jesus auf ihrem Schoß und ist dem Betrachter direkt zugewandt. Theophanu selbst, zu erkennen an der Inschrift Theophanu abb(atiss)a, überreicht ihr dieses in Proskynese. Weiterhin befindet sich Theophanu in Begleitung der heiligen Frauen Pinnosa und Walburga (ebenfalls durch die Inschriften s(ancta) Pinnosa und s(ancta) VValdbvrg bezeugt). Diese halten die „demütig geöffneten Hände“ schützend über die Stifterin.
1. Einleitung: Einführung in das Konzept der Memoria im Mittelalter und die Forschungsgeschichte zu Äbtissin Theophanu.
2. Herkunft der Essener Äbtissin Theophanu: Beleuchtung der ezzonischen Abstammung und der engen politischen Verbindung zum ottonischen Königshaus.
3. Das Amt der Äbtissin: Erläuterung der rechtlichen und hierarchischen Rahmenbedingungen des Äbtissinnenamtes basierend auf der Institutio sanctimonalium.
3.1. Theophanus Wirken im Amt der Äbtissin: Analyse der Amtsführung Theophanus, ihrer Beziehungen zu Heinrich III. und ihrer Rolle bei der Marktentwicklung Essens.
4. Die Memoria der Äbtissin Theophanu: Untersuchung der Strategien zur Sicherung des Seelenheils durch kirchliche und soziale Gedenkstiftungen.
4.1. Das Testament der Theophanu: Interpretation des Testaments als Instrument der rituellen Memoria-Sicherung und des biblisch inspirierten Gedenkrhythmus.
4.2. Die Stiftungen zu ihrem Seelenheil: Katalogisierung der Stiftungen, darunter Kreuze, Reliquiare und Bauwerke, als mediale Erinnerungsträger.
4.3. Der Prachteinband des Theophanu – Evangeliars: Detailanalyse des künstlerischen Programms und der ikonographischen Bedeutung des Evangeliar-Einbandes.
5. Bedeutung der Heiligen auf dem Buchdeckel: Untersuchung der Auswahl spezifischer Heiliger zur Selbstdarstellung und als Schutzpatrone der Äbtissin.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Stiftungen als erfolgreiche Methode der Memoria-Sicherung über das Leben der Äbtissin hinaus.
Theophanu, Essener Stift, Memoria, Mittelalter, Äbtissin, Ezzonen, Stiftungstätigkeit, Totengedenken, Seelenheil, ottonische Kunst, Prachteinband, Heiligenverehrung, Heinrich III., Frauenkommunität, Evangeliar.
Die Arbeit befasst sich mit der Person der Essener Äbtissin Theophanu im 11. Jahrhundert und ihrer gezielten Nutzung von Stiftungen zur Sicherung ihres persönlichen Totengedenkens (Memoria).
Die Schwerpunkte liegen auf der mittelalterlichen Memorialkultur, der politischen Herkunft aus dem Haus der Ezzonen sowie der kunsthistorischen Bedeutung ihrer Stiftungen für das Stift Essen.
Die Autorin möchte herausfinden, ob hinter der regen Stiftungstätigkeit Theophanus ein systematischer Plan zur Sicherung ihrer Memoria stand und ob dieser nach historischer Betrachtung als erfolgreich einzustufen ist.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung zeitgenössischer Urkunden, Inschriften, Grabfunde und kunsthistorischer Zeugnisse (wie dem Evangeliar) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung ihrer Herkunft, ihrer administrativen Ämter, ihres Testaments, ihrer diversen Memorialstiftungen sowie der ikonographischen Analyse des Evangeliar-Einbandes.
Wichtige Begriffe sind Theophanu, Memoria, Ezzonen, Essener Stift, Stiftungspraxis, Seelenheil und ottonische Äbtissinnen.
Die Verwandtschaft war grundlegend für ihr Selbstverständnis als Äbtissin. Sie nutzte diesen Status, um ihren Einfluss zu festigen und ihre Repräsentationsansprüche innerhalb des Essener Stifts zu legitimieren.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ihr Plan erfolgreich war, da ihre Stiftungen – wie der Buchdeckel des Evangeliars oder ihre Bauten – noch heute als Zeugnisse ihrer Präsenz und ihres Wirkens existieren.
Das sogenannte Testament ist keine klassische Erbnachlassregelung, sondern ein rein spirituelles Dokument, das konkrete liturgische Maßnahmen zur dauerhaften Sicherung ihres Gedenkens festlegt.
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