Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
29 Seiten, Note: 1,7
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
I. EINLEITUNG
II. WAS IST RAUMPLANUNG BZW. RAUMORDNUNG?
III. RAUMORDNUNG IN DER NS-ZEIT
IV. DER DR.-HELLMUTH-PLAN FÜR DIE RHÖN
IV.I. WIRTSCHAFTSSTRUKTURELLE ASPEKTE DES DR. - HELLMUTH - PLANS
IV.II. RASSENBIOLOGISCHE DURCHMUSTERN DER RHÖNBEVÖLKERUNG ALS TEIL DES HELLMUTH PLANES
V. DIE RHÖN - EIN NOTSTANDSGEBIET?
VI. FAZIT
VII. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS
Diese Arbeit untersucht die Raumplanung im Nationalsozialismus am Beispiel der Rhön und analysiert kritisch den sogenannten Dr.-Hellmuth-Plan. Das primäre Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der NS-Propaganda, die die Rhön als „Notstandsgebiet“ deklarierte, zu hinterfragen und die enge Verschränkung von rassenbiologischer Ideologie mit planerischen Maßnahmen aufzudecken.
IV.II. Rassenbiologische Durchmusterung der Rhönbevölkerung als Teil des Hellmuth Planes
Betrachtet man nun die Erkenntnisse des vorherigen Kapitels, so könnte man behaupten, es würde sich bei diesem Plan um ein ganz normales Strukturprogramm handeln, ohne die besondere „nationalsozialistische Komponente“. Doch wie schon erwähnt war die mainfränkische Gauleitung von einer Überbevölkerung der Rhön überzeugt und noch dazu unterstützte die NS-Ideologie von ‚Blut und Boden’ die Ansicht, dass es sich bei der Rhönbevölkerung zwar um „altes deutsches Volksgut“ handele, aber dennoch ein erheblicher Anteil „versucht“ und rassisch „unpassend“ sei. Es sollte also nicht nur eine ökonomische Aufwertung und Umgestaltung des Rhöngebiets stattfinden, sondern ebenso eine „flächendeckende erbbiologische Bestandsaufnahme“ dieser Region. Für Hellmuth war dies ein grundlegender Faktor für den Erfolg des Planes – eine „korrespondierende Neuformierung der Sozialstruktur“.
Gemäß dieses Vorhabens wurden die Personen nach bestimmten Auswahlkriterien, besonders aber nach dem „rassisch imprägnierten Leistungsbegriff des NS-Staates“, der Tüchtigkeit, bewertet. Wichtig dabei war ebenfalls, dass „im Dritten Reich der Einzelne nicht nur nach seiner individuellen Leistung, sondern auch nach seiner Leistung für das deutsche Volk der Zukunft eingeschätzt wird“.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die historische Entwicklung der Raumplanung in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, ob die NS-Aufbauarbeit in der Rhön eine Innovation darstellte oder eine bloße ideologische Aufladung bestehender Pläne war.
II. WAS IST RAUMPLANUNG BZW. RAUMORDNUNG?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Raumordnung und beschreibt dessen systematische Entwicklung in Deutschland von den frühen Ansätzen der Industrialisierung bis zur gesetzlichen Institutionalisierung.
III. RAUMORDNUNG IN DER NS-ZEIT: Hier wird analysiert, wie die Nationalsozialisten die Raumordnung als Machtinstrument umgestalteten, um Wirtschaft und Gesellschaft auf den Krieg auszurichten und rassenpolitische Ziele zu integrieren.
IV. DER DR.-HELLMUTH-PLAN FÜR DIE RHÖN: Dieser Hauptteil beleuchtet detailliert das spezifische Strukturprogramm für die Rhön, unterteilt in die wirtschaftsstrukturellen Maßnahmen und die rassenbiologische Durchleuchtung der Bevölkerung durch das Rassenpolitische Amt.
V. DIE RHÖN - EIN NOTSTANDSGEBIET?: Dieses Kapitel hinterfragt kritisch die NS-Propaganda, die die Rhön als bedürftiges Notstandsgebiet darstellte, und zeigt anhand historischer Belege, dass diese Darstellung der Realität nicht entsprach.
VI. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Dr.-Hellmuth-Plan weder eine notwendige Maßnahme noch eine Innovation war, sondern in erster Linie der ideologischen Propaganda diente.
VII. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Verzeichnis führt die verwendeten wissenschaftlichen Primär- und Sekundärquellen der Arbeit auf.
Raumplanung, Nationalsozialismus, Dr.-Hellmuth-Plan, Rhön, Rassenbiologie, Notstandsgebiet, NS-Ideologie, Landkultivierung, Bevölkerungsbiologie, Zwangssterilisation, Gauleiter Otto Hellmuth, Raumordnung, Sozialstruktur, Blut und Boden, NS-Propaganda.
Die Arbeit untersucht die raumplanerischen und rassenbiologischen Aktivitäten der Nationalsozialisten in der Rhön zwischen 1933 und 1945.
Die zentralen Felder sind die Definition von Raumordnung im Wandel der Zeit, die praktische Umsetzung von NS-Raumplanung und deren Instrumentalisierung durch Rassenideologie.
Es wird erforscht, ob der sogenannte Dr.-Hellmuth-Plan eine Innovation darstellte und ob die Einstufung der Rhön als „Notstandsgebiet“ der Wirklichkeit entsprach.
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse basierend auf Literaturstudien, Denkschriften und Dokumenten der damaligen Zeit sowie der Auswertung von Forschungsergebnissen zur NS-Zeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der wirtschaftlichen Maßnahmen (Infrastruktur, Landkultivierung) und der rassenbiologischen Bestandsaufnahme der Rhönbevölkerung.
Schlüsselwörter wie Raumplanung, NS-Ideologie, Dr.-Hellmuth-Plan, Notstandsgebiet und Rassenbiologie sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Die Bevölkerung wurde durch rassenbiologische Untersuchungen erfasst, zwangssterilisiert, enteignet oder unter dem Vorwand „erbkranker“ oder „minderwertiger“ Merkmale diskriminiert.
Die Propaganda nutzte die Konstruktion eines „Armenhauses“ oder „Notstandsgebietes“, um die radikalen Eingriffe in die Privatsphäre und die ideologischen Ziele als notwendige Hilfsmaßnahmen zu rechtfertigen.
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